Wissen

Unsere ETHs sind weltweit die internationalsten Unis – USA fallen derweil aus den Top 20

01.02.17, 10:02 01.02.17, 10:17

In Sachen Internationalität muss sich die ETH Lausanne ... Bild: KEYSTONE

... nur den Kollegen der ETH Zürich geschlagen geben. Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Eine neue Rangliste das Magazins «Times Higher Education» kürt die ETHs Zürich und Lausanne zu den internationalsten Hochschulen weltweit. Die sonst in Rankings top-platzierten US-Universitäten fehlen auf der Liste der besten 20. Sie bangen um Reputationsverlust.

Das Magazin «Times Higher Education» (THE) veröffentlicht neben Gesamtvergleichen der Universitäten weltweit auch regelmässig Ranglisten für bestimmte Kategorien. Die neueste Liste vergleicht die Internationalität, also den Anteil der internationalen Studierenden und Fakultätsmitglieder, sowie den Anteil der Publikationen, die mit mindestens einem Autor aus einem anderen Land veröffentlicht wurden.

Nachdem die Qatar University letztes Jahr diese Rangliste anführte, hat nun eine Änderung der Analyse die ETH Zürich von Platz sieben auf Platz eins katapultiert: Neu wird auch der internationale Ruf der Institution mit berücksichtigt. Auch die ETH Lausanne (EPFL) verbesserte sich dadurch von Rang vier auf Rang zwei. Mit der Universität Zürich (Rang 15) landet noch eine dritte Schweizer Hochschule unter den Top 20.

Top 20 ohne USA

Auffallend an diesem Vergleich der Internationalität ist vor allem, wer nicht auf den vorderen 20 Plätzen vertreten ist: US-amerikanische Institutionen wie CalTech, MIT, Harvard, Yale und Stanford, die bei Gesamtvergleichen von THE und anderen Ranking-Publikationen seit Jahren unter den besten Hochschulen weltweit rangieren.

Das Fehlen der USA auf den vorderen Rängen sei bemerkenswert, schreibt das Magazin THE in einer Mitteilung von Mittwoch. Dies insbesondere vor dem Hintergrund von Warnungen der «Association of American Universities», dass andere Nationen die USA als bevorzugte Destination für die talentiertesten Studierenden und Forschenden weltweit ablösen könnten.

Sollte sich die Situation für Forschende in den USA unter der eher wissenschaftskritischen Trump-Administration künftig verschlechtern, könnte dies Spitzenforschende nach anderen Schaffensorten suchen lassen und die USA damit auch ein Stück Innovationskraft kosten. Könnten sich die beiden nun für ihre Weltoffenheit gekürten ETHs als attraktive Alternative für internationale Talente anbieten?

Schweizer Roboterwagen geht richtig steil

Mit attraktiven Angeboten werben

Dass Forschungsinstitutionen und Hochschulen in der Schweiz und anderswo von der derzeitigen Lage in den USA profitieren könnten, hält Marcel Tanner, Präsident der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz, durchaus für möglich: «Wer unzufriedenen Spitzenforschern aus Princeton, Harvard oder Yale jetzt ein attraktives Angebot macht, kann allenfalls geschickt sein Profil schärfen.»

Pläne, diese Situation zu nutzen, bestehen an den ETHs jedoch bisher nicht. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA kommentierte Lino Guzzella, Präsident der ETH Zürich: «Die Situation in den USA ist für die Forschenden zurzeit in der Tat nicht einfach. Falls sie weitere Einschränkungen in Kauf nehmen müssen, verliert die Wissenschaft als Ganzes. Es wäre nicht redlich, heute darüber zu spekulieren, welchen Nutzen wir aus dieser Situation ziehen können.»

EPFL-Präsident Martin Vetterli äussert sich ähnlich: «Es ist möglich und sogar wahrscheinlich, dass die Attraktivität der ETHs und Schweizer Universitäten derzeit den USA überlegen ist aufgrund des politischen Kontexts.» Auf kurze Sicht könnte dies für die Schweiz als positiv betrachtet werden.

Weltoffenheit fördert Exzellenz

Mittel- und langfristig sei dies jedoch sicher nicht der Fall, da die Wissenschaft daraus nicht gestärkt hervorgehe. Die EPFL plane angesichts der derzeitigen Situation in den USA auch keine spezifischen Massnahmen zur beschleunigten Berufung internationaler Spitzenforschender, so Vetterli.

Auch ohne aktives Abwerben der besten Köpfe: Die Weltoffenheit und Attraktivität als Destination für die besten Studierenden und Forschenden weltweit dürften sich auch in Sachen Exzellenz und damit über kurz oder lang bei den Gesamtranglisten auszahlen: Die ETH Zürich belegte bei den letzten beiden umfassenden Hochschulvergleichen von THE bereits Platz neun, die EPFL zuerst Rang 31, dann 30.

Zwar fliessen in derlei Ranglisten neben der internationalen Ausrichtung noch viele andere Faktoren ein. Darunter sind die Bewertung durch Studierende, die Anzahl Nobelpreisträger und die wissenschaftlichen Publikationen. Internationale Talente anzulocken, ist dabei aber ein wichtiger Schritt zum Erfolg, wie die US-Hochschulen lange Zeit demonstriert haben.

(sda)

Das sind die besten Universitäten der Welt

Das könnte dich auch interessieren:

Der Präsident des Irans kontert Trumps Kritik – und zwar so richtig

Golden-Boy-Kandidaten: Das sind die 25 grössten Talente unter 21 Jahren

Liam Gallagher erklärt uns, warum er seinen Tee jetzt selber machen muss (HAHAHA)

13 nützliche Tipps zu iOS 11, die du als Apple-User nicht verpassen solltest

8 Gründe, warum das neue «Super Mario»-Game ein Hit wird – und ein Grund dagegen

Früher war nicht alles besser, aber Fotos von nackten Frauen mit Skeletten schon

Hört, hört! Melania Trump kämpft für Anstand und Moral – und das Netz lacht sich kaputt

Diplomaten-Sprache? Vergiss es! – Die 3 wichtigsten Erkenntnisse nach Trumps UNO-Rede

Ein Tessiner und «Papierli-Schweizer»: Warum Ignazio Cassis die richtige Wahl ist

10 Situationen, die du nur verstehst, wenn du als Verkäufer im Detailhandel arbeitest

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
5Alle Kommentare anzeigen
5
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • Pius C. Bünzli 01.02.2017 11:05
    Highlight Ach Unis mit Horrenden Mitgliederbeiträgen fallen aus der Liste. Was hatten die überhauptvda zu suchen?
    8 1 Melden
    • Mimichechelle 01.02.2017 20:46
      Highlight Wir haben einfach glück, dass der Staat soviel in unsere Bildungseinrichtungen steckt... In den USA kosten die Unis, weil sie viel weniger Subventionen erhalten...
      4 1 Melden
    • Pius C. Bünzli 01.02.2017 22:38
      Highlight ist mir schon klar wesswegen die Ami Unis teurer sind. Jedoch sollte eine Uni für Jeden besuchbar sein der die geistigen Fähigkeiten dazu hat
      5 0 Melden
    600
  • Karl33 01.02.2017 10:40
    Highlight "...hat nun eine Änderung der Analyse die ETH Zürich von Platz sieben auf Platz eins katapultiert"

    Mit der 'richtigen' Änderung der Analyse bringt man jede gewünschte Hochschule auf Platz 1. Dass aktuell ein bisschen USA-Bashing betrieben wird, überrascht ja nicht. Die Frage ist bloss: Sprechen wir hier noch über Information, oder bloss über Propaganda?
    7 17 Melden
    • Wiesopferd 01.02.2017 12:52
      Highlight Man kann auch in jeder Suppe ein Haar finden wenn man will.... und Propaganda von wem und zu welchem Zweck?
      14 1 Melden
    600

Requiem für eine Raumsonde: «Cassini» ist wie geplant auf den Saturn gestürzt

20 Jahre lang war die Raumsonde unterwegs, jetzt hat «Cassini» seine Mission beendet und ist planmässig auf den Planeten Saturn abgestürzt. Die Sonde sendete ihre letzten Signale am frühen Nachmittag (MESZ) an das Nasa-Kontrollzentrum. Die US-Raumfahrtbehörde twitterte, Cassini sei nun Teil des Planeten, den es erforscht hatte. 

Ein riesiger Gasplanet, umgeben von sieben grossen Ringen und mindestens 62 Monden – diese fremde Welt weit draussen im Sonnensystem war 13 Jahre …

Artikel lesen