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Auch wenn der Tyrannosaurus rex möglicherweise gar nicht so schnell war – begegnen möchte man ihm wohl doch eher nicht. Bild: Shutterstock

Der T. rex konnte nicht so schnell rennen wie in «Jurassic Park»

Das Neueste aus der Welt der Wissenschaft und Technik in Kurzform. Damit du weisst, wie der Roboter-Hase läuft.

20.07.17, 18:24 21.07.17, 13:55

Der Tyrannosaurus rex, einer der grössten landlebenden Fleischfresser, die je auf der Erde lebten, gilt als furchterregender Killer. Er ist der Star in Filmen wie «Jurassic Park» – wo er für Spannung bei einer Verfolgungsjagd sorgt: 

Die berühmte Verfolgungsjagd in «Jurassic Park» (1993).  Video: YouTube/Max Leuftink

Möglicherweise hätten sich Jeff Goldblum und Laura Dern aber gar nicht so beeilen müssen: Der T. rex war vermutlich gar nicht fähig, so schnell zu laufen, weil er dafür viel zu schwer war. Zu diesem Schluss sind britische Wissenschaftler von der University of Manchester gekommen, die sich mit der Skelettstruktur des riesigen Sauriers näher befasst haben. 

Das Team um William Sellers berechnete die Biomechanik dieses kreidezeitlichen Räubers im Computer. Das Ergebnis: Seine Knochen hätten einen Sprint gar nicht ausgehalten. Wäre der T. rex tatsächlich bis zu 45 Kilometer pro Stunde gelaufen, wie es frühere biomechanische Untersuchungen nahelegten, dann hätte sich der bis zu sieben Tonnen schwere Koloss vermutlich die Beine gebrochen. 

T. rex Bewegungsstudie 1

T. rex Bewegungsstudie 2

Die Forscher, die ihre Studie im Fachblatt «PeerJ» veröffentlicht haben, gehen von einer Höchstgeschwindigkeit von 18 Kilometer pro Stunde aus. Wer wie in «Jurassic Park» mit einem leibhaftigen Tyrannosaurus zu tun hätte, könnte zur Not also zu Fuss entkommen. Ohnehin war der T. rex vielleicht gar kein Räuber, der seiner Beute nachjagte, sondern ein Aasfresser. 

(dhr)

Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Bärtierchen überleben alles – sogar diese drei krassen Weltuntergangs-Szenarien

Die winzigen Überlebenskünstler sind in der Regel kaum einen halben Millimeter lang.  Bild: Imgur

Sie sehen ganz niedlich aus – unter dem Mikroskop. Von blossem Auge sind die Bärtierchen, die im Normalfall zwischen 100 und 500 Mikrometern gross sind, kaum zu erkennen. Doch die unscheinbaren Organismen mit ihren acht Stummelbeinchen haben es faustdick hinter den Ohren – zumindest, wenn es ums Überleben geht. 

Die Bärtierchen sind nämlich wahre Überlebenskünstler. Sie werden mit garstigen Bedingungen fertig, die für weniger widerstandsfähige Lebewesen schlicht tödlich sind: Sauerstoffarmut, Trockenheit, Strahlung, Kälte. Die Tardigrada («die Langsamschreitenden»), die etwa 1000 verschiedene Arten umfassen, können sogar im All überleben: Eine Population, die 2007 mit einer Rakete in den Weltraum geschossen wurde, überstand das Vakuum nahezu schadlos. Zwar brachte die Strahlung im All die meisten von ihnen um, doch die Überlebenden pflanzten sich nach der Rückkehr auf die Erde munter wieder fort. 

Zähe Winzlinge: Bärtierchen

Katastrophenszenarien, die schlimm genug sind, um uns das Blut in den Adern gefrieren zu lassen, sind kaum ein Problem für die Bärtierchen. Eiszeit oder Klimaerwärmung? Ausbruch eines Supervulkans mit vulkanischem Winter im Schlepptau, Meteoriteneinschlag? Alles hat die mittlerweile schon eine halbe Milliarde Jahre alte Gattung schon überlebt. 

Britische Wissenschaftler um den Physiker David Sloan von der Universität Oxford haben daher drei ultimative Weltuntergangssszenarien untersucht, die auch diesen Überlebenskünstlern den Garaus machen könnten. Die drei Kandidaten sind: 

Um die Bärtierchen wirklich auszurotten, müsste das gesamte Wasser auf der Erde – Ozeane und sonstige Gewässer – zum Kochen gebracht werden. Kleinere Asteroideneinschläge, zum Beispiel solche von dem Kaliber, das die grossen Dinosaurier auslöschte, würden dafür nicht reichen. Wie die Forscher im Fachmagazin «Scientific Reports» berichten, müsste es schon ein Brocken vom Ausmass des Asteroiden Vesta oder gleich des Zwergplaneten Pluto sein. Da diese Himmelskörper aber auf festen Bahnen durchs Sonnensystem ziehen und die Erdbahn nicht kreuzen, ist diese Gefahr praktisch gleich null. 

Asteroiden-Einschlag: Dieser Brocken wäre nicht gross genug, um die Bärtierchen auszurotten. Bild: Shutterstock

Auch eine Sternenexplosion hätte das Zeug zum Bärtierchen-Killer. Um aber das irdische Wasser gänzlich verdampfen zu lassen, dürfte sie nach Berechnungen der Forscher in einer Entfernung von höchstens 0,14 Lichtjahren stattfinden. Nur schon unser nächster Nachbarstern, Proxima Centauri, ist über vier Lichtjahre entfernt. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ein sehr viel massereicherer Stern diesen Effekt aus grösser Distanz haben könnte, ist nach Ansicht der Wissenschaftler «vernachlässigbar» – wenigsten während der restlichen Lebensdauer unserer Sonne. 

Supernova-Explosion: Müsste nahe genug stattfinden, um den Bärtierchen den Garaus zu machen.  Bild: Shutterstock

Ein potentes Untergangsszenario ist der Gammablitz. Diese Entladungen können in wenigen Sekunden mehr Energie freisetzen, als unsere Sonne in Milliarden Jahren abgestrahlt hat. Wenn ein solcher Blitz die Erde exakt treffen und frittieren würde, wäre es auch mit den Bärtierchen vorbei. Um die Ozeane zum Kochen zu bringen, dürfte die Quelle des Gammablitzes jedoch nicht mehr als 40 Lichtjahre entfernt sein. Auch dafür ist die Wahrscheinlichkeit extrem gering. 

Gammablitz: Der Energiestrahl müsste genau auf die Erde gerichtet sein.  Bild: Youtube

So kommen die Wissenschaftler zum Fazit, dass es unsere eigene Sonne ist, die dereinst einen Schlussstrich unter die Existenz der Bärtierchen – und auch aller anderen Organismen auf der Erde – ziehen wird. Wenn sich unser Zentralgestirn in gut sieben Milliarden Jahren zu einem Roten Riesen aufblähen wird, schmilzt sogar die Erdkruste. 

(dhr)

Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Smartphone-Schrittzähler zeigt: Männer laufen mehr als Frauen, Schweizer mehr als Deutsche

Die Forscher sammelten die anonymisierten Daten der iPhone-App Argus, die Schritte zählt. Bild: Shutterstock

Mangelnde Bewegung schadet der Gesundheit. Zwischen den einzelnen Ländern und innerhalb der Bevölkerung gibt es dabei grosse Unterschiede, wie Forscher der US-Universität Stanford festgestellt haben. Frauen legen demnach pro Tag weniger Schritte zurück als Männer. 

Die Wissenschaftler verglichen für ihre Studie die Daten von fast 720'000 Smartphone-Nutzern in 111 Staaten. Laut den anonymisiert gesammelten Informationen der iPhone-App Argus gehen die Chinesen am meisten zu Fuss. 6189 Schritte pro Person und Tag wurden in dem Land im Zeitraum zwischen Juli 2013 und Dezember 2014 erfasst. 

Durchschnittliche Anzahl Schritte pro Tag.  Karte: activityinequality.stanford.edu

In den Sonderverwaltungszone Hongkong und Macau waren es mit 6880 und 6.347 sogar noch mehr Schritte. Ähnlich viel gehen die Japaner (6010), Spitzenreiter in Europa ist die Ukraine (6107). 

In der Schweiz werden im Schnitt 5512 Schritte pro Tag zurückgelegt. Das sind mehr als in Deutschland (5205), aber deutlich weniger als in Spanien (5936). In El Salvador wird mit 3370 Schritten am Tag am wenigsten zu Fuss gegangen, dahinter folgen Honduras (3383) und Pakistan (3414). Der Durchschnitt aller untersuchten Personen lag bei 4961 Schritten pro Tag. 

Durchschnittliche Anzahl Schritte pro Tag: die Top 15.   Diagramm: watson

Durchschnittliche Anzahl Schritte pro Tag: die letzten 15. Diagramm: watson

Frauen machen weniger Schritte

Körperliche Aktivität verbessert die Gesundheit von Muskel- und Skelettapparat, schützt vor dem Nachlassen von kognitiven Fähigkeiten, reduziert Depressionen und Angstzustände und hilft, ein gesundes Körpergewicht zu halten, betonten die Wissenschaftler. Daher wurden zusätzlich zu den Schrittzählungen die Zusammenhänge mit Geschlecht, Alter und Fettleibigkeit untersucht. 

In den 46 Ländern mit den grössten Datensätzen war die Zahl der Schritte bei den Frauen jeweils geringer als bei den Männern. Ausserdem zeigte sich, dass in einzelnen Ländern mit insgesamt niedriger körperlicher Aktivität, grosse Unterschiede bei den zurückgelegten Schritten innerhalb der Bevölkerung festgestellt wurden. 

Ungleiche Schrittzahlen und Fettleibigkeit

Diese Aktivitätsungleichheit spielt laut den Forschern eine Rolle beim Übergewicht. Das heisst je höher die Aktivitätsungleichheit in einem Land, desto mehr dickere Menschen leben dort. Eine durchschnittlich niedrigere Zahl von zurückgelegten Schritten pro Tag lässt diesen Schluss nicht zwingend zu. 

Die Schrittzähler in den USA und Mexiko zeigten beispielsweise ähnliche Ergebnisse (4774 bzw. 4692), in den Vereinigten Staaten war die Aktivitätsungleichheit jedoch ebenso höher wie die Zahl der fettleibigen Personen im Ländervergleich. 

Genauere Vergleiche von Daten aus US-Städten ergaben, dass bessere Fussgängerfreundlichkeit die Schere zwischen Männern und Frauen bei der Bewegung kleiner werden lässt und allgemein zu weniger Aktivitätsungleichheit führt. Die Studie habe ausserdem ein neues Paradigma für Bewegungsstudien eingeläutet, in dem sie gezeigt habe, dass Smartphones neue Einblicke in Sachen Gesundheit geben können. 

(sda)

Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Darum hält der Beton der Römer heute noch – während unserer kaum 100 Jahre schafft

Römische Betondecke im unterirdischen Gangsystem der Kaiserthermen in Trier. Der Abdruck in der Mitte rührt von einem Zirkel her, der beim Guss vergessen wurde.  Bild: Wikimedia/Mediatus

Die Römer waren grosse Baumeister. Einen beeindruckenden Bau wie das Amphitheatrum Flavium – heute besser bekannt unter dem Namen Kolosseum – zogen sie zwischen 72 und 80 n. Chr. in nur acht Jahren hoch. Und dieses architektonische Meisterwerk steht heute noch, trotz mehrerer Erdbeben und obwohl es zwischenzeitlich als Steinbruch genutzt wurde.

Für die Ewigkeit gebaut: Die Fundamente des Kolosseums bestehen aus «Opus Caementitium».  Bild: AP

Das liegt nicht zuletzt an den Fundamenten aus «Opus caementitium» – so nannten die Römer ihren Beton. Diese Mischung aus gebranntem Kalk, Wasser, Sand und Bruchsteinen erwies sich als deutlich zäher als moderner Beton, der meistens nur 50 bis 100 Jahre hält. Der antike Beton bewährte sich überdies an Stellen, die extremen Bedingungen ausgesetzt waren – permanent von Wasser umspülte Hafenmauern zum Beispiel oder unterirdische Wasserleitungen. 

Dem Geheimnis des römischen Baustoffs sind jetzt amerikanische Geophysiker auf die Spur gekommen. In ihrem Beitrag in der Zeitschrift «American Mineralogist» zeigen die Forscher von der University of Utah, dass die hervorragende Festigkeit des «Opus Caementitium» auf die Beimengung von Vulkanaschen zurückzuführen ist. 

Die Kuppel des Pantheons in Rom mit über 43 m Durchmesser hätte ohne Beton nicht gebaut werden können.  Bild: Wikimedia

Die Mischung aus Kalk und vulkanischen Aschen füllten die römischen Baumeister in hölzerne Formen. Kam das Gemisch mit Meerwasser in Berührung, erfolgte eine chemische Reaktion, bei der der Kalkstein mit Wasser und Aschen zu Zement reagierte. Im dabei entstehenden Kristallgitter ersetzten Aluminiumatome einen Teil der Siliziumatome – dies ist laut den Forschern die Ursache für die besondere Festigkeit des antiken Baustoffs, da das aluminiumhaltige Mineral die Kristallstruktur stabiler macht und zudem die Bindefähigkeit des Zements deutlich erhöht. 

Ein weiterer Vorteil des römischen Zements liegt darin, dass er weniger stark erhitzt werden muss – lediglich auf 900 Grad Celsius – und dabei weniger CO2 abgibt als der moderne Baustoff. Beim heutigen Zement muss die Mischung aus Kalk und Ton dagegen auf bis zu 1450 Grad Celsius erhitzt werden. 

(dhr)

Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Fast wie Magie: Drohnen steuern aus dem Handgelenk

Empa-Forschende haben einen Sensor entwickelt, der feinste Bewegungen der Hand misst. Damit liessen sich zum Beispiel Drohnen oder Roboter durch reine Gesten steuern.

Drohnensteuerung per Handbewegung. Bild: Empa

Eine Faust ballen, oder die Hand nach links oder rechts schwenken – das könnte künftig reichen, um eine Drohne oder einen Roboter zu lenken. Möglich macht das ein Sensor aus sogenannten piezoresistiven Fasern, den Frank Clemens und sein Team von der Forschungsanstalt Empa entwickelt und mittels eines 3D-Druckverfahrens in ein Uhrenarmband integriert haben.

«Magic Off The Cuff – Work In Progress». Video: YouTube/CARUNDA24

Diese Fasern sind elektrisch leitend, registrieren kleinste Bewegungen der Hand aufgrund von Verformungen und wandeln sie in ein elektrisches Signal um, schrieb die Empa am Dienstag in einer Mitteilung. Das Signal könne dann von einem Endgerät ausgelesen und interpretiert werden.

«Es braucht eine Kombination verschiedener Sensoren, um erfolgreich neue Konzepte zu entwickeln. Nur so können wir Bewegungen erkennen und nutzen, die mit den bisherigen Technologien nicht erfassbar waren.»

Frank Clemens

Steuerung per Fingerzeig

Bisherige Technologien, um Bewegungen zu erfassen, beruhten vor allem auf Kameras, Beschleunigungsmessern oder Gyroskopen. Diese Methoden brauchten allerdings mitunter grosszügige Bewegungen mit einer bestimmten Geschwindigkeit. Der an der Empa entwickelte Sensor hingegen reagiert bereits auf einen blossen Fingerzeig. 

Ganz ersetzen soll der neue Sensor die anderen Technologien aber nicht. «Es braucht eine Kombination verschiedener Sensoren, um erfolgreich neue Konzepte zu entwickeln», sagte Clemens. «Nur so können wir Bewegungen erkennen und nutzen, die mit den bisherigen Technologien nicht erfassbar waren.» 

Der Sensor soll in Zukunft unauffällig am Handgelenk getragen werden können.  Bild: Empa

Prototyp wird weiterentwickelt

Noch existiert das Sensor-Armband nur als Prototyp, die Steuerung einer Drohne sei aber bereits geglückt, schrieb die Empa. In Zusammenarbeit mit Wirtschaftspartnern konnten die Forschenden den Sensor entsprechend programmieren. 

In Zusammenarbeit mit anderen Forschungsgruppen wird der Sensor zudem weiter entwickelt. Der Algorithmus, der die elektrischen Signale in Steuersignale umwandelt, wird beispielsweise an der Fachhochschule Bern verfeinert. Ziel wäre, nicht nur einzelne Bewegungen, sondern auch Bewegungsabfolgen zu erkennen – zum Beispiel wenn Nutzer zweimal kurz nacheinander die Faust ballen statt einmal. Eine ETH-Studentin untersucht ausserdem, ob sich der Sensor auch in ein Pflaster integrieren liesse.

(sda)

Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Orcas sind gnadenlose Jäger – hier zerfleischen sie einen Minkwal

Dramatische Jagdszenen hat eine Kameradrohne des Far East Russia Orca Projekts (Ferop) Ende Juni vor der russischen Halbinsel Kamtschatka eingefangen. Sie filmte eine Orca-Schule dabei, wie sie einen Minkwal (Balaenoptera acutorostrata) hetzte und schliesslich erlegte. 

Der junge Minkwal hatte keine Chance. Bild: Youtube

Auf den Bildern ist deutlich zu sehen, wie die Schwertwale den jungen Bartenwal immer wieder mit Bissen attackieren. Zudem versuchen sie, ihr Opfer unter Wasser zu halten, damit es nicht Luft holen kann. 

Das Video der Hetzjagd wurde von einer Drohne aufgenommen.  Video: YouTube/Ruptly TV

Die Biologin Tatjana Iwkowitsch vom Ferop sagte, dies sei das erste Mal, dass man eine Jagd von Anfang habe verfolgen können. Das letzte Mal seien die Schwertwale erst dann beobachtet worden, als sie ihre Beute – einen nah verwandten Zwergwal – schon beinahe vollständig aufgefressen hatten. 

Nicht alle Orcas – sie stehen als Spitzenpredatoren ganz oben in der Nahrungskette der Ozeane – fressen andere Wale: In Küstennähe lebende Schwertwale sind sesshaft und ernähren sich vornehmlich von Fisch, während wandernde Orcas eher Meeressäugetiere fressen. Bei einer dritten Orca-Population – den sogenannten Offshore-Killerwalen, die im offenen Meer leben – ist über das Jagdverhalten nur wenig bekannt. 

(dhr)

Und nun zu etwas ganz anderem:

>> Weshalb wir umgedrehte Gesichter attraktiver finden

Welches Gesicht empfinden wir als attraktiver? Gemäss einer Studie müsste es das auf den Kopf gestellte rechts sein.  Bild: Shutterstock/watson

Stellt man unattraktive Gesichter auf den Kopf, werden sie als attraktiver wahrgenommen. Das zeigt eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Wien, die erstmals die Auswirkungen einer Drehung von Gesichtern um 180 Grad auf die Attraktivität untersucht haben. 

An Gesichtern werden Personen identifiziert und wiedererkannt. Nicht nur Alter und Geschlecht, auch Sympathie, Vertrauenswürdigkeit, Attraktivität und Emotionen lassen sich daraus ablesen. Diese Schlussfolgerungen passieren in den meisten Fällen automatisch, wie die Prozesse dahinter funktionieren ist aber oft noch unklar. 

Wenn man ein Gesicht umdreht, verändert sich auch die Wahrnehmung davon. Die meisten Studien zu dieser Thematik befassten sich bisher mit Wiedererkennungswerten und Identifikation. Einige weitere stellten zwar fest, dass sich die Wahrnehmung der Attraktivität mit der Drehung des Gesichts veränderte, aber nicht, ob die Attraktivität dadurch stieg oder gemindert wurde, schreiben die Wissenschaftler in der Arbeit, in der sie nun diese Frage erstmals beantwortet haben. Ihre Resultate veröffentlichten sie im Fachjournal «Acta Psychologica»

Umgedreht wirkt schöner

Dazu wurden 60 Probanden Gesichter vorgelegt, die teilweise aufrecht, um 90 oder 180 Grad gedreht waren. Anschliessend mussten sie die Schönheit der Gesichter auf einer fünfstufigen Skala beurteilen. Kriterien wurden dabei keine vorgegeben, die Bewertung erfolgte rein nach der subjektiven Einschätzung. 

Solche Test-Gesichter wurden bei der Untersuchung verwendet.  Bild: Leder et al./ Acta Psychologica, CC-by-sa 4.0

Als Ergebnis liess sich eindeutig erkennen, dass weniger attraktive Gesichter von der Drehung mehr profitierten als attraktive, erklärte Jürgen Goller von der Uni Wien gegenüber der Nachrichtenagentur APA. Wer aufrecht betrachtet als weniger attraktiv eingestuft worden war, wurde am Kopf stehend als schöner wahrgenommen. 

Der Grad der Veränderung war abhängig vom Grad der Drehung. Bei einer 90-Grad-Rotation wurde die Veränderung weniger stark empfunden als bei einer Drehung um 180 Grad. Es liess sich «keine systematische Geschlechterbewertung» erkennen, so Goller, die Ergebnisse seien vom Geschlecht des präsentierten Gesichts und des Probanden unabhängig gewesen. 

(sda/apa)

>> Weitere Kurznachrichten aus Wissenschaft und Technik gibt es HIER, HIER, HIER und HIER

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Galghamon, 3.12.2016
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  • EvilBetty 21.07.2017 18:27
    Highlight Sorry watson... 15 Sekunden Werbung vor einem 11 Sekunden Clip?
    2 0 Melden
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  • vaste 18.07.2017 22:56
    Highlight Bärtierchen sind süss und robust. Zudem haben sie alles, was ein richtiges Lebewesen braucht. Das wäre, kurz gesagt, ein Eingang und ein Ausgang sowie einen Mantel ringsrum. Etwas detaillierter formuliert: Eine Panzerung/Isolation, eine/n Schnabel/Schnauze, Muskulatur, Nerven, Atmung, Verdauungs- und Ausscheidungsorgane, Sinnesorgane
    Fortpflanzungsorgane. An sich nichts besonderes im Tierreich. Doch die Nehmerqualitäten sind 1A. Wie machen die das, die Tierchen? Ich bin beeindruckt!
    19 1 Melden
    • The Origin Gra 19.07.2017 08:13
      Highlight Ich habe gehört das Bärtierchen ihr gesamtes Innenleben in kleinste Knötchen umwandeln können wenn sie Kalt- oder Trockengelegt werden.
      Kommt Wasser dazu wird, ähnlich zu einer Quick Soup, alles wieder aufgeweicht.
      4 0 Melden
    600
  • The Origin Gra 18.07.2017 22:41
    Highlight Ich mag die Bärtierchen. Zusammen mit jener Krabbe die sich immer wieder bis kurz vor dem Pubertieren zurücksetzen kann und somit Unsterblich ist in der Theorie ist das Bärtierchen der spannenste Organismus der Erde.
    Ist es möglich das Bärtierchen irgendwie via Asteoriden hierherkamen?
    10 2 Melden
    • Benjmi 18.07.2017 23:42
      Highlight Das Bärtierchen aus dem All kommen liesst man immer wieder. Grund ist das sie einen sehr hihen Gehalt an Alien-DNA besitzen. Alien DNA hat aber nichts mit Ausserirdischen zu tun, es ist das englische Wort für Fremd DNA, als DNA welches aus anderen Lebewesen stammt(auch der Mensch besitzt z.B. Wenig DNA von Bakterien). Wären sie wirklich aus dem All, wären sie kaum aus der selben DNA wie die Erdlebewesen, wäre wohl etwa gleich wahrscheinlich wie ein Alien von Planet XY Schweizerdeutsch spricht.
      9 2 Melden
    600
  • Ökonometriker 16.07.2017 18:48
    Highlight Gibt es Daten dazu, warum die Chinesen so viel mehr gehen?
    Ich gehe selber auch c.a. 5 mal mehr Schritte täglich wenn ich in China lebe als hier in der Schweiz. Das liegt aber an der etwas dürftigen Infrastruktur auf Grund welcher man zu Fuss oft am bequemsten voran kommt. Zudem gehen die Leute in China vielmehr aus.

    Wäre interessant zu sehen, ob sich das Bewegungsverhalten ändert wenn die jeweiligen Leute im Ausland weilen oder ob es gleich bleibt (e.g. kulturell bedingt ist).
    6 5 Melden
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  • Unclemitch 13.07.2017 21:16
    Highlight Interessant...
    5 3 Melden
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  • Zipfelmütze 13.07.2017 15:17
    Highlight Wenn ich so sehe, was in den Jahren nach dem Krieg bei uns gebaut wurde bin ich ganz froh dass das meiste davon wohl kaum die nächsten Jahrzehnte überleben wird. Viel Zweck, wenig Grandezza.
    37 4 Melden
    • Rendel 13.07.2017 20:43
      Highlight Das blöde ist halt, dass uns der Sand ausgeht, der zum Bauen geeignet ist.
      15 2 Melden
    600
  • atomschlaf 13.07.2017 13:19
    Highlight Interessant, die interaktive Karte. Bloss schade, dass sie nur bis 2013 geht.
    4 6 Melden
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  • crux 13.07.2017 13:13
    Highlight Akso dies mit der Vulkanasche weis ich sicher schon 10 Jahre.
    Was soll an der erkenntis neu sein?
    10 22 Melden
    • karl_e 13.07.2017 18:21
      Highlight Crux: WatsOn arbeitet hier archäologisch, nämlich in den Archiven.
      13 0 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 13.07.2017 18:54
      Highlight Vielleicht, dass man diese gross schreibt? Und das weiss ich seit 30 Jahren...
      10 5 Melden
    600
  • The Origin Gra 13.07.2017 12:15
    Highlight Die Römer waren sehr weit und waren uns wie beim Beton sogar noch voraus.

    Sie nutzen Hohlnadeln um Proteinablagerungen hinter der Linse abzusaugen behandelten also den Grauen Star wie wor heute.
    52 8 Melden
    • Naughtious Maximus 13.07.2017 22:10
      Highlight Nein nein, wir sind die beste Zivilisation die es jemals gab. Wir sind klüger, deshalb haben wir auch hochgefährliche Kernkraft, klimazerstörende Riesen-Cargo Schiffe welche den Veganern ihr Soja und ihre Avocados verschifft.
      Wir sind auch körperlich, psychisch und spirituell weiter entwickelt, deshalb haben wir auch so intelligente Philosophen, die ausser den Antiken Griechen und Römern nachplappern nicht mehr können.
      Die Olympioniken waren ohne moderne Kunststoffbahn und spezielles Equipment schneller unterwegs.
      WIR SIND DIE BESTEN!!!
      (pun intended)
      9 18 Melden
    600
  • Karl33 13.07.2017 12:06
    Highlight Heutiger Beton soll bloss 50-100 Jahre halten? Wer sagt denn sowas? Fake-News?
    16 43 Melden
    • reblef 13.07.2017 13:26
      Highlight Beton an sich wäre länger haltbar. Allerdings ist das Problem eher bei der Konstruktion zu suchen.

      Bei den Römer wurde viel mit Bögen und Gewölbe gearbeitet. Diese sind als reine Druckbauteile hervorragend geeignet um aus Beton erstellt zu werden.

      In der heutigen Zeit werden Deckenkonstruktionen mit langer Spannweite erstellt. Dies Bauweise benötigt eine Druck- und eine Zugzone im Beton. Aus diesem Grund entstehen auf der Zugseite (auch bei einlegen einer Stahlbewehrung) Risse. Durch diese Risse wird der Beton über die Jahre hinweg geschwächt und ist deswegen nach ca. 100 Jahren am Ende.
      46 2 Melden
    • Liselote Meier 13.07.2017 14:15
      Highlight Müsste wohl heissen der heute am meisten verwendete Beton.

      Herkömmlicher Füllbeton für ca. 110 Fr./m3 hält natürlich keine 100 Jahre.

      Baut man mit Beton welcher noch Puzzolane drin hat (wie bei den Römern), hält der natürlich viel länger kostet aber auch ca. 500 Fr./m3 aufwärts.
      23 3 Melden
    • Suchlicht 13.07.2017 21:58
      Highlight Guck Dir mal das Frauenspital der Berner Insel an, dann ist der Wert bereits hoch angesetzt 😡😥
      4 2 Melden
    600
  • Simon 10.07.2017 21:58
    Highlight Wir sollten sie ausrotten. Sind keine Vegetarier.
    27 9 Melden
    • The Origin Gra 12.07.2017 10:59
      Highlight :( Ohhh Nein bitte nicht ;(

      P.S. auch Blauwale Ernähren sich von Kleinstwesen, dem Krill, auch Ausrotten? ;(
      13 1 Melden
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  • aschgyyge 10.07.2017 20:44
    Highlight Auch crazy drehen orcas haifische upside down um sie zu "betäuben" .

    https://simple.m.wikipedia.org/wiki/Tonic_immobility
    9 2 Melden
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  • Hempoli 10.07.2017 19:35
    Highlight Immerhin jagen sie nur um zu essen. Kann man nicht von Allen behaupten.
    25 4 Melden
    • flugsteig 13.07.2017 12:26
      Highlight Das stimmt nicht ganz, Orcas "spielen" z.B. mit Seehunden indem sie ihre Opfer als Ball benutzen. Die armen Kerle werden Meterweit durch die Luft geschleudert. Gefressen werden sie danach meistens nicht.
      Die Natur ist unsagbar brutal und unfair, wir haben oftmals eine zu sehr romantisierte Vorstellung von ihr.
      21 3 Melden
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  • The Origin Gra 10.07.2017 17:45
    Highlight Es gab aber auch Fälle, ebenfalls gefilmt, wie Grauwale einem Buckelwalkalb zuhilfe eilten indem sie ihrerseits Ramattacken gegen die Orca-Schule starteten.
    Ganz Wehrlos sind Bartwale nicht
    23 1 Melden
    • CHuCHiCHäsCHtli 10.07.2017 21:52
      Highlight Was jetzt? Grau oder Bartwale?
      5 5 Melden
    • Daniel Huber 10.07.2017 22:14
      Highlight @CHuCHiCHäsCHtli: beides ;-)
      Bartenwale sind keine Spezies, sondern – neben den Zahnwalen – eine der beiden Unterordnungen der Wale. Grauwale gehören zu den Bartenwalen.
      26 0 Melden
    • The Origin Gra 10.07.2017 22:30
      Highlight Buckel-, Grau- und Blauwale sind Bartwale 🙂
      Orcas (sind das nicht eher zu Gross geratene Delphine?) gehören wie die Pottwale zu den Zahnwalen
      19 0 Melden
    • CHuCHiCHäsCHtli 10.07.2017 22:43
      Highlight Habe im Moment an eine Bartwahl, anstatt an einen Bartenwal gedacht. ;-) Danke!
      11 0 Melden
    • Darth Unicorn 11.07.2017 07:31
      Highlight Zu gross geratene Delfine? Das erklärt ja wohl ihr assi verhalten 😅
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«Tschou zäme, isch schön gsy!» – Mundartrocker Polo Hofer im Alter von 72 Jahren gestorben

Der Berner Mundart-Rocksänger Polo Hofer ist tot. Mit 72 Jahren starb er am Samstagabend daheim in Oberhofen am Thunersee. «Tschou zäme, es isch schön gsy!» heisst es in der von ihm verfassten Todesanzeige.

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