Wirtschaft

Bereits am Montag soll wieder gestreikt werden.
Bild: EPA/DPA

Tarifkampf bei Lufthansa: Flugbegleiter gönnen Passagieren Streikpause

Nach zwei Streiktagen arbeiten die Flugbegleiter der Lufthansa am Sonntag zunächst wieder. Die Rückkehr zur Normalität dauert allerdings nur kurz: Schon am Montag dürften erneut Flüge ausfallen, dann auch in Süddeutschland.

08.11.15, 08:48

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Lufthansa-Passagiere können kurz aufatmen. Die Gewerkschaft der Flugbegleiter (Ufo) gönnt der Fluggesellschaft und ihren Kunden am Sonntag einen Tag Pause im bis zum kommenden Freitag angesetzten Arbeitskampf - die Flüge dürften weitgehend planmässig stattfinden.

Allerdings nutzt die Gewerkschaft die Zeit, um über das weitere Vorgehen zu beraten, wie der Ufo-Vorsitzende Nicoley Baublies ankündigte. Schon im Laufe des Tages wird die Ankündigung weiterer Arbeitsniederlegungen am Montag erwartet.

Eine Ausweitung des Arbeitskampfes etwa auf das Drehkreuz München ist dabei nicht ausgeschlossen. Wegen des Ferienendes in den südlichen Bundesländern hatte Ufo hier bislang auf Streiks verzichtet und sich auf Frankfurt und Düsseldorf konzentriert. An beiden Standorten fielen am Freitag und Samstag laut Lufthansa mehr als 800 Flüge aus, gut 95'000 Reisende waren an beiden Tagen betroffen.

Einigung im Tarifstreit nicht absehbar

Anzeichen für ein vorzeitiges Ende des Marathon-Streiks gab es zunächst nicht. «Es gibt keine Kontakte zu Lufthansa», sagte Baublies. Gibt es kein Einlenken der Lufthansa in dem Tarifstreit, wird Ufo den Arbeitskampf bis einschliesslich Freitag fortsetzen. (Lesen Sie hier, was Passagiere wissen müssen).

Passagiere müssen viel Geduld mitbringen oder auf die Reise verzichten. An den Lufthansa-Umbuchungsschaltern in Frankfurt bildeten sich am Samstag lange Schlangen von Reisenden, deren Flüge zu deutschen oder europäischen Zielen annulliert worden waren. Die meisten waren über den Streik informiert und hofften, mit einer anderen Fluggesellschaft oder per Bahn an ihr Ziel zu kommen. Am Schalter mussten die Passagiere rund zwei Stunden warten.

Mitarbeiter des Flughafen-Betreibers Fraport und der Lufthansa waren unterwegs, um Passagiere zu informieren. Auch Mitglieder der Gewerkschaft beantworteten Fragen. Baublies äusserte Verständnis für die Enttäuschung vieler Reisender.

Die Tarifverhandlungen für die Stewardessen und Stewards der Lufthansa ziehen sich bereits seit zwei Jahren hin. Strittig sind vor allem die komplexen Regelungen zu Betriebs- und Übergangsrenten von rund 19'000 Flugbegleitern

nck/dpa

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