Wissen

Tweet aus dem All: «Mir geht es gut, macht euch keine Sorgen»

25.01.17, 21:21 26.01.17, 08:33

Ob von Mars, Jupiter oder einem Kometen: Immer mehr Forschungsroboter im Weltall berichten via Twitter von ihren Abenteuern und sammeln Hunderttausende Fans. Die Social-Media-Teams dahinter haben schon Preise gewonnen – und polieren das Image der Raumfahrtbehörden auf.

Ein «frohes neues Jahr vom Mars» wünschte der Rover «Curiosity» der US-Raumfahrtbehörde NASA zum Jahresbeginn. An Weihnachten sei er zwar alleine auf dem Roten Planeten gewesen, «aber ich fühle mich nicht einsam».

Als es vor den Feiertagen ein kleines Problem mit seinem Bohrer gab, beruhigte der Mars-Rover rasch: «Der Bohrer wird untersucht, aber die Forschung hat nie aufgehört», hiess es per Kurznachrichtendienst Twitter. «Mir geht es gut, macht euch keine Sorgen über mich. Ich fahre schon wieder.»

Ein Marketing-Erfolg

«Curiosity» ist für die NASA nicht nur wissenschaftlich eine Erfolgsgeschichte, sondern auch und vor allem unter Marketing-Gesichtspunkten. Mehr als 3,6 Millionen Menschen folgen dem Forschungsroboter, der im August 2012 auf dem Mars landete und dort nach Spuren von früherem Leben sucht, bei Twitter.

Das sind die spektakulärsten NASA-Instagram-Bilder

Bei Instagram sind es mehr als 100'000, bei Facebook mehr als 1,3 Millionen. «Was hat sechs Räder, einen Laser und ist jetzt auf dem Roten Planeten? Ich», stellt sich der Rover seinen Fans dort vor. Der fast 900 Kilogramm schwere Forschungsroboter von der Grösse eines Kleinwagens twittert regelmässig, witzig, schlagfertig und immer in Ich-Form. Dahinter steckt ein Social-Media-Team der NASA im Jet Propulsion Labor im kalifornischen Pasadena, das schon Preise für seine Arbeit gewonnen hat.

Mit Witz und Charme

«‹Curiosity› ist ein gutes Beispiel dafür, wie die NASA beliebte Kanäle benutzt, um den Menschen die Weltraumforschung näherzubringen», sagt Josh Greenberg, Direktor der School of Journalism and Communication an der Carleton University in der kanadischen Hauptstadt Ottawa.

In den vergangenen drei Jahren habe der Rover die Zahl seiner Fans auf Twitter vervierfacht. Das liege zwar auch am Wachstum von Twitter allgemein, sagt Greenberg, «aber es reflektiert auch, wie das Social-Media-Team der NASA Twitter und Facebook genutzt hat, um ein ansonsten komplexes Wissenschaftsprogramm durch Witz, Charme und Anspielungen auf die Populärkultur zu humanisieren.»

Für die NASA sei das aus mehreren Gründen wichtig: Die Raumfahrtbehörde soll, so ist es ihr seit der Gründung vorgeschrieben, nicht nur forschen, sondern den Menschen auch verständlich erklären, was sie da so macht, und sie so bilden.

Ein beliebtes Twitter-Profil könne Menschen für die Raumfahrt begeistern und Steuerausgaben rechtfertigen, sagt Greenberg. Ausserdem sei es natürlich gut für das zuvor recht angekratzte Image der NASA.

Twitternde Sonden und Landemodule

«Curiosity» wird als Paradebeispiel gefeiert, war aber nicht der erste in Ich-Form twitternde Forschungsroboter – und ist inzwischen ohnehin in Gesellschaft. Die «Juno»-Sonde der NASA, derzeit unterwegs am Jupiter, hat beispielsweise bereits mehr als 500'000 Fans auf Twitter eingesammelt.

Auch die Europäische Raumfahrtagentur ESA mischt mit. Sowohl die Raumsonde «Rosetta» als auch ihr Landemodul «Philae», die inzwischen beide auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko liegen, berichteten Hunderttausenden Twitter-Fans in Ich-Form von ihren Abenteuern.

Ende September meldete sich «Rosetta» noch einmal kurz vor ihrem Aufprall auf dem Kometen: «Weil ich nachher sehr beschäftigt sein werde, wollte ich die Chance nicht verpassen, mich noch einmal zu verabschieden und für all die Tweets zu bedanken. Danke, Erde, dass du mit mir dieses grossartige Abenteuer geteilt hast.»

(sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Vater fährt 2200 Kilometer, um den Herzschlag seiner Tochter in fremdem Mann zu hören

«Ich hasse geizige Menschen! S*******!»

«Trennt euch!» – warum er will, dass du Schluss machst, und damit völlig falsch liegt

Fies! Wie Kinder-Pools in der Werbung aussehen vs. die bittere Realität

Todes-Schlepper vor Gericht

Über LinkedIn und MySpace: Russische Hacker stehlen Daten britischer Politiker

Lüthi in Assen stark +++ Red Ice Martigny gibt auf

Über 2100 Bootsflüchtlinge dieses Jahr ums Leben gekommen

So viel kostet das Surfen im Flugzeug

Gefahr auf dem Golan – Israel unterstützt syrische Rebellen und riskiert die Eskalation

Schweizer Wirtschaft profitiert von Aufschwung im Ausland

Wow! Diese Eule kann schwimmen

Verbraucht, verlacht, verlassen: Was mit denen passiert, die sich mit Trump einlassen

7 Grafiken, die jede Schweizer Frau bei der nächsten Lohnverhandlung dabei haben sollte  

Diese kleine Kunstgeschichte des Badens bringt dich ins Schwitzen

Zu heiss fürs iPhone? Heute wird's brenzlig

Wenn du diese Umrisse von Berühmtheiten nicht erkennst, klauen wir dir deinen Schatten

Sie haben einfach nie den Durchbruch geschafft: Die grössten Produkte-Flops der Geschichte

Uber ist verloren – die unglaubliche Chronologie der Uber-Fails

Männer, je öfter, desto besser! Fleissig ejakulieren senkt das Prostatakrebs-Risiko

Zuerst schmeisst Le Pen ihren Vater aus der Partei, nun fordert dieser ihren Rücktritt

Sean Spicer – irgendwie vermissen wir ihn jetzt schon

Mit iOS 11 kommen die Killer-Apps für Shopping-Fans und Einkaufs-Muffel

Raucher und Trinker sollen selber zahlen – Entsolidarisierung im Gesundheitswesen?

Uber-Chef Travis Kalanick tritt zurück

Rap-Ikone Prodigy von «Mobb Deep» ist tot

Scheinbeschäftigung: In Frankreich rollen reihenweise Köpfe von Macrons Ministern

So geht Apples Security gegen iPhone-Leaks vor

Sportlerpics auf Social Media: Rio Ferdinand ist eine krasse Maschine

«Wir werden mit frischem Hass zurückkommen»: Bye Bye «Circus HalliGalli»

Marco Streller hat's per WhatsApp eingefädelt – Cristiano Ronaldo wechselt zum FC Basel! 

Welches Land suchen wir? Wenn du Nummer 1 nicht weisst, sind die Ferien gestrichen!

Frauenhaut verboten! 23 absurde Album-Cover-Zensuren aus Saudi Arabien

Quizz den Huber! Bist du schlauer als unser schlauster Mitarbeiter?

Warum zwei Appenzeller Piloten im Mittelmeer Flüchtlinge retten müssen – eine Reportage

«Leute, die Anglizismen benutzen, gehen mir sooo auf den Sack!»

Verloren auf dem Meer des Unwissens: Rettet den Geschichtsunterricht!

History Porn – Showbiz Edition Teil III!

Liebe Karnivoren, lasst die Vegi-Wurst in Ruhe!

Sag mir doch einfach, dass du mich scheisse findest

EU schafft jetzt die Roaming-Gebühren ab – darum zahlen Schweizer nun gar mehr

Medikamente neu interpretiert – Teil 2!

20 Gründe in Bildern, warum du deinen Bart nicht abrasieren solltest

Russische Hacker stehlen Daten von GB-Politikern

Dress like a «Goodfella»: So geht der perfekte Mafia-Look – vom Hut bis zum Hemdkragen

Ein Abend im Luxus-Restaurant: So sieht ein Menü für 400 Franken aus

Starkoch Gordon Ramsay kriegt Filet auf einem Dachziegel serviert ... und ist sprachlos

Macron-«Tsunami» bei Parlamentswahl: Der Durchmarche

Lucrezia Borgia: Die päpstliche Bastardbrut der Renaissance

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

User-Review:
DendoRex, 19.12.2016
Watson ist für mich das Nr. 1 Newsportal und wird es auch bleiben. So weitermachen!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0 Kommentare anzeigen
0
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600

«Schweizer Käse»: Mysteriöses Loch auf dem Mars irritiert Forscher

Auf der Eiskappe am Südpol des Roten Planeten erstreckt sich eine Zone mit zahllosen Mulden und Löchern, das die Astronomen «Swiss Cheese» – Schweizer Käse – nennen. Dort fotografierte der Mars Reconnaissance Orbiter, der den Mars seit elf Jahren umkreist, am 25. März eine merkwürdige Geländeform. Mitten unter den Mulden sticht ein kreisrundes, tiefes Loch hervor. 

Seither rätseln die Forscher, woher das Loch stammt. Die anderen Löcher und Vertiefungen im Südpol-Eis  – es handelt …

Artikel lesen