Wissen

Wer schön sein will, muss leiden: 17 grausige Behandlungen, die sich Frauen zwischen 1920-40 antaten 

27.04.15, 15:13 04.05.15, 12:23

Leider haben viele Frauen den Ausspruch der wunderschönen Sophia Loren noch nicht ganz verinnerlicht: 

«Charme ist der unsichtbare Teil der Schönheit, ohne den niemand wirklich schön sein kann.»

Denn hätten sie es getan, so verlöre der Schönheits-Wahn vielleicht ein bisschen von seinem wahnhaften Wesen. Aber nun gut. Sophia Loren war ja auch sehr schön. Dann kann man natürlich schnell mal mit Charme argumentieren. 

Für alle anderen gab es allerhand seltsame Methoden, die äussere Schönheit kräftig aufzupolieren. Hier eine Auswahl:

Sommersprossen mit CO2 «wegfrieren», 1930er

In den 30ern setzte man doch tatsächlich Kohlenstoffdioxid gegen Sommersprossen ein. Dass man diese herzigen Tupfen überhaupt verschwinden lassen will, ist die reine Katastrophe. 

bild: reddit

Während der Behandlung wurden die Augen der Patientin mit einer Art luftdichten Kappe verdeckt und auch die Nasenlöcher wurden zugepfropft. Die Atmung wurde durch eine spezielle Röhre ermöglicht. 

So ist es doch viel einfacher, Makeup aufzutragen, 1930er

Der polnisch-US-amerikanische Kosmetik-Unternehmer Max Factor entwickelte dieses gruselige Gerät in den 30ern, um den Frauen das Schminken zu erleichtern. 

bild: wikilinks

Aber irgendwie sieht die Dame nicht sehr angetan aus. Und wie die Frisur danach aussehen muss! 

bild: wikilinks

Apropos Haare: 

Die ewigen Locken, 1910-20 

Gut, wandelte zur selben Zeit der deutsche Frisör Karl Ludwig Nessler durch die Schönheitssalons der 20er. Diesem Mann ist bei seiner Tätigkeit als Hirte aufgefallen, dass Schafe im Gegensatz zu den meisten Menschen in den Genuss kommen, eine ständig gelockte Haarpracht mit sich herumzutragen. Und diese Dauerwellen wollte er der Spaghetti-Haar-Fraktion nicht länger vorenthalten. 

In Paris lernte er Katharina kennen, die sich sofort bereit erklärte, sein erstes Testopfer zu sein. Und sie wurde wirklich ein Opfer. Von Brandblasen. Und die Wellen machten auch schlapp. Erst beim dritten Versuch gelang es: Nessler wickelte die Haar-Strähnen – mit einem geheimnisvollen Gemenge eingestrichen – schraubenförmig auf Metallstäbe und erhitzte sie mit einer sehr heissen Zange. Aber he, Dauerwellen für ein bisschen versengte Kopfhaut, da kann man jetzt nichts sagen. Und Ludwig hat Katharina danach mitsamt ihren Brandblasen geheiratet. 

Das Dauerwellen-Machen konnte Stunden dauern. bild: pinterest

Ein Koloss von einem Fön, 1920er 

Dieses Prachtsexemplar stammt aus den 1920ern. Auch wenn die Grösse etwas übertrieben scheint, war dieser Fön sehr fortschrittlich. Denn vorher haben sich die Frauen mit dem Staubsauger die Haare getrocknet. Sie montierten einfach einen Schlauch am «Auspuff» des Staubsaugers, wo die eingesaugte Luft wieder herauskam. 

Niedergaren tut man nicht nur das Gemüse, sondern auch die Haut, 1944

Diese Frau dampft gerade ihr Gesicht ein. Auf dass die Haut weich und porentief rein wird. Ein Hoch auf den Steamer! 

Bild: Hulton Archive Creative

Der gummige Vorgänger von Botox, 1920er

Noch weit entfernt davon, sich Nervengift unter die faltige Haut zu spritzen, tragen diese beiden Damen Gummimasken zur Bekämpfung der Alterserscheinungen. 

bild: wikilinks

Du hast da ein bisschen Radioaktivität im Gesicht, 1920-30

Zwischen den 20er und 30er Jahren wurden den Kosmetik-Artikeln oft Radium beigemischt. Dieses radioaktive Element hatte Marie Curie mit ihrem Ehemann im Jahr 1898 entdeckt. Und sie hat sicher nicht vorgeschlagen, man solle Radium doch zur Hautpflege oder für die Krebsheilung benutzen. 

Aber als die sogenannten «Radium Girls» Krebstumore an Zunge und Lippen bekamen, ging den Menschen ein Licht auf. Die Mädchen bemalten die Zifferblätter in Orange, New Yersey, mit selbstleuchtender Radium-Farbe und spitzten die Pinsel mit ihrem Mund. Das konnte nicht gesund sein. 

Eine Wärmemaske aus dem Horrorkabinett, 1940

Dieses fischkopfähnliche Ding ist eine Wärmemaske, die die Zirkulation stimulieren sollte, indem sie das Gesicht – ja eigentlich den ganzen Kopf erhitzte. Das lässt die Haut so richtig frisch aussehen!

bild: wikilinks

Im Schlaf Grübchen kriegen – oder auch Löcher, 1936

Während die Dame sich schlafen legt, zaubert diese Maschine Grübchen in ihr Gesicht. Die Apparatur besteht aus einer Feder, die um den Kiefer getragen wurde, mit zwei kleinen Noppen, die in die Backen gepresst wurden. Na dann gute Nacht. 

bild: free1

Der Mythos des vibrierenden Schlankheitsgurts, 1920er

Auf diese vibrierenden Gurte fallen die Leute ja noch heute herein. Sie tragen dabei einfach nicht mehr ihr Nachthemd, sondern ihre Trainerhosen. Damit es ein bisschen mehr nach Sport aussieht. Durch die Vibration des Gürtels kontraktieren die Muskeln und verbrennen der Theorie zufolge einen Haufen Kalorien. Also einfach ein paar Mal in diese rüttelnde Schlaufe hangen und zack ist man schlank. 

Bild: Hulton Archive

Sieht scheisse aus, aber schützt dich vor Sonnenbrand, 1930er

Das ist ja mal etwas Praktisches! Ein Nasenschutz, der direkt an der Sonnenbrille montiert ist. Die Sonne hat keine Chance, dein Riechorgan zu röten. Aber erst musst du dich halt mit diesem Gestell heraustrauen. Weil schön ist ja schon anders. 

Sieht auch scheisse aus, aber schützt dich auch vor Sonnenbrand, 1920er

Obwohl man in den 1920ern nicht mehr so sehr auf die «edle Blässe» bedacht war und sich immer mehr der Sonne zuwendete, mehrheitlich in frechen, rückenfreien Badeanzügen, war man natürlich auch nicht gerade darauf aus, sich einen Sonnenbrand zu holen. 

Bild: London Media

Die Sonnencreme sollte erst ein Jahrzehnt später entwickelt werden. Also was blieb einem anderes übrig, als sich mit diesem pellerinenartigen Umhang vor den fiesen Strahlen zu schützen? Und he, die Sonnenbrille war direkt eingenäht!

Massage-Stühle sind auch heute nichts Schönes, aber dieser hier übertrifft alles, 1940er

Willkommen im «Schlankmacher-Salon» der 40er: Hier musst du dich nur in den Stuhl setzen und diese Metallrollen massieren dich schlank.

bild: wikilinks

Diese Maschine saugt dir alle Unreinheiten schwups aus der Haut, 1930er

Die kleinen Glasglöcklein saugen sich mittels einer Vakuum-Maschine an deinem Gesicht fest und schlürfen derart die verunreinigten Poren leer. Ergebnis: klare, gesunde, reine Haut!

bild: wikilinks

Nur Eis, bitte keinen Alkohol mehr, 1940er

Das ist die «Hangover Heaven»-Maske von Max Factor. Die Würfel waren aus Plastik und wurden mit Wasser gefüllt, um dann – gefroren selbstverständlich auf dem Gesicht verteilt zu werden. Das hat bei den partysüchtigen Hollywood-Stars der 40er Wunder gewirkt. 

bild: wikilinks

P.s. Diese Eismakse überzeugt uns sehr. Wie steht's mit euch? 

Umfrage

Willst du auch eine «Hangover-Heaven»-Maske?

  • Abstimmen

824 Votes zu: Willst du auch eine «Hangover-Heaven»-Maske?

  • 52%Her damit!
  • 9%Pfff.
  • 38%Ich will lieber diese Nasen-Sonnenbrille!

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0Alle Kommentare anzeigen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!

Die vergessenen Jahre des Terrors: In den 70ern und 80ern zogen Terroristen eine Blutspur durch Europa

Weltweit gab es seit 1970 über 156'000 Terroranschläge. In der Schweiz ist seit 20 Jahren niemand mehr einem Attentat zum Opfer gefallen. Doch in den 70er- bis 90er-Jahren ermordeten Terrorgruppen teils Hunderte Menschen jährlich in Westeuropa. Eine Übersicht von 1970 bis Manchester 2017.

Zusammenfassung: In den 70er- bis 90er-Jahren töteten meist europäische Terrorzellen jährlich 100 bis 400 Menschen in Europa. Seit der Jahrtausendwende nehmen die Attentate in Westeuropa und in der Schweiz stark ab. Von 2001 bis 2015 entfielen nur 0,3 Prozent der Terroropfer auf Westeuropa. Hauptsächlich aufgrund der Attentate in Paris und Nizza stieg die Opferzahl zuletzt wieder auf rund 150 Menschen pro Jahr, sprich auf das Niveau der 80er-Jahre. Weltweit nimmt der Terrorismus seit 2005 zu …

Artikel lesen