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Forscher haben die ewige Essens-Fotografiererei zu wissenschaftlichen Zwecken genutzt.
Bild: shutterstock

Dank Handy-Fotos herausgefunden: Wer eine 12 Stunden lange Essens-Pause einlegt, bleibt schlanker

Forscher liessen sich von Versuchsteilnehmern Bilder ihres täglichen Essens schicken. Das Experiment offenbarte nicht nur erstaunliche Verhaltensweisen, sondern könnte einen Ansatz zum Abnehmen liefern.

28.09.15, 07:39

Ein Artikel von

Während sie wach sind, beschäftigen sich US-Amerikaner einen grossen Teil ihrer Zeit mit Essen. Zu dieser Erkenntnis kamen Shubroz Gill und Satchidananda Panda vom kalifornischen Salk Institut für Biologische Studien, als sie das Essverhalten von 300 gesunden Erwachsenen auswerteten. Mit der Studie wollten die Forscher herausfinden, ob die Zeitspanne zwischen erster und letzter Mahlzeit am Tag das Körpergewicht beeinflusst.

Für derartige Untersuchungen sind Wissenschaftler meist auf Fragebögen angewiesen, in denen die Teilnehmer freiwillig über ihre Essgewohnheiten Auskunft geben. Diese Angaben sind aber oft wenig verlässlich, weil kleine Mahlzeiten häufig vergessen werden. Gill und Panda wählten deshalb einen anderen Ansatz: Die Versuchspersonen sollten ihnen mittels einer eigens programmierten App Bilder von allen verzehrten Mahlzeiten und Snacks schicken.

Das klappte offenbar besser, als die Forscher erwartet hatten. «Eine erfreuliche Überraschung war, wie schnell die Teilnehmer sich daran gewöhnten, von allem, was sie assen oder tranken, ein Bild aufzunehmen», sagt Gill. «Das ist ein Beispiel für eine neue Art von Untersuchungen, die die massive Verbreitung von Smartphones ermöglicht hat.»

Schokolade um zehn Uhr morgens

Die meisten Teilnehmer hatten vorab angegeben, vor allem zu den drei Hauptmahlzeiten morgens, mittags und abends zu speisen. Von den Bildern gewannen die Forscher einen ganz anderen Eindruck. Tatsächlich assen viele Versuchspersonen sehr unregelmässig und griffen häufig zu Snacks. Jedes vierte Essen nahmen sie nicht einmal eineinhalb Stunden nach der letzten Mahlzeit ein, wie Gill und Panda im Fachjournal «Cell Metabolism» berichten. Die ersten Bilder von Schokolade und Süssigkeiten gingen schon um zehn Uhr morgens ein.

Insgesamt verzehrten die Beteiligten aber nur ein Viertel ihres täglichen Kalorienbedarfs vor dem Mittag. Mehr als ein Drittel entfiel auf die Stunden nach sechs Uhr abends. Bei der Hälfte der Versuchspersonen verteilte sich die Nahrungsaufnahme auf einen Zeitraum von rund 15 Stunden.

Diese lange Zeitspanne könnte Folgen für die Gesundheit der Betroffenen haben, vermuteten die Wissenschaftler. Sie hatten den Verdacht, dass über den ganzen Tag verteilte Essenszeiten die innere Stoffwechseluhr durcheinander bringen könnten. Eine frühere Studie an Mäusen hatte bereits gezeigt, dass eine längere Essenspause während der Nacht Gewichtsprobleme verbessern kann, selbst wenn die Menge der aufgenommenen Nahrung sich nicht ändert.

Längere Pause, weniger Kalorien

Die Studienautoren wollten wissen, ob das auch bei Menschen der Fall ist. Sie baten deshalb acht Versuchspersonen, die alle übergewichtig waren und täglich über mindestens 14 Stunden verteilt assen, nur noch über zehn bis zwölf Stunden hinweg Nahrung zu sich nehmen. Tatsächlich verloren die Betroffenen innerhalb von 16 Wochen im Durchschnitt knapp mehr als drei Kilogramm Gewicht.

Das dürfte nicht zuletzt daran gelegen haben, dass die Menschen infolge des Verzichts insgesamt weniger Kalorien aufnahmen. Wie stark sich die kürzere Essenszeit auswirkte, muss sich also noch zeigen.

Gill und Panda folgern: Die Zeit für die tägliche Nahrungszufuhr zu begrenzen, könnte ein einfaches Mittel zum Abnehmen sein. Mit mehr Testpersonen könnten sie ihre Vermutung genauer erforschen, hoffen sie. Auf den Mitternachtssnack zu verzichten, ist bis dahin aber bestimmt eine gute Idee. (sou)

Merh zum Thema: So viel darf man für 200 Kalorien essen

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Brikne, 20.7.2017
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  • boexu 28.09.2015 08:15
    Highlight Da hat sich ein kleiner Schreibfehler eingeschlichen.
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  • Gelöschter Benutzer 28.09.2015 08:14
    Highlight Ich dachte, "dinner cancelling" wäre schon länger bekannt und erforscht. Interessant, dass dies als neu publiziert wird.
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    • Frohes Locken 28.09.2015 08:41
      Highlight Nur gehts in diesem Artikel nicht um "Dinner cancelling", sondern konnten die Forscher erweisen, dass längere Zeiträume, ohne zu Essen auch zu einer Gewichtsreduktion führen, auch wenn die Kalorienanzahl gleich bleibt. Also wenn zum Beispiel zwischen 6 Uhr Abends und 8 Uhr morgens nichts gegessen wird. Also ohne eine Mahlzeit auszulassen.
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    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 28.09.2015 11:01
      Highlight Nein, sie konnten es nicht erweisen. Deswegen steht ja auch:
      "Wie stark sich die kürzere Essenszeit auswirkte, muss sich also noch zeigen."
      Weniger Essen hilft beim abnehmen, alles andere ist Gugus.
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  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 28.09.2015 08:14
    Highlight Ach so, wenn man weniger isst, nimmt man ab? Was für eine Erkenntnis :-P
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    • Hayek1902 28.09.2015 08:46
      Highlight es geht darum, wie man es sich verkauft. beispiel: ich esse nichts mehr nacht 18.30 und vor 7 uhr
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