Wissen

Bild: EPA/EFE

Philosoph und Essayist Tzvetan Todorov gestorben

07.02.17, 19:09 08.02.17, 06:40

Der französische Philosoph, Essayist und Wissenschaftler Tzvetan Todorov ist tot. Der Vertreter des Strukturalismus starb am Dienstag 77-jährig an den Folgen einer Erkrankung des Nervensystems, wie die französische Nachrichtenagentur AFP von der Familie erfuhr.

Todorov, der in Sofia in Bulgarien geboren wurde, kam Anfang der 60er Jahre nach Paris. Über 25 Jahre lang war er Forschungsdirektor am Centre national de la recherche scientifique (CNRS) in Paris. Sein Interesse galt der Literaturwissenschaft, Semiotik, Politik, Soziologie, Geschichte und Philosophie.

Fantastische Literatur

Einen Namen machte er sich zunächst mit Essays über die Gattung der fantastischen Literatur. Seine Veröffentlichungen erhielten zahlreiche internationale Auszeichnungen, etwa den Prinz-von-Asturien-Preis für Sozialwissenschaften.

Auf Deutsch sind von ihm «Die verhinderte Weltmacht. Reflexionen eines Europäers» und «Die Angst vor den Barbaren. Kulturelle Vielfalt versus Kampf der Kulturen» erschienen. Er war bis 2014 mit der französisch-kanadischen Bestsellerautorin Nancy Huston verheiratet. (sda/dpa)

Hol dir die App!

User-Review:
Pulo112, 20.12.2016
Beste News App der Schweiz! Mit Abstand!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0 Kommentare anzeigen
0
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600

Lügen-Quellen! Frauen erobern ihren wahren Platz in der Weltgeschichte zurück

Kerstin Lücker und Ute Daenschel haben eine «Weltgeschichte für junge Leserinnen» verfasst. Darin stellen die Historikerinnen den grossen Männern Frauen an die Seite – um ihnen endlich den Platz zurückzugeben, der ihnen jahrhundertelang so hartnäckig verweigert wurde.

«Ich, Christine», schreibt eine Frau um 1400. Sie gibt sich ohne den Schutz eines männlichen Pseudonyms als Frau zu erkennen. Und sie erklärt der Frauenfeindlichkeit den Krieg:

Christine de Pizan kratzt mit ihrer spitzen Feder an jahrhundertealten Überzeugungen. Für sie sind die Frauen mehr als mangelhafte, unfertige Männer. Mehr als ein schwaches und schuldbeladenes Geschlecht, das den Rausschmiss aus dem Paradies zu verantworten hat. Mehr als eine Gefahr für die männliche Moral.

Christine …

Artikel lesen