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Jeder Punkt ein Schiff

Satellitenbild der Woche: Antenne ortet 52'000 Schiffe

Satelliten können Funksignale von Schiffen kaum auseinanderhalten. Mit einer Helix-Antenne aus Deutschland ist das Kunststück nun geglückt. Sie hat die Positionen von 52'000 Schiffen erfasst.

06.09.14, 10:15 06.09.14, 22:52

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Antennen an Satelliten sind überfordert, wenn sie die Signale von Schiffen erfassen und zuordnen sollen. In vielbefahrenen Gebieten wie der Deutschen Bucht, dem Mittelmeer oder um grosse Häfen wie Peking, Tokio oder Singapur herum verschwimmen die Signale. «Die empfangen alles zugleich – das ist ein wenig so, als ob man 100 Radiosender gleichzeitig hören würde», sagt Jörg Behrens. Er leitet ein Projekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), das dieses Problem lösen soll.

Dafür haben die deutschen Forscher den Satelliten «AISat» mit einer Rakete vom indischen Startplatz Sriharikota ins All befördert. An Bord war eine vier Meter lange, spiralförmige Helix-Antenne. Es dauerte etwas mehr als einen Monat, bis sich der Satellit in seiner Umlaufbahn stabilisiert hatte. Laut DLR wackelt er immer noch ein wenig, die Helix-Antenne wurde trotzdem schon einmal ausgeklappt.

Der grosse Vorteil der runden Antenne: Sie ist wesentlich stärker fokussiert. Statt wie übliche Antennen Gebiete mit einem Durchmesser von 5000 oder 6000 Kilometern abzudecken, konzentriert sich die Helix-Antenne lediglich auf einen Durchmesser von etwa 750 Kilometer. Diesen kleineren Kegel lässt sie über die Erdoberfläche wandern. So konnten die Forscher mit der Antenne schon im ersten Monat 52'000 Schiffssignale zuordnen. «Eine Premiere, denn bisher war noch keine Helix-Antenne für die Detektion von Schiffen im Einsatz», schreibt das DLR.

Die Schiffe übermitteln dank des sogenannten Automatischen Identifizierungssystems (AIS) Signale mit ihren Angaben über Position, Kennung, Länge und Breite, Ladung, Geschwindigkeit und Richtung.

Technik steht noch am Anfang

Die Helix-Antenne ist allerdings noch in der Testphase. Die deutschen Forscher, die das Projekt von Berlin und Bremen aus koordinieren, wollen die Daten aus dem All erst noch mit Informationen abgleichen, die sie auf dem Boden gesammelt haben. Erst dann können sie sich der Genauigkeit sicher sein, mit der der Satellit die Schiffe auseinanderhält.

Überprüft wird das in der Deutschen Bucht. Wenn alles glattgeht, sind die Daten aus dem All mit denen von Bodenstationen identisch. Der Satellit hätte dann allerdings einen entscheidenden Vorteil: Er hat eine grössere Reichweite als irdische Empfangsanlagen. (Spiegel Online)

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