Wissen

Alle Spinnen der Welt wiegen 25 Mio. Tonnen – und fressen mehr Insekten als wir Fleisch

20.03.17, 20:29 21.03.17, 06:58

Spinnen halten die weltweiten Insektenbestände unter Kontrolle. Das verdeutlichen Berechnungen von Basler und schwedischen Forschern: Die globale Spinnengemeinschaft verzehrt jährlich 400 bis 800 Millionen Tonnen Beutetiere.

Zusammengenommen bringen die Spinnen der Welt rund 25 Millionen Tonnen auf die Waage, fressen aber jährlich rund das 20-fache, wie die Forscher der Universitäten Basel und Lund im Fachblatt Science of Nature berichten.

Spinnen vertilgen somit etwa gleich viel tierische Biomasse wie die Menschheit: Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO (FAO) verzehren die Menschen jährlich rund 400 Millionen Tonnen Fleisch und Fisch.

Mehr als 90 Prozent der von den Achtbeinern erbeuteten Tiere sind laut der Studie Insekten und Springschwänze, wie die Uni Basel am Dienstag in einer Mitteilung schrieb. Grosse tropische Spinnen fressen zudem auch kleine Wirbeltiere wie Frösche, Eidechsen, Schlangen, Fische, Vögel oder Fledermäuse.

Wichtiger im Wald als auf dem Feld

Dass Spinnen wichtige Insektenvernichter sind, scheint nicht überraschend. Unerwartet an der Studie sei aber der Befund, dass Spinnen insbesondere in Wäldern und unbewirtschaftetem Grasland eine wichtige ökologische Funktion erfüllen, erklärte Studienautor Martin Nyffeler von der Uni Basel auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Bisher habe man Spinnen mehr unter dem Aspekt betrachtet, dass sie pflanzenfressende Insekten auf Ackerflächen dezimieren. Dort hätten sie allerdings eine im Vergleich geringe Bedeutung, wie die Berechnungen gezeigt hätten.

Grund dafür sei wahrscheinlich, dass Ackerflächen intensiv bewirtschaftet werden und daher ein Ökosystem mit starken Störungen darstellen. Das führe zu schwierigeren Lebensbedingungen für Spinnen und einer um ein Vielfaches geringeren Vertilgungsrate von Insekten im Vergleich zu Wäldern oder Grasland. 

Von Regenwald bis Tundra

Die Zahlen beruhen auf Hochrechnungen, die die Forscher mithilfe zweier unabhängiger Methoden angestellt haben. Beide beruhen auf publizierten Daten über die Biomasse von Spinnen pro Quadratmeter in verschiedenen Ökosystemen, vom tropischen Regenwald bis zur arktischen Tundra. Hinzu kamen Berechnungen über den Nahrungsbedarf verschiedener Spinnengemeinschaften und publizierte Daten über die verzehrte Biomasse.

Extrapoliert auf die global vertilgten Mengen führten beide Methoden zu ähnlichen Ergebnissen. Die grosse Spannbreite erkläre sich dadurch, dass die Vertilgungsraten in spezifischen Ökosystem stark schwanken können, schrieb die Uni Basel. (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Aus diesen 7 Gründen ist Trump der Chancentod aller Rechtspopulisten

Europa aus Schweizer Sicht – böse, böse, böse, böse, böse

17 Momente, in denen die Migros einfach zu weit gegangen ist

Jep, Xenia Tchoumi(tcheva) gibt es immer noch – und sie ist äusserst erfolgreich

9 falsche Vorurteile, die Menschen ohne Katze leider immer noch haben

Wie Erdogan Europa sieht – oder eine Karte mit ganz viel Keçi Seven

Kaiserin Theodora von Byzanz: Die Frau, die ihre Vagina mitten im Gesicht trug

Wie ein australisches Bier in eine Shitstormspirale gerät – ohne jegliche Absicht

Sex mit Tieren, Folter, Depressionen: 6 Beweise, dass Märchenprinzessin ein Scheissjob ist

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

User-Review:
Pulo112, 20.12.2016
Beste News App der Schweiz! Mit Abstand!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
8 Kommentare anzeigen
8
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • Frau Holla die Waldfee 21.03.2017 18:48
    Highlight Ich liebe Spinnen. Nicht nur weil sie faszinierende Tiere sind. Sie halten mein Haus frei von Insektenschädlingen. Ich weiss immer genau wo ihre Netze sind. Zum Teil geb ich den Spinnen Namen. In der Regel hol ich die Netze nur zweimal im Jahr runter. Hier am Waldrand gibts haufenweise Insekten. Ohne Spinnen im Haus würde man Mücken atmen oder mit Chemie rumsprayen müssen. Das wär doch ziemlich blöd, wenn doch die Spinnen einen 1a-Job machen.
    2 0 Melden
    600
  • NikolaiZH 21.03.2017 04:49
    Highlight Die fressen mehr Fleischbiomasse als die Menschheit, weil sie keine Vaganer haben!
    8 5 Melden
    • Frau Holla die Waldfee 21.03.2017 18:44
      Highlight https://www.welt.de/wissenschaft/article4821584/Forscher-entdecken-erstmals-vegetarische-Spinne.html
      0 0 Melden
    600
  • pedrinho 21.03.2017 00:44
    Highlight imposante zahlen
    jetzt waehrend der regenzeit, darf ich nicht vergessen in schuhe und stiefel zu sehen, "sie mogens nicht nass"
    4 0 Melden
    600
  • Licorne 20.03.2017 21:18
    Highlight Ein faszinierender Artikel. Gruusig aber faszinierend.
    2 1 Melden
    600
  • sambeat 20.03.2017 20:53
    Highlight Ach du meine Güte! Das sind ja Zahlen, man muss sich das mal vorstellen! Jeder arachnophobie-geplagte(r) Leser(in) dieses Artikels hatte wohl einen kurzen Aussetzer des Herzschlages ;)
    4 0 Melden
    600
  • Michael Cera 20.03.2017 20:38
    Highlight Ach Spinnen sind toll, meine nenn ich immer Fridolin, momentan hält mir Fridolin XXVII die Fliegen fern.

    Wie Leben denn Arktische Spinnen? Die müssten ja im Vergleich zu Regenwald Spinnen anderst gebaut sein?
    5 2 Melden
    • pedrinho 21.03.2017 15:54
      Highlight die tragen wohl oder uebel "wärmelin" ;)
      1 0 Melden
    600

Aus diesen 7 Gründen ist Trump der Chancentod aller Rechtspopulisten

Frauen, Künstler, Intellektuelle und Journalisten machen mobil, die Zivilgesellschaft erholt sich vom Trump-Schock. So macht der wohl unfähigste US-Präsident aller Zeiten vielleicht unfreiwillig den Weg frei für eine neue Gesellschaft.

Jeder Trend erzeugt einen Gegentrend. Das weiss jeder Marketingfachmann und auch jeder Politiker. So überraschend der Wahlsieg von Donald Trump war, so heftig fällt jetzt die Gegenreaktion aus. In den USA hat die Zivilgesellschaft zu einer neuen Solidarität gefunden. Frauen, Wissenschaftler, Intellektuelle, Journalisten und Künstler legen ihre kleinlichen Zwiste beiseite und treten vereint gegen Trump und seine Alt-Right-Ideologen an.

Der Anti-Trump-Reflex äussert sich auf den …

Artikel lesen