Wirtschaft

Roche-CEO Severin Schwan verdient 230 mal mehr als der Angestellte mit dem tiefsten Lohn. Bild: KEYSTONE

Die Abzocke geht munter weiter: Schweizer Manager kassieren laut Studie noch immer viel zu viel

Die Abzockerinitiative hatte laut der Gewerkschaft Travail.Suisse keinen mässigenden Einfluss auf die Höhe der Top-Löhne.

22.06.15, 09:56

Die Gewerkschaft Travail.Suisse geht mit den Managern hart ins Gericht: Sie kassierten trotz Abzockerinitiative immer noch viel zu hohe Löhne. In drei Vierteln der Unternehmen liegt die Entschädigung für die Konzernleitung sogar um 18 Prozent höher als noch 2011.

«Trotz der deutlichen Annahme der Minder-Initiative konnte der Lohnanstieg bei den Topmanagern nicht gebremst werden», sagte Jacques-André Maire, Vize-Präsident von Travail.Suisse am Montag gemäss Redetext vor Journalisten in Bern. Vielmehr sei das durchschnittliche Salär der Geschäftsleitungsmitglieder in den meisten Grossunternehmen weiter gewachsen. 

Roche-CEO am Pranger

Als Beispiel nannte Travail.Suisse den Pharmakonzern Roche, wo der Konzernchef Severin Schwan inzwischen 230 Mal mehr verdiene als der Angestellte mit dem niedrigsten Lohn.

Auch Antritts- und Abgangsentschädigungen seien dank Umgehungsmöglichkeiten gang und gäbe, schlussfolgert Travail.Suisse. Gemäss der Gewerkschaft führt dies zum Vertrauensverlust zwischen Bevölkerung und Wirtschaft. Sie fordert darum eine griffigere Aktienrechtsrevision, Steuertransparenz bei den hohen Einkommen und ein Ende der Tiefsteuerpolitik für Unternehmen.

Travail.Suisse hat zum 11. Mal in Folge die höchsten und tiefsten Löhne in 27 Schweizer Unternehmen untersucht. (dsc/sda)

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2Alle Kommentare anzeigen
2
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • user93 22.06.2015 18:05
    Highlight kann mir das jemand erklären: ist der inhalt der minderinitiative nicht das aktionäre über die gehälter der geschäftsleitung bestimmen? wenn die aktionäre die löhne nicht senken wollen dann ist das doch ihr problem oder? das sind einfach potenzielle unternehmensgewinne auf die sie verzichten
    2 0 Melden
    600
  • Gelöschter Benutzer 22.06.2015 16:22
    Highlight Das sind die wahren Soziopathen unserer Zeit. Nicht die Serienkiller, die in Krimiserien gejagt werden.
    Psychologen sagen, der einzige Unterschied zwischen einem Abzocker und einem Serienkiller, sei der, dass der Abzocker indirekt und ohne sexuelle Lust tötet. Dafür mit Gleichgültigkeit. Ansonsten stimmen Gemüt und Charakter grösstenteils überein.
    4 1 Melden
    600

Darum sind wir Recycling-Weltmeister: Die Schweizer Abfallstatistik in 9 Grafiken

Die Schweiz wird gerne als Recycling-Weltmeister betitelt. Zu Recht: Rund die Hälfte der Siedlungsabfälle wird in der Schweiz wiederverwertet. Hier ein Überblick, wie viele Dosen, Flaschen und Zeitungen jeder von uns an einer Sammelstelle deponiert hat.

Ende 2015 lebten 8'364'748 Menschen in der Schweiz. Diese produzieren eine Menge Abfall, nämlich rund sechs Millionen Tonnen. Das macht etwas mehr als 700 Kilogramm pro Person. Doch mehr als die Hälfte davon wird recycelt. Damit ist die Schweiz weltweit führend. Hier das Abfallwunder Schweiz in Zahlen:

* Korrigendum: Bei der Grafik zu den PET-Flaschen ist uns leider ein Fehler unterlaufen. 3,8 Kilogramm entsprechen 100 leeren PET-Flaschen pro Person. Eine korrigierte Grafik werden wir zeitnah …

Artikel lesen