Wissen

Die Hälfte der Segelfische sind «Rechtshänder», die andere Hälfte «Linkshänder». Bild: wikipedia

100 Kilometer pro Stunde: Gestatten, ich bin der schnellste Fisch der Welt

15.02.17, 18:17 16.02.17, 11:05

Segelfische (Istiophorus platypterus) sind grosse Raubfische, die in vielen tropischen und subtropischen Regionen im offenen Ozean vorkommen. Charakteristisch ist neben der segelartigen Rückenflosse die lange, spitze Schnauze, die von Fachleuten Schnabel genannt wird. Zudem gelten die Tiere mit bis zu etwa 100 Kilometern pro Stunde Schwimmgeschwindigkeit als die schnellsten Fische überhaupt.

Jetzt haben Forscher herausgefunden, dass sich die einzelnen Segelfische bei der Jagd auf Sardinen im Ozean spezialisieren: Sie greifen entweder meist von rechts oder von links an, berichten Forscher des Berliner Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) im Fachjournal «Current Biology». Auf der bevorzugten Seite erfolge die Attacke besonders schnell – was gerade bei besonders wendiger Beute wie Sardinen sehr wichtig sei.

365 Angriffe untersucht

Dass die Raubfische häufig in grösseren Gruppen auf Beutezug gehen und dann Angriffe von links oder von rechts starten können, mache sie unberechenbar, erklären die Forscher. Sie hatten 365 Angriffe von Segelfischen vor der mexikanischen Küste auf Video dokumentiert und untersucht.

«Die Segelfische treten meist in ziemlich grossen Gruppen auf und wechseln sich mit ihren ganz schnellen, kontrollierten Angriffen ab», sagte Ralf Kurvers vom IGB der Nachrichtenagentur DPA. Seine Kollegen und er schauten sich zudem die Waffen der Raubfische an: Abnutzungsspuren an den kleinen Zähnen auf den Schnäbeln bestätigten den Angaben zufolge, dass viele von ihnen bevorzugt von einer Seite angreifen.

Unberechenbarkeit als Vorteil

Die Vorliebe für eine Seite verteile sich bei Segelfischen im Verhältnis 50 zu 50, so Kurvers. Diese Zahlen seien vergleichbar mit Top-Fechtern, bei denen es ebenfalls auf Unberechenbarkeit ankomme. In der Normalbevölkerung hingegen seien 90 Prozent Rechtshänder.

«Die gleiche Hand zu nutzen, hilft bei kooperativen Tätigkeiten, weswegen sich im Laufe der menschlichen Evolution eine angeborene Bevorzugung einer Handseite entwickelt hat», erklärte Kurvers. Linkshänder zu sein, bringe zwar auch Vorteile – aber in der heutigen Gesellschaft unwichtigere. Dazu zähle auch das Kämpfen. (whr/sda)

Tierische Rekorde

Das könnte dich auch interessieren:

Callcenter-Mitarbeiter erleidet Hörschaden – pfiff Aargauer Senior zu laut ins Telefon?

Schiesserei nahe Drehort von «House of Cards» fordert drei Tote ++ Täter verhaftet

Schwangere Soldaten-Witwe bricht nach Trump-Anruf zusammen – das Drama in vier Akten

«In diesem Sinne Allahu Akbar!» – Polizei ist obskurem Postkarten-Verteiler auf der Spur

Der jüngste Goalie der CL-Geschichte weint nach Patzer – doch dann wird es herzerwärmend

Zwei Drittel sind genervt von ihren Nachbarn – rate mal, was am meisten stört

«Steckt euch eure Schokolade sonst wo hin» – so schreiben die Nordiren über Gegner Schweiz

Sterbender Schimpanse umarmt zum letzten Mal seinen Freund und sorgt für Hühnerhaut-Moment

Air-Berlin-Flugzeug muss in Island bleiben

Bevor geboxt wird, küsst die Herausforderin die verdutzte Weltmeisterin

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
1Kommentar anzeigen
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • berni2031 17.02.2017 18:22
    Highlight Was nun 100 oder 110 km/h... ? Entscheidet euch :)
    0 0 Melden

Deine Angst vor Spinnen ist angeboren – das hilft zwar nichts, aber immerhin

Die Angst vor Spinnen und Schlangen scheint nach Erkenntnissen deutscher Forscher angeboren zu sein. Schon sechsmonatige Babys zeigten beim Anblick ihrer Bilder Stressreaktionen, berichteten die Wissenschaftler. Experten streiten bisher, ob die Angst angeboren oder erlernt ist.

Gemeinsam mit Experten von der schwedischen Universität Uppsala beobachteten die Forscher des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPICBS) die Reaktion der Babys und stellten fest, dass sich die …

Artikel lesen