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Der Schwung des Armes zeigt's: Junge Frauen sind die besten Multitasker

27.01.17, 01:01

Gehen und Denken – beides gleichzeitig hinzubekommen ist in manchen Situationen schwerer als vielfach angenommen. Einer Gruppe von Menschen gelingt dieses Multitasking besonders gut, wie Zürcher Forschende berichten: jüngeren Frauen.

Jüngere Frauen lassen sich auch von intensiver Denkarbeit kaum aus dem Tritt bringen. Bei Männern und älteren Frauen schwinge der rechte Arm dagegen beim Gehen merklich weniger, wenn ihre linke Hirnhälfte mit einer Denkaufgabe beschäftigt sei, berichten Forschende der Universitätsklinik Balgrist und des Unispitals Zürich.

Dies zeige, dass das Gehirn bei der Kontrolle des Armschwungs eine wichtige Rolle spiele. Die Multitasking-Fähigkeit jüngerer Frauen sei in dem Fall vermutlich auf hormonelle Unterschiede zurückzuführen, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt «Royal Society Open Science».

Der Armschwung beim Gehen zeigt's: Junge Frauen sind die besten Multitasker. Bild: Vadim Ghirda/AP/KEYSTONE

Irritierende Sprachaufgabe beim Gehen

Das Team um Tim Killeen von der Universitätsklinik Balgrist hatte insgesamt 83 Männer und Frauen zwischen 18 und 80 Jahren auf ein Laufband geschickt. Bei angenehmer Gehgeschwindigkeit sollten sie eine irritierende Sprachaufgabe lösen, den sogenannten Stroop-Test: Sie bekamen am Bildschirm Farbwörter gezeigt, zum Beispiel das Wort «Grün», allerdings gelegentlich in abweichender Druckfarbe, also etwa in Rot. Sie mussten dann die Farbe nennen (Rot).

Es zeigte sich zum einen, dass die Probanden mit zunehmendem Alter im Stroop-Test immer schlechter abschnitten. Zum anderen wurde beim Lösen der Aufgaben der Schwung des rechten Arms gebremst, so dass die Schwungbewegungen beider Arme asymmetrisch wurden. Da die Verarbeitung von Sprachaufgaben wie dem Stroop-Test in der linken Hirnhälfte erfolgt, seien die Auswirkungen am rechten Arm zu sehen, erklären die Forscher. Seine Bewegungen werden von der linken Hemisphäre gesteuert.

Ausgenommen von dem Ergebnis waren junge Frauen: Ihre Arme schwangen auch beim Lösen der Sprachaufgabe symmetrisch. Erst nach der Menopause verschlechtert sich die Multitasking-Fähigkeit offenbar. Das liege vermutlich am veränderten Spiegel des Hormons Östrogen, schreiben die Wissenschaftler. Es sei daraus abgeleitet denkbar, dass eine Hormonbehandlung bestimmter Gehirnbereiche Gangunsicherheiten oder die Sturzneigung älterer Menschen verbessern könnte. (leo/sda/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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  • lilie 28.01.2017 09:04
    Highlight Schöne neuropsychologische Studie.

    Was auch noch eine Rolle spielen könnte: Frauen aktivieren die Hirnhälften weniger exklusiv als Männer, neigen also auch bei linkshemisphärischen Aufgaben dazu, die rechte Hirnhälfte mitzuaktivieren.

    Aus diesem Grund erholen sich Frauen i.d.R. sehr viel besseer von Schlaganfällen als Männer.
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  • Raw Olu 27.01.2017 16:48
    Highlight Zum Thema Gedächtnis und Multitasking:
    https://www.journal21.ch/das-truegerische-gedaechtnis
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  • Zeit_Genosse 27.01.2017 07:49
    Highlight Möglicherweise ein evolutionärer Vorteil. Gehen, das Kind halten können und die Übersicht bezüglich Gefahren zu erkennen, geschärft.
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    • Waedliman 28.01.2017 10:56
      Highlight Das, was Sie beschreiben, sind alles Handlungen, die nichts mit bewusstem Denken zu tun haben. Mag sein, dass Frauen Gehen und Kinder halten gleichzeitig erledigen (hm, ich kann Fahrrad fahren und gleichzeit mein Handy bedienen, ist das jetzt weniger wert?), allerdings wird das Hirn bei bewussten gleichzeitigen Aktionen, wie z. B. der Addition von drei Werten und gleichzeitigem Tippen einer Telefonnummer weder bei Frauen noch bei Männern eine gleichwertige Erledigung liefern. Entweder stimmt die Addition nicht, oder die eingetippte Nummer ist falsch.
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