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Wer zu streng ist, schadet seinen Kindern – sagen Forscher. Bild: shutterstock

Dann wissen wir ja jetzt, wer schuld ist: Strenge Erziehung schadet der Schulleistung

Je strenger die Erziehung, desto besser die Leistung? Forscher aus den USA haben diesen Mythos untersucht – und einen gegenteiligen Zusammenhang entdeckt.

08.02.17, 18:00 09.02.17, 08:43

Eine besonders strenge Erziehung führt nicht zu besonders guten Leistungen – sondern vielfach sogar zu Schulversagen. Mit harter Hand erzogene Heranwachsende orientierten sich stärker an Freunden als an ihren Eltern, berichten Forscher im Fachmagazin «Child Development».

Die Jugendlichen geben demnach eher an, Zeit mit Freunden zu verbringen statt Hausaufgaben zu machen, oder Regeln zu brechen, um Freunde zu behalten. Als «harte Erziehung» galten bei der Analyse Anschreien, Schlagen und die Androhung von verbalen oder körperlichen Strafen.

Die Forscher um Rochelle Hentges von der Universität Pittsburgh hatte Daten von 1060 Teilnehmern der Langzeitstudie «Maryland Adolescent Development in Context» (MADICS) genutzt. Sie untersucht den Einfluss sozialer Bedingungen auf die akademische und psychosoziale Entwicklung Heranwachsender vom 12. bis 21. Lebensjahr.

Aggressive Erziehung, riskantes Verhalten

Erfasst wird, inwiefern die Heranwachsenden verbalen oder körperlichen Attacken ihrer Eltern ausgesetzt waren, zudem gibt es Fragen zur Interaktionen mit Gleichaltrigen, kriminellem Verhalten und Sexualität. Abschliessend wird der höchste erreichte Bildungsabschluss abgefragt.

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Die Forscher stellten fest, dass die Kinder, die in der 7. Klasse sehr streng und aggressiv erzogen wurden, zwei Jahre später Gleichaltrige und Freunde oft als wichtiger ansahen als etwa das Befolgen elterlicher Regeln. Dies wiederum führe zu einem riskanteren Verhalten in der 11. Klasse, schreiben die Wissenschaftler.

Während Mädchen früher sexuell aktiv würden, zeigten Jungen einen grösseren Hang zu Kriminalität als moderat erzogene Gleichaltrige. Dies wiederum beeinflusse den schulischen Gesamterfolg und führe zu höheren Abbruchraten in High School oder College.

Langzeitziele treten in den Hintergrund

Ein gewalttätiger Erziehungsstil löse einen «Komplex kaskadenartiger Prozesse» aus, die gegenwartsorientiertes Verhalten zu Lasten zukunftsorientierter Bildungsziele förderten, so Hentges. «Jugendliche, deren Bedürfnisse nicht durch ihre primären Bezugspersonen erfüllt werden, können Bestätigung bei Gleichaltrigen suchen.»

Das könne auf ungesunde Weise geschehen und zu gesteigerter Aggression, Kriminalität und frühem Sexualverhalten führen – auf Kosten von Langzeitzielen wie einem höheren Bildungsabschluss. Die Studienautoren hoffen, dass ihre Ergebnisse zu Präventions- und Interventionsprogrammen führen. (viw/sda/dpa)

Und jetzt was Lustiges zur Aufmunterung: Worin Kinder wirklich ganz miserabel sind

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Micha-CH, 16.12.2016
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  • bernd 09.02.2017 10:47
    Highlight Aber "ein Klaps hat doch noch niemandem geschadet" sagen doch diejenigen, die als Kinder aufs Maul bekommen haben und deshalb als Eltern selbst Aggressionen loswerden müssen immer? Wenn mans oft genug wiederholt stimmt es, das sind doch die neuen Regeln für Fakten oder? Daher, diese Studie ist 68er-Wohlhfühl-Gutmenschen-Mumpitz!
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  • Wurst 09.02.2017 09:56
    Highlight In meinem Umfeld höre ich regelmässig von freunden, dass sie georfeigt wurden. (Nicht ein einzelnes mal aus der überforderung sondern als erziehungsmethode)

    Mich hat das sehr überascht. Mit drei Kindern war ich auch schon am punkt wo ich dachte es könnte 'passieren' und eine freundin hat nach 5 jahren immer noch gewissensbisse weil sie sich im affekt nicht zuruckhalten konnte... einmalig. Nicht schön aber naja...

    Könnte man mal eine Umfrage machen?

    Wer der Eltern findets Ok zu ohrfeigen und wer wurde als kind so erzogen?

    Würde mich interessieren? (Oder bin ich der einzige?)
    10 1 Melden
    • Statler 09.02.2017 10:52
      Highlight Zu meiner Zeit gab's noch den Teppichklopfer. Ein übles grünes Teil aus Plastik.
      Ohrfeigen? Pah...
      Einen Schaden hab' ich deswegen vermutlich nicht davongetragen - aber das Verhältnis zu Mama war (und ist) doch eher... wie sagt man so schön? - complicated...
      4 2 Melden
    • Statler 09.02.2017 11:00
      Highlight ... und warum jetzt der Blitz?
      0 0 Melden
    • Wurst 09.02.2017 11:02
      Highlight Dieses 'complicated' ist ja der schaden... das man einen guten umgang damit hat bedeutet nicht das es nicht geschädigt hat... 😉
      1 0 Melden
    • Lord_ICO 09.02.2017 12:27
      Highlight Sorry aber Ohrfeigen, sind ein absolutes No-Go, da man auch schon bei einer leichten Ohrfeige, einem Kind eine Hirnerschütterung zufügen kann. Kinder sind da viel empfindlicher und man riskiert Folgeschäden.
      Verstehe echt nicht, wie man sein Kind körperlich züchtigen kann.
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    • Wurst 09.02.2017 12:51
      Highlight @statler -> ex nzz leser
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    • Statler 09.02.2017 13:11
      Highlight @Wurst: der Schaden kommt vermutlich weniger von der körperlichen Züchtigung, als von all den anderen Dingen, die da in meiner Kindheit schiefgelaufen sind. Die Schläge mit dem Teppichklopfer waren ja auch nur ein Symptom eines tiefer liegenden Problems (meiner Mutter), also sozusagen nur die Spitze des Eisberges.
      Wer sein Kind schlägt, aus welchem Grund auch immer, gibt damit eigentlich nur eine Bankrotterklärung an's eigene Kind ab.

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  • Safster 09.02.2017 09:41
    Highlight Vielleicht hätte man hier noch etwas besser die Unterscheidung zwischen streng und gewalttätig (schreien, schlagen, drohen) herausarbeiten können. Streng kann ja durchaus auch im Sinne von konsequent gelesen werden. Und auch das beinhaltet die Androhung von Konsequenzen. Und das wiederum scheint sehr wichtig zu sein in der Erziehung. Dass sich hingegen aggressives Verhalten gegenüber Kindern nicht positiv auswirkt, scheint dann eher wieder verständlich.
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  • Vio Valla 09.02.2017 08:56
    Highlight Hmmm, ich verstehe unter strenger Erziehung sowiso etwas anderes. Was hier gemeint ist, ist eine gewaltteiche Erziehung mit drohen, schreien und Handgreiflichkeiten und da weiss man doch schon lange, dass solche "erziehungsmethoden" schädliche Auswirkungen haben. Unter streng hingegen verstehe ich mehr, dass bei Fehlverhalten die vorher mitgeteilten Konsequenz dann auch wirklich umgesetzt wird, was durchaus sinnvoll ist, oder dass die Eltern extrem viele Regel für ihre Kids haben, was ab einem bestimmten Grad sicher auch nicht nur gut ist. Mit Herz gesetzte sichere Leitplanken, das funktionier
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  • pamayer 09.02.2017 08:53
    Highlight Nix neues.
    Haue (psychisch /physisch) fördert Aggression, selten Intelligenz (Prinzip Druck - Gegendruck)
    Das schlecht keine Geiss weg.
    Und die ganzen 'mir hat's ja auch nicht geschadet' blenden aus, wie's wirklich um sie steht.

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