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Inzestuöse Fehlbildungen: Pharao Tutanchamun. Bild: BBC/STV Productions

Königliche Inzucht

Tutanchamun hatte Hasenzähne, weibliche Hüften und einen Klumpfuss

Tutanchamun war erst 19, als er starb. Der Pharao, dessen Eltern Geschwister waren, litt an den Folgen des Inzests seiner Eltern. Das zeigt eine «virtuelle Autopsie», die Daten von über 2000 Computertomographien ausgewertet hat. 

21.10.14, 19:05 22.10.14, 09:27

Nur etwa neun Jahre lang, von 1332 bis 1323 v.Chr., sass der junge Pharao der 18. Dynastie des ägyptischen Neuen Reichs auf dem Thron. Berühmt wurde Tutanchamun denn auch nicht durch seine Herrschaft, sondern durch die Entdeckung seines Grabs mit der von kostbaren Schätzen umgebenen Mumie im Tal der Könige im Jahr 1922. Wer kennt nicht seine prunkvolle goldene Totenmaske?

Faszinierender Prunk: Tutanchamuns goldene Totenmaske.  Bild: Wikipedia/MykReeve

Weniger beeindruckend war wohl das Äussere des jungen Herrschers: Er hatte vermutlich vorstehende Hasenzähne und breite Hüften wie eine Frau. Zudem litt er unter einem Klumpfuss. Dieses wenig schmeichelhafte Bild des realen Tutanchamun ist das wissenschaftlich fundierte Ergebnis einer «virtuellen Autopsie», bei der Forscher die Daten von mehr als 2000 Computertomographien der berühmten Mumie ausgewertet haben. 

Überbiss: Rekonstruktion des königlichen Gesichts. Bild: BBC/STV Prtoductions

Zahlreiche Brüche und ein Loch im Schädel

Der Sohn des Pharaos Echnaton soll auch nicht, wie bisher angenommen wurde, an einem Unfall beim Wagenrennen gestorben sein. Auch ermordet wurde er nicht, wie britische Medien berichten. Das Skelett weist zwar zahlreiche Brüche auf, zudem klafft ein Loch hinten am Schädel. Doch bis auf eine schwere Fraktur am Knie, die er kurz vor seinem Tod erlitt, wurden ihm diese Verletzungen erst nach seinem Ableben zugefügt. 

Tutanchamuns körperliche Gebrechen zwangen ihn dazu, am Stock zu gehen. In seinem Grab lagen denn auch 130 gebrauchte Krücken. An einem Wagenrennen konnte er, der mit seinem deformierten Fuss nicht richtig gehen konnte, sicher nicht teilnehmen. Der Pharao, der auch an Malaria litt, war durch seine genetischen Defekte stark geschwächt – Folge der Geschwisterehe seiner Eltern, die durch DNA-Analysen belegt ist. 

Inzest als Herrscherbrauch

Der Brauch der Geschwisterehe war besonders im ptolemäischen Ägypten weit verbreitet, kam aber auch bei den Pharaonen früherer Epochen vor. Der Inzest, der manchmal über mehrere Generationen hinweg stattfand, führte zu schweren Folgeschäden. (dhr)

BBC-Dokumentation

Der britische TV-Sender BBC One zeigt die Befunde der Wissenschaftler am 26. Oktober um 21 Uhr (GMT) in der Dokumentation «Tutankhamun: The Truth Uncovered».

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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