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Oben ohne – warum ich mir eine Glatze rasiert habe

alle Bilder: jennifer zimmermann

08.06.17, 19:58 09.06.17, 15:45

«Was willst du loswerden?», fragt mich ein Freund ungläubig, als ich ihm von meinem Plan erzähle, mir den Kopf zu rasieren. «Nichts, ich will um eine Erfahrung reicher werden», so meine Antwort. Ich schiebe weder eine Krise, noch will ich jemandem etwas beweisen.

Mein Wunsch, mir eine Glatze zu rasieren, geht viele Jahre zurück: Als ich mit 17 Jahren ein Austauschjahr im amerikanischen Bundesstaat Virginia machte, liess ich mir eine Pixie-Frisur schneiden. Mir schwebte der Look von Winona Ryder vor. Was dabei herauskam, erinnerte eher an einen 12-jährigen vorpubertierenden Jungen. Ich spielte im High School Fussballteam und im konservativen Newport News hielten mich viele für lesbisch. Ich machte mir einen Spass daraus. Noch Jahre später bereute ich es, dass ich nicht den Mumm hatte, mir gleich den Kopf kahl zu rasieren; ganz einfach, weil ich neugierig war.

Aber nicht nur das: Ich war schon immer ein «Tomboy», ein Mädchen, das lieber mit Action-Figuren als mit Puppen spielte, das mit ihrem Bruder im Wald rumtobte und deutlich zu verstehen gab, wenn ihr jemand zu nahe kam. Zugleich hatte ich eine feminine Seite: Ich war äusserst schüchtern, tanzte Ballett und verbrachte gerne Zeit im Garten mit meiner Mutter.

Die Angst ins Gesicht geschrieben.

Jetzt gibt's kein Zurück.

Ta-daaa!

Als Miley Cyrus sich als «gender fluid» outete, konnte ich das nicht ganz ernst nehmen. «Was soll's?», dachte ich mir. Und dennoch würde ich sagen, dass auch ich mich beiden Geschlechtern zugehörig fühle, auch wenn ich mich bis anhin nicht bewusst mit dieser Frage beschäftigt hatte. Sie hat aber durchaus ihre Berechtigung. Das lernte ich nicht zuletzt, als ich als Mädchen und Frau mit Männern Fussball spielte und mich umso mehr «durchsetzen» musste, um respektiert zu werden. Oder ich merke es dann, wenn ich mit Männern in New York rede, die sich gerne ihre Fingernägel lackieren und dafür kritische Blicke ernten. In meiner Gutgläubigkeit denke ich mir auch hier: «Was soll's?», und hoffe, dass andere ebenso denken. Die Realität ist leider gänzlich anders.

Respektbekundungen von allen Seiten

Spulen wir ein paar Jahre vor: Ich bin 31 Jahre alt und lebe seit mehr als einem Jahr in New York. Der Stadt, wo alles möglich ist und sich keiner nach dir umdreht, auch wenn du im Pyjama einkaufen gehst – ich habe es getestet. Der perfekte Ort also, um meinen Jugendtraum nachzuholen.

Nachdem ich mir während einigen Tagen im Gespräch mit Freunden und Familie Mut angeredet hatte, ist es dann soweit: An einem Donnerstagabend um 1 Uhr morgens (nein, ich war nicht betrunken) hat mir eine meiner Mitbewohnerinnen bei der Kahlrasur assistiert. Ich werde euch nicht mit Details langweilen, wie die Rasur verlief (viel Gekicher) oder wie sich mein Kopf nun anfühlt (kalt!). Viel eher geht es mir darum, zu sehen, wie Frauen und Männer auf mich reagieren und wie ich mit meiner neuen Erscheinung umgehe.

«You're so badass!»

«Du bist knallhart!» Meine mitbewohnerin

Die Reaktionen von Frauen überraschen mich mit Abstand am meisten. Da ist zum einen die Mitbewohnerin, die mir den Kopf rasiert hat: «Du hast dein Kronenchakra befreit! Das ist so Zen, das ist so transformativ!». Und die andere Mitbewohnerin, die mich üblicherweise kaum eines Blickes würdigt – sie ist eine sehr introvertierte Künstlerin – hat auf einmal grossen Respekt vor mir und kriegte sich kaum mehr ein, als sie mich am nächsten Morgen oben ohne in der Küche antraf. «You're such a badass!», stammelte sie verdattert und liess sich tags darauf ihr Septum piercen. Ich bilde mir gerne ein, dass ich mit den Anstoss dazu gegeben habe. Von allen Seiten hagelt es Komplimente – und Respekt. Ich glaube zu spüren, dass er daher kommt, dass ich es riskiert habe, meine Weiblichkeit einzubüssen oder mein Aussehen zu verunstalten.

Etliche Frauen meinen unisono: «Das wollte ich schon immer tun, habe mich aber nie getraut!». Schade eigentlich – und wieso wohl? Weil Frauen mit Glatze noch immer allseits für lesbisch gehalten werden? Weil sie zu wenig weiblich aussehen? Und in wessen Augen? 

Ebenso spannend sind die Reaktionen von Männern. Auch hier ist die Mehrheit beeindruckt und findet den Look zu meinem Erstaunen attraktiv. Dennoch gab es auch hier merkwürdige Kommentare. Einer meiner Nachbarn fragte mich, ob mir die Männer nicht mit Rage begegneten. Was er damit meine, entgegnete ich verdutzt. Wenn er mich nicht kennen würde, würde er davon ausgehen, dass ich vom anderen Ufer sei. Schön und gut, aber darob gleich in Rage verfallen?

«Nice hair, woman!»

«Schöne Haare, Frau!» – älterer Mann im Supermarkt

Ansonsten ernte ich bedeutend weniger anzügliche Blicke von Männern, was mir sehr angenehm ist, da diese in New York nicht gerade für ihre Zurückhaltung bekannt sind. Dennoch wäre es zu einfach zu behaupten, dass Männer, die mich keines Blickes mehr würdigen, sexistisch sind. Das ist ebenso wenig der Fall, wie mich meine kurzen Haare zu einer Lesbe machen. Aber so wurden wir nun einmal sozialisiert und auch ich denke leider in Schubladen, auch wenn das Leben in New York einem dieses Denken gehörig austreibt.

«Was ist mit deinen Haaren passiert?»

Am Wichtigsten bei diesem Experiment sind mir aber nicht die Reaktionen der anderen, sondern meine eigene. Wie verändert sich mein Selbstbild? Fühle ich mich wohl? Kann ich zu meinem neuen Look stehen?

Mit der Frisur mag ich zwar weniger zweideutige Blicke auf mich ziehen, Aufmerksamkeit ist mir aber garantiert. Ich fiel noch nie gerne auf und mied darum auch Blicke von Fremden wie ein New Yorker die überfüllte Subway. Mit einer Glatze gibt es aber keinen Weg daran vorbei – und es gefällt mir! Es zwingt mich dazu, zu mir zu stehen. Ebenso wenig fühle ich mich meiner Weiblichkeit beraubt, im Gegenteil. Ich experimentiere mehr mit Schmuck und Schminke und habe mittlerweile total vergessen, dass ich kaum Haare auf dem Kopf habe.

Umso lustiger sind dann Momente wie diese: Ich spiele auf einem Pausenhof Fussball, als mich ein Junge geradeheraus fragt: «Was ist mit deinen Haaren passiert?». «Ich habe sie abrasiert, weil ich Lust dazu hatte.» Er nickt leicht verwirrt und wendet sich sofort wieder freudig seinem Spiel zu. Im Nachhinein wünsche ich mir, dass ich angefügt hätte: «Weisst du, es ist ja egal, ob ich ein Junge oder ein Mädchen mit kurzen Haaren bin, nicht wahr?». Das Schöne ist aber, dass das gar nicht nötig war. Kinder können so brutal ehrlich wie unvoreingenommen sein – genauso, wie ich mir das für den Rest der Gesellschaft wünsche.

Vielleicht will ich eben doch jemandem etwas beweisen. Es ist ein «fuck you» an den Sexismus, an gängige Normen und Rollenverteilungen, an Schönheitsideale – und nicht zuletzt an mich und meine Eitelkeit.

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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  • laola 10.06.2017 13:04
    Highlight Respekt, das hätte ich mich nicht getraut (ok ich will es auch nicht) Ich finde es wirklich mutig!
    Anderes Thema: Beim Satz das dich in Ney York niemand komisch ansieht musste ich schmunzeln. Denn als ich da mal in den Ferien war und mit meiner baggy trainerhose lebensmittel einkaufen ging haben sehr viele sehr komisch geschaut. also kann man meiner Meinung nach nicht sagen das dich niemand komisch ansieht, du ignorierst es vielleicht einfach oder du bemerkst es echt nicht.
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    • jennyz 10.06.2017 20:33
      Highlight Hi Laola, ach ja? Interessant. Kann es sein, dass du in Manhattan und nicht in Brooklyn warst? Brooklyn ist die Hipster-Hochburg (insbesondere Williamsburg, Bushwick etc.) und hier scheint das niemanden zu kratzen.
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  • Wolf2000 10.06.2017 07:22
    Highlight Warum nur??? 🙈
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  • Sherlock64 09.06.2017 17:16
    Highlight Auf dem Bild ist nichts von einer Glatze zu erkennen, sondern nur ganz kurze Haare. Ein Glatze aber bedeutet: Nass rasieren. Das Resultat ist der ultimative Kick, denn der Unterschied zwische 0mm und 2mm ist riesig. Und das absolut Grösste: ein warmer Sommerregen auf dem frisch rasierten Schädel. Unvergleichliches Gefühl, wenn die Tropfen aufschlagen und zerplatzen.
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  • J. von und zu S. 09.06.2017 16:40
    Highlight Ich finde deine Glatze toll! Aber kann es sein, dass die Glatze dir doch ein wenig unangenehm ist? Oder wieso ist auf dem Glatzen-Bild dein halber Kopf so im Schatten, dass man kaum was davon sieht?
    20 0 Melden
    • jennyz 10.06.2017 20:38
      Highlight Am 1. Tag war es ungewohnt, ja. Mittlerweile habe ich aber total Freude daran. Hab einfach noch nicht so viele (gute) Fotos – bin wohl noch immer eitel ...
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  • Gelöschter Benutzer 09.06.2017 11:06
    Highlight May I express how happy I am that you, dear Jennifer, have found a way to your inner self.
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  • Lady Shorley 09.06.2017 08:17
    Highlight Dass Haare (vor allem lange) noch immer als Attribut für Weiblickeit stehen, sehe ich am Beispiel meiner Mutter. Sie hat seit sie 20 ist eine Glatze, da sie eine extreme Form vom kreisrunden Haarausfall hat. Früher hat sie darunter sehr gelitten und Perücken getragen, die Blicke der Leute haben ihr damals sehr zugesetzt. Heute trägt sie ihre Glatze ganz selbstverständlich, und ich bin stolz auf sie! Und sie sagt, sie müsse sich nie um graue Haare Gedanken machen.
    34 3 Melden
    • jennyz 10.06.2017 20:28
      Highlight Liebe Lady S., das freut mich sehr für deine Mutter! Auch ich hatte als Kind kurze Zeit kreisrunden Haarausfall und musste mir von meinen Mitschülern doofe Sprüche anhören.
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  • Gelöschter Benutzer 08.06.2017 23:27
    Highlight Immer öfters suchen Menschen danach, Konventionen über das Äussere zu brechen. Der wahre Konventionsbruch aber ist intellektueller Art.
    82 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 09.06.2017 08:37
      Highlight Wie wahr, wie wahr.... Da hilft auch kein Tattoo oder weisses Auto....
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  • BaDWolF 08.06.2017 22:35
    Highlight Ok nu wirds flach.. Nie wieder bad hair day! YAY
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  • Gelöschter Benutzer 08.06.2017 22:32
    Highlight Unspektakulär.
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  • DerTaran 08.06.2017 22:21
    Highlight Ein paar mehr Bilder wären schon angebracht gewesen, oder nicht?
    107 1 Melden
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  • forestkidd 08.06.2017 22:18
    Highlight Mir die Haare abzurasieren steht auch noch auf meiner Liste. Hab sie die letzten vier Jahre wachsen lassen, weil ich die Haare spenden wollte. Nun hänge ich irgendwie doch daran. Spätestens wenn mir mein Undercut zu blöd wird, kommen sie aber dann doch ab. Ich sehe es auch als Erfahrung und vielleicht gefällt's mir ja sogar. Und wenn nicht... sind ja nur Haare. Die wachsen nach!
    15 12 Melden
    • jennyz 10.06.2017 20:46
      Highlight Jaa, do it :)!
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  • alana 08.06.2017 22:15
    Highlight You live in New York, we get it. Aber nach dem x-ten Mal New York erwähnen hat es gereicht. Mutig, das zu tun, aber der Text hatte von mir aus noch etwas tiefgründiger sein dürfen.
    77 5 Melden
    • ElendesPack 09.06.2017 08:25
      Highlight Meinst Du, sie wohnt wirklich in New York? Das wäre ja der Gipfel der Hip-heit!
      42 1 Melden
    • jennyz 10.06.2017 20:30
      Highlight Das ist es in der Tat (der Gipfel der Hip-heit)! Was hätte dich denn noch interessiert, alana?
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  • leu84 08.06.2017 22:08
    Highlight Respekt!! :)
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  • Oj Manbrook 08.06.2017 21:38
    Highlight "Ich schiebe weder eine Krise, noch will ich jemandem etwas beweisen." ... wer's glaubt.

    Auch klar, dass viele Komplimente von Frauen kommen, die haben dann wieder Konkurrenz weniger.

    Ich muss immer lachen wie die Menschen die "ihr Ding durchziehen" und dabei so viel Bestätigung von aussen benötigen. Jetzt gerade weiss ich nicht warum ich das überhaupt gelesen habe.

    Hauptsache alle sind bisschen individuell, dann sind am Schluss auch wieder alle gleich.
    117 21 Melden
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  • Hades69 08.06.2017 21:37
    Highlight Jede chan mache was er will, will jede staht dezue was er macht. Mit Würde xeht JEDE guet us!
    54 2 Melden
    • James McNew 09.06.2017 18:45
      Highlight Ja gut. Aber wenn jepper so schräg aluegt, dänn gang 'ch vor ihm, wettsch du min fetli ha oder so?
      5 1 Melden
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  • Macke 08.06.2017 21:30
    Highlight Toll, dass du es gemacht hast! Ich bin nur etwas verunsichert von deiner Aussage zu "genderfluid". Für mich sind alle Menschen, die ich in meinem Leben kennengelernt habe, zu einem grossen Teil genderfluid. Noch nie habe ich einen Menschen getroffen, der absolut in das Stereotyp "weiblich"/"männlich" gepasst hat. Aber dadurch, dass wir heute alle Menschen, die vom Stereotyp abweichen, als genderfluid bezeichnen, stärken wir die Stereotype - obwohl sie nicht existieren.
    45 2 Melden
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  • Alex_Steiner 08.06.2017 20:31
    Highlight Die Leute glauben einfach du hast ne Chemo hinter dir.
    127 24 Melden
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  • Petitsuisse 08.06.2017 20:07
    Highlight Also ich finde Frauen mit Glatze sehr erotisch. Und das nicht wegen irgendwelcher "lesbischer" Fantasien, sonder weil eine kahle Frau auf mich stark und doch verletzlich wirkt. Ich selber bin bzw. auch kahlrasiert.
    44 44 Melden
    • lululove 08.06.2017 23:07
      Highlight Danke 🤙🏼
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Vom Rabbi zur Frau: «Lange Zeit dachte ich, ich sei verrückt»

Sie macht gerne Witze darüber, dass sie der wohl einzige weibliche chassidische Rabbi ist. Der Weg aus der jüdisch-orthodoxen Satmar-Gemeinde und vom Mann zur Frau war aber alles andere als lustig.

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