Wirtschaft

Autofahren wird teurer – weil die Kautschuk-Preise steigen. Bild: Shutterstock

Autofahrer aufgepasst – Pneus werden teurer

Die Hersteller begründen den Preisanstieg mit höheren Rohstoffkosten. Nicht alle heben die Preise aber gleichzeitig.

19.03.17, 10:12 19.03.17, 14:54

Wer neue Reifen kaufen will muss, muss diesen Frühling tiefer in die Tasche greifen. Wegen höherer Kautschuk-Kosten erhöhen die Hersteller von Autoreifen ihre Preise. Continental, Pirelli, Goodyear und Hankook kündigten dies an oder setzen es bereits in die Tat um.

Aus Expertensicht betrifft es die ganze Branche

Die Firmen begründen den Preisanstieg um bis zu neun Prozent mit höheren Rohstoffkosten vor allem für Kautschuk. Es geht um alle Arten von Reifen – ob für Sommer oder Winter, für Pkw oder Lastwagen.

«Die Hersteller müssen ihre Preise anheben, andernfalls würden ihre Gewinnmargen schrumpfen», sagte Frank Biller, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Die höheren Kosten würden weitergereicht – der eine Hersteller mache das früher, der andere später.

Höhere Kosten für Hersteller

Conti sprach mit Blick auf höhere Bezugspreise für Kautschuk von einer «erheblichen zusätzlichen Kostenbelastung, die wir derzeit für das laufende Jahr 2017 in einer Grössenordnung von 500 Millionen Euro erwarten». Schon seit dem letzten Quartal 2016 hätten sich die Beschaffungspreise für Synthese- und Naturkautschuk erhöht.

Für Händler, die Conti-Reifen beziehen, werde das einzeln festgelegt. «Die jeweiligen Erhöhungen werden wir nach detaillierter Analyse unserer Kostensituation schrittweise umsetzen», sagte ein Sprecher.

Reifen von Hankook werden zum 1. April teurer – und zwar um vier bis fünf Prozent. Die Firma betonte, dass sich ihre Gewinnspanne dadurch nicht erhöhe. «Die avisierte Preiserhöhung kompensiert derzeit lediglich die zusätzlichen Materialkosten aufgrund stark gestiegener Rohstoffpreise», erklärte ein Hankook-Sprecher.

Pirelli-Reifen werden zeitgleich teurer – um bis zu neun Prozent. Goodyear hat die Preise bereits zum 1. März um bis zu acht Prozent angehoben.

Konsument dürfte mehr zahlen

Die höheren Preise betreffen zunächst zwar nur Händler, die Reifen beziehen. Aus Sicht Billers ist es aber klar, dass diese entsprechend mitziehen und damit auch die Konsumenten betroffen sein werden.

Trotz des Rohstoff-Kostenballasts sind die Perspektiven der Branche positiv. Da weltweit mehr Fahrzeuge auf den Strassen fahren, steige das Marktpotenzial für die Reifenhersteller, sagte Biller. Gut für die Firmen sei beispielsweise der Boom beim Geländewagen-Verkauf – Reifen für solche Fahrzeuge sind grösser und teurer, die Gewinnspanne ist grösser als bei Standardreifen für kleinere Pkw.

(sda/dpa)

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Catloveeer, 19.12.2016
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5 Kommentare anzeigen
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  • Coffee2Go 19.03.2017 13:21
    Highlight Es ist an sich bereits eine Frechheit wie günstig die Reifen heute sind. Eine kleine Preiserhöhung sollte vertretbar sein. Ich sage immer, man soll nicht am falschen Ort sparen.
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    • andrew1 20.03.2017 13:03
      Highlight Eben man sollte nicht die günstigsten reifen kaufen, da dort verschleis und bremsweg grösser sind. Durch die Preiserhöhung wird die versuchung für die autofahrer natürlich noch grösser dort zu sparen. Autofahren ist weisgott schon genug teuer. 1400 versicherung, 1500 benzin, 440 steuern. 1000 parkieren in der firma, 1000 parkieren zuhause, 500 service reperaturen, 3000 wertverlust = 7840. Gibt 2 subventionierte GA' s OHNE partnerrabatt dafür mit saftigen subventionen. Sonst wäre das GA wohl auch 8000 fr.
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  • E. Edward Grey 19.03.2017 11:08
    Highlight Wenn man annimmt dass in einem Eco-Reifen gleich viel Kautschuk drinnen steckt wie in einem gleich grossen, aber mehrfach teureren UHP Reifen, dann sind prozentuale Preiserhöhungen nur aus Rohstoffpreis-Sicht nicht gerechtfertigt. Lässt sich Watson hier von den Herstellern einspannen um die Verbraucher an der Nase herumzuführen?
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  • EvilBetty 19.03.2017 10:38
    Highlight Nun haben Reifen ja ein Produktionsdatum. Hat man als Kunde eine Handhabe wenn einem der Händler einen Reifen zum neuen Preis verkauft, der aber klar vor den genannten Daten produziert wurde?
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  • Galius Julius 19.03.2017 10:36
    Highlight Was für Deutschland gilt, muss nicht unbedingt für die Schweiz gelten... Conti (Schweiz) hat angekündigt die Sommerpreise nicht zu erhöhen!
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