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Dicht über den östlichen Horizont hinweg zischt hier ein Perseiden-Meteor über den Eschenberg.  Bild: Markus Griesser/Sternwarte Eschenberg, Winterthur

Die Perseiden kommen! Dieses Jahr gibt es besonders viele August-Sternschnuppen

30.07.16, 20:57 31.07.16, 08:50

Wer sich etwas wünschen möchte, hat dieses Jahr besonders gute Aussichten! Gemäss Vorausberechnungen des finnischen Meteor-Spezialisten Esko Lyytinen und seines russischen Kollegen Mikhail Maslov könnte es dieses Jahr zu einem markant stärkeren Auftreten der Perseiden-Meteore kommen als in anderen Jahren. Liegen die normalen Maxima der hochsommerlichen Schnuppenfälle bei etwa 90 pro Stunde, könnten die diesjährigen Fallraten mit bis zu 160 pro Stunde deutlich höher liegen.

Sternschnuppen überall!

Diese Häufung hängt offenbar mit der Umlauf-Periode des Planeten Jupiter zusammen, die bei knapp 12 Jahren liegt. Der Riesenplanet bündelt mit seiner starken Gravitation die Trümmerprodukte des Kometen 109 P/«Swift-Tuttle» in dichtere Wolken, durch welche die Erde dann in den Tagen um den 12. August fliegt. Die in die Atmosphäre einschiessenden winzigen Kometen-Teilchen lösen in noch grosser Höhe in den Einschusskanälen jene Lichteffekte aus, die man in Anlehnung an abgeschnittene und erlöschende Kerzendochte seit dem 19. Jahrhundert eben «Sternschnuppen» nennt. Und da die August-Meteore scheinbar vom Sternbild Perseus im Nordosten her auf uns zuzufliegen scheinen, tragen sie den Namen «Perseiden».

Auch vor 12 Jahren gab es ein Feuerwerk

Nach Angaben von Markus Griesser, dem langjährigen Leiter der Sternwarte Eschenberg in Winterthur, kam es auch im August 2004 zu einem markant stärken Auftreten der Perseiden- Meteore: «Kurzzeitig fielen damals derart viele Sternschnuppen, dass in unserem Observatorium eine Stimmung aufkam wie bei einem 1. August-Feuerwerk», erinnert sich der erfahrene Astronom. Das Maximum der diesjährigen Perseiden ist am 12. August auf 14.40 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit vorausberechnet, wird bei uns also am Taghimmel eintreten.

Trotzdem dürften in den Nächten davor und danach Vorläufer und Nachzügler auch bei uns ein hübsches Feuerwerk bieten. Ein alter Volksglaube behauptet, wer eine Sternschnuppe sehe, habe einen Wunsch frei. Allerdings darf man sich diesen Wunsch nur denken, nicht laut aussprechen und auch niemandem anvertrauen, nicht mal seinen engsten Freunden. Ausserdem muss man den Wunsch zu Ende gedacht haben, solange die Sternschnuppe noch leuchtet.

Letztere Regel erklärt wohl, weshalb nur so wenige Sternschnuppenwünsche in Erfüllung gehen. Denn unsere Gedanken sind meistens ganz woanders, wenn wieder mal so ein feurigerer Sternengruss durch unser Blickfeld zischt.

Herzlich willkommen in Winterthur

Die Sternwarte Eschenberg offerierte am Freitag, 12. August, und Samstag, 13. August, jeweils ab 21 Uhr Gelegenheit, die Sternschnuppen von einem günstigen Beobachtungsort aus und mit fachkundiger Begleitung mitzuerleben. Der Eintritt ist frei – es gibt eine Kollekte zugunsten der ehrenamtlich betriebenen Sternwarte.

Wer seinen Sternschnuppen-Abend lieber privat erleben möchte, sucht sich mit einem bequemen Liegebett und einer Decke möglichst auf einem Hügel abseits der Stadtbeleuchtung einen Platz mit freier Himmelssicht und achtet dann einfach darauf, dass er oder sie bei diesem so besonders bequemen Blick nach oben nicht plötzlich einschläft …

Tipps für Fotos

Und wer die feurigen Himmelsgrüsse fotografisch einfangen möchte, verwendet eine möglichst lichtstarke Weitwinkel-Optik, setzt die Kamera auf ein Stativ und macht einfach aufs Geratewohl jeweils mehrere Sekunden lang belichtete Aufnahmeserien, vorzugsweise in Richtung Nordosten. Handy-Kameras haben mit dieser Technik hingegen keine Chance. (dhr)

Perseiden verpasst? Tröste dich mit der Milchstrasse!

Du magst Sternschnuppen? Dann kennst du dich sicher in unserem Sonnensystem aus! 

1.Unser Mond ist bei grösster Distanz rund 406'000 Kilometer von der Erde entfernt. Welche der anderen sieben Planeten hätten dann zwischen Erde und Mond Platz?
Die fünf kleinsten.
Die sechs kleinsten.
Alle sieben.
2.Bis auf Merkur und Venus haben alle Planeten in unserem Sonnensystem Monde. Welcher ist der grösste?
Shutterstock
Shutterstock
Titan
Shutterstock
Ganymed
Shutterstock
Kallisto
3.Welcher Planet ist kleiner als der grösste Mond?
Shutterstock
Shutterstock
Merkur
Shutterstock
Venus
Shutterstock
Mars
4.Jupiter ist der grösste der Planeten in unserem System. Wie gross ist sein Anteil an der Gesamtmasse aller Planeten?
Shutterstock
37 Prozent
52 Prozent
71 Prozent
5.Ein anderes Bild entsteht, wenn das Zentralgestirn, die Sonne, miteinbezogen wird. Wie gross ist deren Anteil an der Gesamtmasse des Sonnensystems?
Shutterstock
69,84 Prozent
88,79 Prozent
99,86 Prozent
6.Nichts ist schneller als Licht. Doch benötigt es rund acht Minuten, um von der Sonne zu uns zu gelangen. Wie lange unterwegs ist aber ein Photon, das im Inneren der Sonne entsteht, bis es deren Oberfläche erreicht?
Über 1 Million Jahre.
Über 10'000 Jahre.
Über 10 Jahre.
7.Der Mars ist kleiner als die Erde. Wie gross ist seine Oberfläche, wenn man sie mit der Erdoberfläche vergleicht?
Nasa
Wikipedia
So gross wie die gesamte Wasserfläche der Erde.
Wikipedia
So gross wie die gesamte Landfläche der Erde.
Wikipedia
So gross wie Europa und Asien zusammen.
8.Der Mars hat zwei kleine Monde, Phobos und Deimos. Welche der folgenden Aussagen zu den Marstrabanten ist frei erfunden?
Die Oberfläche von Phobos ist so gross wie die Fläche von London.
Phobos ist derjenige Mond im Sonnensystem, der sich am nächsten zu seinem Planeten befindet.
Phobos wird auf seiner Umlaufbahn seinerseits von Deimos umkreist.
9.Unser anderer Nachbarplanet, die Venus, zeichnet sich durch eine spezielle Eigenschaft aus. Welche?
Shutterstock
Sie hat nur am Südpol eine Eiskappe.
Sie besitzt kein Magnetfeld.
Der höchste Vulkan im Sonnensystem befindet sich auf der Venus.
10.Der Planet der Ringe, der Saturn, weist noch eine weitere Besonderheit auf. Welche ist es?
Nasa
Er rotiert so langsam, dass ein Tag länger dauert als ein Jahr.
Er hat mehr Monde als der Jupiter.
Seine Dichte ist so niedrig, dass er auf Wasser schwimmen würde.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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  • Nomen est omen 31.07.2016 04:25
    Highlight Mit der richtigen App kann auch eine Handykamera mit Stativ zum gewünschten Ergebnis führen. Dazu muss man aber mit einer Handykamera umzugehen zu wissen, was die wenigsten Leute können (leider).
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  • Nomen est omen 31.07.2016 04:15
    Highlight Schööön, ist mir aber Schnuppe ;)
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