Wirtschaft
A man walks by a graffiti that reads in Spanish, "Out Vultures" in reference to the dispute between the Argentine government and a U.S. hedge fund, known locally as "vulture funds,"  in Buenos Aires, Argentina,  Monday, August 4, 2014. The collapse of talks with U.S. creditors sent Argentina into its second debt default in 13 years and raised questions about what comes next for financial markets and the South American nation's staggering economy. (AP Photo/Victor R. Caivano)

Argentinien geht gegen Hedgefonds vor. Bild: Victor R. Caivano/AP/KEYSTONE

Nach der Staatspleite

Argentinien ermittelt gegen Hedgefonds 

Zwei Hedgefonds haben Argentinien in die Staatspleite getrieben – jetzt schlägt das Land zurück: Die Börsenaufsicht will wegen Insiderhandels gegen die Investoren vorgehen. Sie sollen mit Versicherungen am Bankrott verdient haben. 

05.08.14, 09:17 05.08.14, 12:40

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Nach der Staatspleite Argentiniens ermittelt die Börsenaufsicht des Landes wegen des Verdachts auf Insiderhandel gegen mehrere Hedgefonds. Der Chef der Börsenaufsicht, Alejandro Vanoli, sagte am Montag, er habe seinen US-Amtskollegen um Informationen über Geschäfte mit Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS) gebeten, mit denen man sich gegen einen Zahlungsausfall des lateinamerikanischen Staates absichern kann.

Seine Behörde will demnach klären, ob die Hedgefonds CDS besassen, während sie gleichzeitig mit Argentinien verhandelten. Mit diesen Finanzkontrakten kann sich ein Investor gegen den Kreditausfall eines Schuldners versichern. 

Im konkreten Fall hätten die Hedgefonds dann jedoch einen Anreiz gehabt, die Verhandlungen scheitern zu lassen, um das Geld aus den CDS zu erhalten. Die Nutzung solcher Insiderinformationen sei in Argentinien und den USA strafbar, sagte Vanoli auf einer Pressekonferenz. 

Die Regierung in Buenos Aires und die Investoren hatten sich nicht auf die Rückzahlung von Schulden einigen können. Der Konflikt geht auf die Staatspleite Argentiniens im Jahr 2002 zurück. Während sich die Regierung in den Folgejahren mit den meisten Gläubigern auf einen Schuldenerlass und einen Umtausch von Anleihen einigte, kauften die Hedgefonds Schuldtitel mit einem hohen Abschlag und fordern nun die volle Summe. Dies lehnt Argentinien ab. 

Die Verhandlungen des argentinischen Aussenministers in New York scheiterten. Bild: JASON SZENES/EPA/KEYSTONE

UNO befürchtet Rezession in Argentinien 

Ein US-Gericht hatte angeordnet, dass Inhaber der wertgeminderten Anleihen nur dann ausgezahlt werden dürfen, wenn die Regierung auch die Fonds bedient. In der vergangenen Woche trat deswegen ein Zahlungsausfall ein. Mit der Angelegenheit vertraute Personen hatten schon länger berichtet, dass die Hedgefonds keine derartigen Versicherungen abgeschlossen hätten. 

Anders als 2002 halten sich die Folgen der Staatspleite für das Land diesmal in Grenzen: Die Banken sind stabil, der Staat kann seine sonstigen Rechnungen bezahlen, und auf den Strassen herrscht Ruhe. Spurlos wird der Staatsbankrott aber nicht an der Wirtschaft des Landes vorbeigehen: Experten der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die drittgrösste Volkswirtschaft Lateinamerikas in diesem Jahr schrumpfen wird. 

Zwar habe man die Wachstumsprognose zuletzt noch auf 0,2 Prozent von zuvor einem Prozent gesenkt, sagte die Chefin der UNO-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik, Alicia Barcena. Die Zahl stamme aber aus dem vergangenen Monat. «Heute ist die Lage ganz anders.» (ade/Reuters)

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  • Horny 05.08.2014 18:04
    Highlight Typisch USA, die gleiche Masche wie 2008 bei der Finanzkriese, "WIR kassieren und die Anderen bezahlen die Zeche". Ignoranter Schurkenstaat!!!
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