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Klar zu sehen: Rudy Simone liebt ihren Schmuck. Bild: zvg

Frau Simone hat Asperger: «Ich habe immer Schmerzen, ausser, wenn ich mich freue.»

Ein Gespräch mit der amerikanischen Autorin Rudy Simone über ein sehr spezielles, rundum kontrolliertes Leben.

Publiziert: 17.11.16, 17:20 Aktualisiert: 20.11.16, 21:13

Wir lieben Menschen mit Asperger-Syndrom! Jedenfalls wenn sie Dr. House, Saga Norén, Sherlock Holmes oder Sheldon Cooper heissen und erfunden sind. Brutal egomane, nerdige Genies mit amüsanten Kommunikations-Störungen, Zwangsneurosen und Phobien. Das Asperger-Syndrom gilt als eine milde Variante innerhalb des Austismusspektrums. Die amerikanische Autorin Rudy Simone ist selbst ein «Aspie» – so nennt sie Menschen mit Asperger-Syndrom.

Weihnachten naht. Haben Sie Angst, Geschenke zu kriegen?
Ich bin keine Christin, ich krieg eh keine Weihnachts-Geschenke. Aber ja, für Aspies ist es oft schrecklich, überrascht zu werden. Sie wissen dann, dass jemand für sie Geld ausgegeben und sich Gedanken gemacht hat, aber sie finden das Geschenk trotzdem scheisse und können dies auch nicht verbergen.  

Was ist Ihre Lösung?
Ich mach das ganz unromantisch. Ich sage: Ich will genau das, schenk mir nichts anderes, sonst verschwendest du bloss dein Geld.  

Sheldon Cooper (Jim Parsons) aus der «Big Bang Theory», komplexer Vorzeige-Aspie mit einer Million Neurosen.  Bild: CBS

Das ist ja eigentlich für beide Seiten ganz praktisch.
Ja! Angenommen mein aktueller, schwer autistischer Liebhaber käme trotz allem auf die Idee, mir was zu Weihnachten schenken zu wollen, würde ich ihm nichts direkt aufdrängen. Aber ich würde sagen: Schmuck wäre schön!

Und wäre er froh darüber?
Ja sicher. Er müsste dann nicht mühsam versuchen, meine möglichen Wünsche zu erahnen. Leider kann er sich den Schmuck nicht leisten.

«Als ich den Begriff ‹Asperger› zum ersten Mal hörte, klang das für mich wie eine seltsame Burger-Variante mit Fleisch, das vom falschen Ende der Kuh kommt.»

Rudy Simone

Hassen Sie eigentlich alle Überraschungen?
Was ich gar nicht ausstehen kann, ist, wenn jemand unangemeldet an meiner Tür klingelt. Ich sage immer: Selbst wenn Colin Farrell nackt auf einem Einhorn vor meiner Tür stünde, ich würde ihn zum Teufel jagen! Aber ich habe gelernt, andere Überraschungen zu schätzen. Zum Beispiel Schmuck oder Einladungen zum Essen. Einfach war das nicht, ich musste dazu meine Komfortzone brutal verlassen.

Meine Kollegin Anna Rothenfluh lässt Sie fragen, ob Sie Aspies auf den ersten Blick erkennen können. Und ob Sie nicht mal bei uns durch die Redaktion gehen und die Aspies unter uns identifizieren könnten.
Oh ja, spielen wir «Finde den Aspie»! Mein Lieblingsspiel! Wir stellen alle hinter eine Wand und fragen: «Was ist deine liebste TV-Serie?» Wer «Big Bang Theory» sagt, ist ein Aspie. Leider geht es nicht so einfach, auch wenn ich gerne Asperger-Diplome aushändigen möchte. Die Typen, die bei euch gerade auf dem Flur Pingpong spielen, sehen jedenfalls nicht sehr autistisch aus. 

Schauen Sie die «Big Bang Theory»?
Nein. Aber alle sagen, ich muss. Weil dieser Sheldon Cooper ein Vorzeige-Aspie sei. Das Problem ist bloss: Wenn ich eine Serie schaue, muss ich alles sehen. Da kann ich mich auch nicht auf eine einzelne Staffel beschränken. Aber ich liebe «Penny Dreadful», ich tendiere sehr zum Gothic Horror und zu Serienkillern. Und «Sherlock» ist grossartig.

Benedict Cumberbatch wurde als Sherlock zum Identifikations-Idol der Aspies. Bild: bbc

Ist die Zunahme der Menschen, bei denen ein Asperger-Syndrom diagnostiziert wird, eine Folge der digitalen Revolution?
Absolut, sie ist zu einem grossen Teil dafür verantwortlich. Da hatte man all die Menschen, die vor dem Internet in grosser Verwirrung durch ihr Leben strauchelten und sich für vereinzelte Freaks hielten. Als ich den Begriff «Asperger» zum ersten Mal hörte, klang das für mich wie eine seltsame Burger-Variante mit Fleisch, das vom falschen Ende der Kuh kommt. Mit dem Internet haben wir Informationen und Leidensgenossen gefunden.

Ist der virtuelle Raum nicht auch sowas wie ein Aspie-Paradies?
Für einige sicher. Aber wie jede eskapistische Sucht – Videogames, Netflix, Drogen, Alkohol –, ist auch diese gefährlich. Als ich jung war, habe ich zum Beispiel wie verrückt meine Sinnenswahrnehmungen trainiert. Um dann zu merken, dass ich mich in einen vollkommenen Kontrollfreak verwandle. Auch totale Kontrolle ist eine Art von Eskapismus.

Ist es schwierig, Freude zu lernen?
Nein, ich bin jemand, der sich über vieles freut und vieles geniessen kann. Das Problem ist bloss, dass mir noch viel mehr Schmerzen bereitet. Wie viele Aspies bin ich hypersensitiv. Grundsätzlich habe ich immer körperliche Schmerzen, ausser, wenn ich mich freue.

Gefühle? Versteht sie nicht. Die schwedische Kommissarin Saga Norén (Sofia Helin) in «The Bridge». Bild: BBC

Leiden Sie jetzt gerade unter Schmerzen?
Ja! Es ist nicht ein klarer Schmerz, kein Kopfschmerz oder so. Eher, als würde man ganz leicht unter Strom stehen, so ein elektrisches Kribbeln im ganzen Körper, das mich packt, sobald ich mit Menschen zusammen bin. Es ist wie so ein animalischer Fluchtinstinkt.

Und was  würden Sie tun, wenn Ihnen wohl wäre?
Dann würde ich am liebsten auf diesen Tisch hier springen und singen! Aber sowas tut man nicht in unserem Alltag.

Sie haben bereits ein Buch über Frauen mit Asperger geschrieben, über die «Aspergirls», jetzt eins über Männer. Was unterscheidet die beiden?
Grundsätzlich hassen Aspies eine Aufteilung nach Geschlechtern, Rassen oder Alter, sie ignorieren die Hülle eines Menschen vollkommen. Okay, ich rede jetzt hier sehr normativ. Einem Mann kann man einen Computer geben, er verschwindet damit, vergisst den Rest der Menschheit und ist zufrieden. Seine Probleme kann er perfekt ausblenden. Eine Frau spürt, dass was nicht stimmt, sie wird zur Detektivin, zermürbt sich, sucht nach Gründen und Schuld und zieht sich noch mehr in sich selbst zurück. Ihr Leben wird unendlich kompliziert.

Dr. Gregory House (Hugh Laurie). Selbstzerstörerisches Genie. Bild: fox

Asperger klingt eigentlich wie die perfekte Entschuldigung für jeden Beziehungsphobiker: Er vergisst alles, schert sich nicht um Romantik, ist rücksichtslos und egoistisch.
Ich höre oft die Klage: Wenn er kein Aspie wäre, so wäre alles perfekt! Ich sage dann: Vielleicht, aber vielleicht würdet ihr auch dann nicht zusammen passen. Liebe ist zwar die beste Motivation, aber der Aspie wird sich selbst dadurch nur ein winziges bisschen verändern. Es ist unmöglich, über ihn Kontrolle zu erlangen, wir können bloss unsere Reaktion auf ihn kontrollieren.

«Der ganze amerikanische Nationalstolz ist doch bloss Gehirnwäsche.»

Rudy Simone

Was können Aspies gut?
Ein Freund von mir ist zum Beispiel der beste Vater der Welt. Er kann sich total in dieser Aufgabe verlieren und darin aufgehen, sie strengt ihn überhaupt nicht an.

Und was ist ihr grösstes Problem?
Der Arbeitsmarkt. Gerade in Amerika sind Einzelkämpfer und Individualisten nicht mehr gefragt. Es geht nur noch ums Team. Wenn dann noch der Druck einer Wirtschaftskrise hinzukommt, haben Aspies so gut wie keine Chancen mehr.

Ihr Kapitel über das Schlafen hat mich sehr gerührt. Sie schreiben, dass die richtigen Stoffe total wichtig sind, damit ein Aspie darin schlafen kann. Ich musste sofort an weichen Flanell denken.
Die Beschaffenheit der Laken und des Pyjamas, die Temperatur und das Gewicht der Decke sind irrsinnig wichtig. Natürlich kann man sich bis zu einem gewissen Grad über Therapien desensibilisieren. Ich habe das dank Schlaftabletten geschafft. Davor schlief ich so gut wie nie, oft blieb ich vier Tage lang hintereinander wach. Heute brauche ich keine Tabletten mehr.

Die Ermittlerin Sonya Cross (Diane Kruger) im amerikanischen Remake von «The Bridge».  bild: FX

Vor wenigen Tagen haben Sie sich entschieden, nach einem längeren Aufenthalt in Frankreich ganz dazubleiben. Wieso?
Ich bin offiziell ein politischer Flüchtling. Wenn mich jemand adoptieren oder sich meines Falls annehmen will, bitte! Nein, Quatsch. Eigentlich hätte ich vor ein paar Tagen zurück fliegen sollen, aber jetzt, nach der Wahl, kann ich mir nicht vorstellen, je wieder zurückzukehren. Ich habe schon überall gelebt, in Europa, Asien, Neuseeland und es gefällt mir überall besser als in Amerika, ich spüre einfach keine innere Verbindung zu dem Land.

Kein Fünkchen Patriotismus?
Der ganze amerikanische Nationalstolz ist doch bloss Gehirnwäsche. Ironischerweise habe ich meinen ersten Preis als Autorin für einen Essay mit dem Titel «Wieso ich stolz bin, Amerikanerin zu sein» erhalten.

Wie jung waren Sie da?
Zwölf.

Rudy Simones neues Buch

«22 Dinge die eine Frau wissen muss, wenn sie einen Mann mit Asperger-Syndrom liebt» heisst Rudy Simones Ratgeber mit dem obsessiv langen Titel, der im Zürcher Kommode Verlag erschienen ist. Er liest sich, als würde man der Beziehungsgeschichte von Amy und Sheldon aus der «Big Bang Theory» folgen. Der Effekt: Nach der Lektüre finden wir garantiert alle leicht autistische Züge in uns oder unseren Partnern ...

Das macht Zwangsneurotikern Freude: 55 Perfektionisten bei der Arbeit

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User-Review:
schlitteln - 18.4.2016
Guter Mix zwischen Seriösem und lustigem Geblödel. Schön gibt es Watson.
40 Kommentare anzeigen
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  • kleiner_Schurke 18.11.2016 09:44
    Highlight Das geht dann etwa so: Als Studenten sollten wir die stärke der Corioliskraft auf einen ICF der von Hamburg nach München fährt berechnen. Ich nahm die Formelsammlung, schlug die Formel nach, setzte die Zahlen ein, fertig. ER: stellt sich die Erde als Kugel vor, legte ein x,y Koordinatensystem über die Kugel, nahm die Koordinaten des Zuges, wandelte diese in Polarkoordinaten um, erhielt eine Matrix, normalisierte diese (glaube ich) und bekam am Ende die Formel die in meiner Formelsammlung stand. Beim Mittagessen spritze er mit dem Randendsalat derart rum, das ich mein Hemd wechseln musste.
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    • kleiner_Schurke 18.11.2016 23:51
      Highlight Für die Blizer: besser gekonnt?
      2 2 Melden
    • ZH27 20.11.2016 09:07
      Highlight Ich habe geblitzt ;) Ich verstehe den Punkt hier nicht so ganz. Dieser "er" hat hat also die Formel hergeleitet und du nicht? Das kann man ja durchaus mal machen, wenn man sich für ein Thema interessiert (man hat dann ja doch ein bisschen ein tieferes Verständnis). Und was hat das mit dem Randensalat zu tun? Man kann sich natürlich ständig mit anderen vergleichen und sich einreden, dass man halt trotzdem "besser" ist. Mal abgesehen davon, dass es da kein Mass dafür gibt, würde ich persönlich rein für den Seelenfrieden nicht empfehlen ;)
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    • kleiner_Schurke 20.11.2016 11:53
      Highlight Nein meine Punkt war das solche Leute intelligenztechnisch extrem überlegen sein können. Im Alltag hingegen versagen sie oft kläglich. Sheldon Cooper ist so ein typischer Fall. Das macht das Zusammenlaben arbeiten nicht gerade einfach. Die Rolle des Dummkopfes der ständig Amme spielen muss ....
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  • kleiner_Schurke 18.11.2016 09:44
    Highlight Ich hatte das schon das zweifelhafte Vergnügen mit einem Aspi an der Uni arbeiten zu müssen. Was in der TV Serie als schrullige Komik rüber kommt, kann in der Realität extrem mühsam sein. Wenn der Arbeitskollege einfach nicht verstehen kann wie dumm man ist (habe immerhin einen Dr.)
    und er gewisse math. Probleme einfach immer nur so aus den Fingern schnippt, dann geht das gewaltig ans eigene Selbstvertrauen. Die gleiche Person aber ist dann oft bei einfachsten Dingen total überfordert und man muss Amme spielen. Irgendwann ist diese Beziehung überstrapaziert.
    20 11 Melden
    • kleiner_Schurke 18.11.2016 23:52
      Highlight Wie viele der Blitzer wissne wie man sich fühlt wenn ein Typ die Lösung einfach so hin wirft wenn man selber zu den Top 2% des Landes gehört?
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    • ZH27 20.11.2016 09:22
      Highlight Top 2% in was genau dann? Meinst du gemäss einem IQ-Test? "The Mismeasure of Man" von Gould ist ein Buch, das ich dazu sehr mag. Ich bin auch kein Intelligenzforscher, aber das Ganze scheint methodisch schon eine sehr traurige Geschichte zu sein. Da würde ich mir also etwas anderes suchen, um mir die vermeintliche Überlegenheit gegenüber dem Rest der Bevölkerung zurechtzulegen (wenn's dann sein muss). Deshalb habe ich hier geblitzt (da hat man ja schon seine Gründe dafür) ;)
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  • herschweizer 18.11.2016 08:29
    Highlight Ja nicht nur Geschenke sondern alle Feiertage an sich!!!
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  • Ylene 18.11.2016 00:09
    Highlight Teil4 ... langweilig was präsentiert wird, weil das Drumherum für mich nicht  wichtig ist. Mir ist auch völlig egal, wie jemand aussieht und gekleidet ist oder von wo sie stammt. (Momou, sehr vorurteilsfrei - ausser Ihr reibt mir unter die Nase, wie wunderbar so Irrationales wie Religion, Esoterik und Globuli doch sind, dann werde ich sehr bösartig). Für eine lange glückliche Beziehung ist auch hilfreich, wenn beide Aspies sind, da Routine dann halt ein Plus ist. (TMI-Alert: man hat dauernd Sex in der gleichen Position und nach 17 Jahren finde ich den immer noch absolut grossartig. :-) )
    25 0 Melden
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  • Ylene 17.11.2016 23:27
    Highlight Teil3 - Man muss auch definitiv kein Aspie sein, um ein Genie oder sehr intelligent zu sein, nur so. Apropos Schmerzen: ich habe selber eine sehr hohe Schmerzgrenze, mein Mann & Sohn wiederum haben sehr häufig Schmerzen. Ja, Aspies sind häufig Nerds mit Spezialinteressen und sie haben auch häufig einen Job im Bereich IT, Buchhaltung oder auch Recht, da die meisten gut abstrakt, strukturiert und logisch denken können und ein Flair für Zahlen und Muster haben. Ein Aspie zu sein hat den Vorteil, dass ich meistens vor allen anderen entdecke, wenn was nicht stimmig ist, egal wie flashy oder ...
    15 0 Melden
    • paulpower 18.11.2016 00:31
      Highlight Danke für deine Infos. Kennst du die Fernsehserie 'die Brücke'? Wird deiner Meinung nach Saga Noren realistisch dargestellt? Und würdest du sie überhaupt als Aspi bezeichnen?
      2 0 Melden
    • Ylene 18.11.2016 01:27
      Highlight Nein, die Serie kenne ich nicht, aber danke für den Tipp! :-) Ich habe jetzt kurz die Wikipedia-Seite zu Saga Norén durchgelesen und denke, dass sie zumindest laut der schon sehr viele typische Asperger-Charakteristiken aufweist. Aber das ist wirklich nur meine persönliche Meinung, ich bin kein Psychologe.
      6 0 Melden
    • paulpower 18.11.2016 21:29
      Highlight Danke für das é in Norén.
      4 0 Melden
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  • Ylene 17.11.2016 23:10
    Highlight Teil2 - Die Aspies, die ich sehr gut kenne (mein Vater, Mann, Sohn und natürlich mich - ja, es ist erblich), haben häufig sogar sehr starke Gefühle und sind auch sehr mitfühlend und loyal. Wir zeigen es einfach anders und häufig so, dass es die NTs (neurologisch typisch, also 'normal') wiederum falsch interpretieren. (Ein Aspie wird sich solange das Gehirn zermartern, bis er die bestmögliche Lösung für dein Problem gefunden hat, aber in den Arm nehmen und trösten ist nicht so seine Stärke.) Aspies sind häufig sehr intelligent, aber nur sehr wenige wirklich ein Genie.
    23 1 Melden
    • herschweizer 18.11.2016 08:30
      Highlight Sauber formuliert
      5 1 Melden
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  • Ylene 17.11.2016 22:41
    Highlight Asperger wird auch als Wrong-Planet-Syndrom bezeichnet und das trifft es sehr gut. Ich 'verstehe' andere Leute nicht. Ich kann Stimmgestaltung und Mimik von anderen Leuten nicht interpretieren. Mir fällt häufig kein Unterschied auf, wenn jemand traurig, gelangweilt, verärgert oder fröhlich ist (ausser natürlich, er sagt es mit Worten oder weint/schreit/etc.) Logischerweise habe ich selber auch fast keine Mimik u Modulation. Das musste ich mir zuerst mühsam antrainieren, nachdem ich endlich begriffen hatte, warum so viele Leute das Gefühl hatten, ich sei gefühlslos, unhöflich oder gelangweilt.
    21 0 Melden
    • Zerpheros 19.11.2016 09:03
      Highlight @ Ylene
      Mir hat ein Schauspielkurs geholfen. Und vor dem Spiegel üben und die eigene Stimme trainieren - mit einem grausamen Aufnahmegerät. "Blickkontakt" halte ich über den Augenbrauen meines Gegenübers - dann fällt es nicht so auf. Mit der Zeit wird man immer besser ...
      3 0 Melden
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  • sassenach 17.11.2016 20:22
    Highlight Ich bin ein Aspi und mich nervt dieser keimende Hype jetzt schon. Für mich ist Asperger eine Belastung. Vielleicht, da er bei mir nicht (mehr) so ausgeprägt ist. Andere Leute können mit Asperger nichts anfangen oder halten einen für einen hochintelligenten Alienmenschen. Mit dem Klischee spielen viele Aspis, da es ihnen schmeichelt. Ich bin ein Aspi und weder Genie, noch Alien. Es wäre mir lieber, Asperger würde unbekannt bleiben. Es graust mir jetzt schon vor Fragen, ob ich dies oder jenes mache da ich ein Aspi bin. Das passiert schon heute und ist sehr unangenehm.
    41 0 Melden
    • Ylene 18.11.2016 00:48
      Highlight Bin hin und her gerissen. Auf der einen Seite war ich ein sehr unglückliches Kind und Teenager und wäre also extrem froh gewesen, hätte ich früher gewusst, was zur Hölle eigentlich los ist und warum ich immer voll der Aussenseiter bin. Ich habe das mühsam selber raus finden müssen, bevor Asperger bekannt und ein Serien-Klischee wurde. Ich passe unter den Leuten mein Verhalten seit langem so an, dass ich praktisch nicht mehr auffalle. Dass ich ein Aspie bin, wissen nur wenige im echten Leben und das soll gefälligst auch so bleiben - eben genau aus den von dir genannten Gründen.
      16 1 Melden
    • sassenach 18.11.2016 09:16
      Highlight Galtest du auch als schwererziehbares Kind? Meine Kindheit war die Hölle. Ich habe nie gegen Regeln verstoßen und trotzdem waren immer alle sauer auf mich. Das macht mich im Rückblick sehr wütend und traurig. Die Diagnose gabe ich erst mit 20 erhalten. Wurde jedoch als Teenager schon gut therapiert-wegen meiner "Verhaltensstörungen", du weisst schon....
      7 0 Melden
    • Ylene 18.11.2016 16:00
      Highlight Das tut mir sehr leid, Sassenach. Btw, cooler Nick, bist du Highlander-Fan od. tatsächlich Engländer? Als ich klein war, waren sie der Meinung, ich hätte POS. Meine Impulsivität und Wutanfälle gingen dann aber von selbst stark zurück, so dass ich als Kind häufig sehr still und ruhig war und damit halt auch kein Problem mehr für Erwachsene. Die und v. a. Gleichaltrige empfanden mich aber weiterhin als sehr merkwürdig und mir wurde erst mit Mitte 20 das mit der Mimik bewusst. Mein Sohn hat massiv Probleme mit der Impulskontrolle u wurde deshalb psych. abgeklärt abgeklärt, weil er halt 'stört'...
      1 1 Melden
    • Ylene 18.11.2016 16:14
      Highlight ... Mir und meinem Mann ging erst nach der Diagnose des Nachwuchs ein Licht auf, als wir uns ins Gebiet eingelesen haben. Danach erst haben wir auch eine Diagnose erstellen lassen, also mit Mitte-Ende 30 erst. Wir haben halt beide nicht (häufig genug) 'gestört' im Schule und Beruf, wir sind beide ruhig und kamen im Alltag mehr oder weniger immer irgendwie klar.
      4 1 Melden
    • Zerpheros 19.11.2016 09:09
      Highlight Ich habe mich genau so gefühlt - immer:
      4 0 Melden
    600
  • Hypolaristic 17.11.2016 20:02
    Highlight Meiner Meinung nach ist Asperger eine Mischung aus genetischen Faktoren und Neurotoxizität
    1 18 Melden
    • herschweizer 18.11.2016 08:31
      Highlight Ui jetzt aber...
      11 0 Melden
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  • Damien 17.11.2016 19:02
    Highlight House hat kein Asperger's.
    43 0 Melden
    • Jaing 17.11.2016 19:49
      Highlight Sehe ich auch so. Dafür wurde Monk vergessen.
      19 4 Melden
    • Ylene 18.11.2016 01:05
      Highlight Es ist nicht jeder intelligente, aber merkwürdige Serien-Klischeekauz ein Aspie. Monk hat ja ein sehr feines Gespür für Menschen (ausser die in seinem Freundeskreis, dort ist er lustigerweise völlig unsensibel - natürlich aus Drehbuchgründen wie auch bei Holmes) und schon fast einen sechsten Sinn dafür, ob jemand lügt und aus welchen Gründen. Finde ich jetzt sehr atypisch. Monk hat aber sicher Zwangsstörungen. Ein typischer Aspie wäre ein guter Kriminaltechniker, aber ein schlechter Ermittler, da es ihm ja gerade beim Gespür für andere Menschen happert.
      11 2 Melden
    600
  • Luca Brasi 17.11.2016 18:42
    Highlight Aspies ftw! :)
    14 8 Melden
    600
  • Rendel 17.11.2016 18:40
    Highlight Wirklich näher gebracht wurde mit Asperger mit diesem Interview nicht. Das Schlafthema z.B. betrifft Hypersensibilität. Die gibt es auch ohne Asperger, wenn Asperger häufiger auch hypersensibel sind.
    56 0 Melden
    • Mooogadelic 17.11.2016 19:12
      Highlight Komorbidität und so...
      4 9 Melden
    • Rendel 17.11.2016 19:56
      Highlight Hypersensibilität ist keine Erkrankung, also passt der Begriff hier nicht.
      3 0 Melden
    • Ylene 18.11.2016 00:25
      Highlight Hallo Rendel, ein wirklich tolles Buch über Asperger ist 'Schattenspringer' (und Fortsetzung) von Daniela Schreiter - quasi ihre Biographie als Comic. Kann ich dir nur empfehlen. Es ist allerdings nicht so, dass jetzt jeder Aspie genau so wäre wie sie in allen Aspekten. Sie ist ein relativ stark ausgeprägter Aspie.
      4 2 Melden
    • Rendel 18.11.2016 18:05
      Highlight Danke für den Buchtip Ylene. :)
      1 0 Melden
    600
  • Sauraus 17.11.2016 18:16
    Highlight Moneyboy aka Ysl Know plug aka Ysl Beezy ist auch ein Aspie.
    14 7 Melden
    • Hypolaristic 17.11.2016 23:08
      Highlight Sheesh..Welche dudes ham denn diesen rumor getwittert?
      3 3 Melden
    • herschweizer 18.11.2016 08:32
      Highlight Ne Moneyboy ist die trap of god
      3 0 Melden
    • Fly Boy Tschoko 18.11.2016 14:37
      Highlight Der Boy hat das in 1 Chat gewritten wo auch MediMani und Husti drin sein tun. Wo er ing klinik war.
      2 0 Melden
    • Sauraus 19.11.2016 09:13
      Highlight Er sagt auch es gibt im die Kreativität, die er immer in seine Worke puttet.
      @herschweizer Hustensaft ist Trap god.
      0 0 Melden
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  • Datsyuk 17.11.2016 17:52
    Highlight Danke für das interessante Interview.
    42 8 Melden
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Lehn' dich zurück und lass dich einfach fallen: Der PICDUMP ist da

Wie wir erfahren durften, können einige von euch ja nicht mal bis Mittwoch warten. Andrea und ihre Freundin Hyldegard <3 zum Beispiel drehen schon am Abend vorher durch ...

Bevor wir weiterfahren: Bestaunen wir nochmals alle kurz das Hintergrundbild der WhatsApp-Konversation.

...

So und jetzt schnell weiter zum nächsten User-Input, der unter die Kategorie «Moll, super, bravo» fällt.

Und an alle anderen, die uns auch immer schöne, tolle, lustige Bilder schicken: Nächsten Mittwoch gibt's dann …

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