Wissen

Kanadische Studie

Der Sex im Kopf

Ein Techtelmechtel mit zwei Partnern gleichzeitig oder Sex mit Prostituierten – erstmals haben kanadische Forscher untersucht, wie verbreitet Sexfantasien sind. Demnach gibt es fast nichts mehr, was nicht normal ist. 

01.11.14, 12:32 03.11.14, 12:51

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Von romantisch bis brutal – wenn Menschen über Sex fantasieren, gibt es keine Grenzen. Aber welche Ideen sind noch normal, welche krankhaft? Kanadische Forscher wollten es genauer wissen. 

Ihre Untersuchung hat einen ernsten Hintergrund: Unnormale oder ungewöhnliche Sexfantasien sind fester Bestandteil offizieller Diagnose- und Behandlungsleitlinien für psychische Störungen. Was genau eigentlich unnormal ist, wurde bislang aber nie untersucht.

Richtig selten ist fast keine Fantasie

«Aus der Klinik wissen wir, was krankhafte Sexfantasien sind: Sie beinhalten Schmerz oder Partner, die zum Sex gezwungen werden», sagt Christian Joyal von der Université du Québec à Montréal. «Aber welche Fantasien sind eigentlich in der Normalbevölkerung selten oder unnormal?»

Über einen Onlinefragebogen haben die Forscher 799 Frauen und 717 Männer im Durchschnittsalter von 30 Jahren zu ihren Sexvorstellungen befragt. Die Kandidaten mussten zu 55 Fantasien angeben, ob sie diese schon mal hatten und konnten bei Bedarf eigene Favoriten beschreiben. 

Das Ergebnis: Extrem wenige Fantasien erwiesen sich als wirklich selten, sprich unnormal, berichten die Forscher im Journal of Sexual Medicine. Insgesamt haben Männer deutlich mehr Fantasien als Frauen und beschreiben diese besonders lebhaft.

Nicht jede Fantasie soll real werden 

«Eines der interessantesten Ergebnisse hat mit vielen typischen Männerfantasien zu tun wie Analsex oder der Idee, die Partnerin beim Sex mit einem anderen zu beobachten», sagt Joyal. «Evolutionsbiologen können diese Fantasien nicht erklären, obwohl sie unter Männern verbreitete Sehnsüchte sind.»

Die Studie könne auch einige soziale Phänomene erklären, etwa die Beliebtheit des Buchs «Fifty Shades of Grey» bei Frauen, erklärt der Forscher weiter. In den Daten will das Forscherteam nun nach weiteren Zusammenhängen suchen. 

«Beispielsweise haben Menschen, die Unterdrückungsfantasien haben, gleichzeitig häufig auch Fantasien, jemanden zu dominieren», sagt Joyal. Das schliesse sich nicht aus. «Ganz im Gegenteil.» Ausserdem seien diese Fantasien vermutlich mit einem höheren Level der Befriedung verbunden.

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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  • M@tt Di11on 01.11.2014 16:47
    Highlight Schon wieder ist in China ein Sack voll Reis umgefallen. So viel Aufregung ...
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  • Zeit_Genosse 01.11.2014 13:15
    Highlight Die Generation Porno lässt grüssen. Da wimmelt es im Netz von Analsexszenen und Geschlechtsakten, die man beobachten kann. Genau das was als häufige Männerfantasie laut Studie an den Tag gebracht wurde. Möglicherweise ist das gar keine Fantasie, sondern eine Repetition des Gesehenen und als normaler Wunsch den man vom Partner seltener erfüllt bekommt, abgespeichert. Dominanzfantasien sind nichts aussergewöhnliches, werden jedoch seltener in Partnerschaften ausgelebt, weil mit dem kooperativen Partnerschaftsmodell kollidierend. Also alles im grünen Bereich.
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    • cille-chille 01.11.2014 13:43
      Highlight Obacht....

      ...es "verkopft" gerade.......;-)
      2 1 Melden
    • Severin Bischof 01.11.2014 13:44
      Highlight Interessant wäre jetzt ein Vergleich mit den Pinguinen, nur schon, um zu schauen, wie viel wirklich "Generation Porno" ist. ;)
      4 3 Melden
    • satyros 01.11.2014 16:22
      Highlight Wahrscheinlich werden die erwähnten Sexualpraktiken in pornographischen Darstellungen deshalb gezeigt, weil sie den Wünschen und Phantasien des Publikums entsprechen. Ist immerhin eine gewinnorientierte Branche, in der es wenig Sinn machen würde, Dinge zu zeigen, die keiner sehen will.
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