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Zürcher Studie zeigt, wie LSD im Gehirn Relevanz erzeugt

26.01.17, 18:00 26.01.17, 18:12

Forschende der Uni Zürich haben herausgefunden, wie das Halluzinogen LSD das Gehirn dazu bringt, bestimmten Dingen und Erlebnissen mehr Relevanz beizumessen als normalerweise. Die Erkenntnis könnte auch helfen, psychische Krankheiten besser zu verstehen.

Wer hat's erfunden? Genau, ein Schweizer: Albert Hofmann (1906 - 2008) entdeckte in Basel die Wirkung von LSD. Bild: KEYSTONE

Ein Forscherteam der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich hat untersucht, wie das Gehirn Erlebtem Bedeutung zuordnet und wie sich dieser Prozess unter LSD verändert. Dabei stiessen die Forschenden auf die zentrale Rolle von einem bestimmten Typ von Andockstellen für den Botenstoff Serotonin: den sogenannten Serotonin-2A-Rezeptor. Das teilte die Universität Zürich am Donnerstag mit.

Diese Andockstellen stimuliert LSD und verändert so die Bedeutungswahrnehmung, wie die Forschenden im Fachblatt «Current Biology» berichten. Für die Studie liessen Katrin Preller, Franz Vollenweider und ihre Kollegen 22 Studienteilnehmer Musikstücke bewerten.

Unbedeutendes wird bedeutungsvoll

Vor Beginn des Versuchs kategorisierten die Teilnehmenden 30 Musikstücke nach der persönlichen Bedeutung, die sie ihnen beimassen. Während mehrerer Sitzungen für das Experiment sollten sie die gleichen Stücke noch einmal bewerten - mal unter Einfluss von LSD, mal nur nach Einnahme eines Scheinmedikaments (Placebo).

«Vorher als unbedeutend klassifizierte Musikstücke wurden unter LSD plötzlich zu persönlich bedeutenden Musikstücken», fasste Preller das Ergebnis gemäss der Mitteilung zusammen. Damit scheine das Rauschmittel genau auf das Netzwerk einzuwirken, das auch bei einigen psychischen Erkrankungen so verändert ist, dass Dingen eine überhöhte Bedeutung beigemessen werden. Beispielsweise bei Phobien, Depressionen oder Sucht ist das der Fall.

Dass dabei die Serotonin-2A-Rezeptoren eine Hauptrolle spielen, konnten die Wissenschaftler mit Medikamenten beweisen, die eben diese Andockstellen blockieren. Bei einer der Versuchsdurchläufe verabreichten sie den Probanden vor der Einnahme von LSD diese blockierenden Wirkstoffe. Daraufhin blieb das Bedeutungserleben normal. Ebenso blieben alle weiteren sonst durch LSD ausgelösten psychischen Veränderungen aus.

Im Kopf von LSD-Busfahrer Otto von den «Simpsons». Video: YouTube/Nathan Pearson

Überraschende Schlüsselrolle

Dass sich die Wirkung des Rauschmittels allein durch Blockade der Serotonin-2A-Rezeptoren aufheben liess, überraschte die Forschenden, «denn aus Studien mit Tieren ging hervor, dass LSD auch weitere Rezeptoren wie das Dopamin D2-System stimuliert», so Preller. Bisher ging man davon aus, dass letzteres für die euphorisierende Wirkung von LSD verantwortlich sei.

Das sieht ein Computer auf LSD

Ausserdem wurde bislang vermutet, dass mehrere Rezeptorsysteme am Bedeutungserleben beteiligt seien. Die neuen Ergebnisse zeigten jedoch, dass die Serotonin-2A-Rezeptoren offenbar eine Schlüsselrolle spielten, schrieb die Uni Zürich.

Diese neuen Erkenntnisse darüber, wie das Gehirn Relevanz generiert, könnten zur Entwicklung neuer Wirkstoffe beitragen, um psychisch Erkrankten mit verändertem Bedeutungserleben zu helfen.

(sda)

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  • Waedliman 30.01.2017 18:04
    Highlight Ich hatte auf meinem einzigen LSD-Trip angeblich sehr viel Spass. Leider kann ich nicht behaupten, dass ich darauf einen Einfluss hatte. Mein Bewusstsein war überhaupt nicht geschärft, meine Laune indes sprühte Funken und ich konnte plötzlich eine Fremdsprache perfekt brabbeln. Nach 2 Stunden schlief ich auf der Stelle ein.
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  • Max Havelaar 27.01.2017 05:35
    Highlight Albert Hofmanns Aussage war, dass nicht er das LSD gefunden habe...

    ...sondern das LSD ihn ;-)
    17 0 Melden
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  • Rendel 26.01.2017 23:44
    Highlight Ich erfahre nichts darüber ob die Probanden, die neuen Bedeutungen als positiv oder negativ erfahren haben. Nur weil etwas Bedeutung bekommt, muss das ja nicht negativ sein. Wenn man nichts mehr Bedeutung beimisst, wird man zum Zombie, auch wenn man dann vielleicht nicht mehr leidet, weil man dem Leiden auch keine Bedeutung mehr beimisst.
    6 2 Melden
    • Duweisches 27.01.2017 13:06
      Highlight Das war wohl kaum negativ gemeint, dass auf LSD vorher unwichtige Dinge wichtiger erscheinen ist ja weder etwas neues noch etwas schlechtes...
      3 0 Melden
    • Rendel 27.01.2017 19:12
      Highlight Es wurde darauf verwiesen, dass Depressive, Phobiker, den Dingen auch mehr Bedeutung zuschreiben. Das sind ja negative Zustände bzw. Krankheiten im Erleben, also negative starke Bedeutung. Darum meine Frage.
      Es wird nicht nach der Ursache geforscht, warum Phobiker und Depressive gewissen Dingen eine negative Bedeutung beimessen.
      Es steht auch nichts von einer Kontrollgruppe von Phobikern, Depressiven und Süchtigen. Ob die das gleiche Muster haben.
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  • senfmayo 26.01.2017 22:25
    Highlight Ich wusste gar nicht, dass man Leute für Studien auf LSD setzen darf. Wo kann man sich da melden?
    12 0 Melden
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  • saeltsam 26.01.2017 19:39
    Highlight
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  • Hades69 26.01.2017 18:51
    Highlight Lsd sollte nun endlich als Therapie-Hilfsmittel bei psychisch gestörten Individuen erlaubt werden! Die Heilquote ist faszinierend hoch, wie frühere Studien zeigten!
    12 0 Melden
    • saukaibli 27.01.2017 07:23
      Highlight Finde ich auch, und anfangen sollten sie mit Trump, Erdogan, Orban und Putin. Denen würde ein schöner Trip mit Bewusstseinserweiterung mal wirklich gut tun.
      13 4 Melden
    • blobb 27.01.2017 19:12
      Highlight Man könnte den Chemtrail über den USA LSD beimischen. Vieleicht löst sich dann das Problem von Selbst.
      5 0 Melden
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