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Warum du keine Angst vor dem Tod haben musst

Bild: unsplash

Vor dem Tod fürchten sich viele – schliesslich wissen wir nicht, was uns erwartet (oder nicht). Doch die letzten Worte von sterbenden Menschen zeigen, das Hinscheiden ist gar nicht so schlimm, wie wir es uns vielleicht vorstellen. 

07.09.17, 19:58 13.09.17, 12:53

Es ist der 19. Juni 1986 in Harris County, Texas. Den US-Amerikaner Kenneth Albert Brock erwartet die Todesspritze. Nur wenige Momente vor der Injizierung versucht sein Anwalt panisch und völlig zwecklos eine Begnadigung zu beantragen. Auch Brocks Vater will den rechtssprechenden Gewalten das Todesurteil über seinen Sohn ausreden. Brock selber bleibt gelassen. Seine letzten Worte waren:  

«I have no last words. I am ready.»

Brocks letzte Worte wurden zusammen mit den letzten Lebenssequenzen von 500 weiteren zu Tode verurteilten Personen veröffentlich. Der Psychologe Kurt Gray hat sie alle gelesen und ist fasziniert: «Entgegen meinen Erwartungen waren die letzten Worte der todgeweihten Häftlinge grosso modo alle strotzend vor Po­si­ti­vi­tät und Moral.»

Keller eines US-amerikanischen Gefängnisses in Eastern State Penitentiary, Philadelphia. bild: unsplash

Davon ausgehend, stellte er sich die Frage, ob es nur zum Tode verurteilte Straftäter sind, die die Welt mit solch positiven Haltungen verlassen oder ob dahinter ein grösserer psychologischer Zusammenhang besteht.

Dazu hat er zusammen mit einem wissenschaftlichen Team einen Algorithmus entwickelt, der Blog-Einträge von Krebspatienten im letzten Stadium analysiert.

«Ich empfinde keine Reue, nicht ein bisschen. Ich hatte eine tolle Familie, kam in Berührung mit den wundervollsten Menschen, wurde berührt von den wundervollsten Menschen. Wenn es eine letzte Lektion für mich gibt, die mir das Sterben nahegelegt hat, dann ist es Liebe. Liebe ist das Geschenk aller Geschenke. Das höchste von allen. Liebe und Ehrlichkeit.» 

Echter Blogeintrag kurz vor dem Tod einer jung verstorbenen Person

Bild: unsplash

In einem nächsten Schritt bat Gray eine Vielzahl gesunder Menschen, sich in die Situation einer todgeweihten Krebspatientin zu versetzen und davon ausgehend einen fiktiven Blog-Eintrag zu verfassen.

«Hunger und Durst wird von einem hängenden Plastiksack befriedigt, allein die Schwerkraft hält mich noch am Leben – Tropf, Tropf Tropf. Brauche Hilfe für jede Bewegung. Terror und Angst. Doch bin umgeben von so viel Sorge und Liebe. Bin bereit für den nächsten Schritt.»

Fiktiver Blogeintrag einer gesunden Person

Die Ergebnisse zeigten, dass die «nicht kranken» Blogger viel mehr negative als positive Aspekte aufzeigen. Wohingegen bei den tatsächlichen Kranken doppelt so viel positive Worte gefallen sind wie negative Formulierungen. Zudem hat sich bei der Analyse gezeigt, dass sich glücksschwangere Worte wie «Liebe», «Schönheit», «Güte» und «Stolz» immer mehr gehäuft haben, je näher sich die kranke Person beim realen Tod befand.

«Nichts träufelt dem Menschen mehr Terror ins Gefühlsleben als der bevorstehende Tod.»

Kurt Gray gegenüber «science of us»

Das Stichwort, das dieses Phänomen erklären soll, lautet «psychologisches Immunsystem». Jeder Mensch verfügt über diesen geistigen Reflex, der dafür sorgt, einigermassen mit Schicksalsschlägen umzugehen. Gray beschreibt ihn als «den inneren Mechanismus», der Sätze hervorbringt wie:   

Im begleitenden Aufsatz zu seinen Untersuchungen schreibt er: «Das psychologische Immunsystem springt erst dann an, wenn wir es wirklich brauchen, wenn schlimme Sachen passieren. In unserer Gesellschaft wird nichts so extrem schlimm antizipiert wie der Tod. Was bedeutet, dass bei der Diagnose einer tödlichen Krankheit sofort ein starker, sinn-suchender Prozess eingeleitet wird. Kurz: Man beginnt die Situation zu rationalisieren.»

«Ich werde wohl nicht mehr viel mehr als eine Woche zu leben haben. Ich werde sie mit den Menschen verbringen, die ich liebe und Dinge tun, die ich vermisst habe. Danke für alles, was ihr mir auf meinem Weg mitgegeben habt. Ich weiss, dass ich, abgesehen von meinem momentanen Zustand, ein schöneres Leben geführt habe, mit mehr Komfort, mehr Qualität, als viele andere es haben. Danke dafür. Let's go!»

Realer Blogeintrag einer Krebspatientin im letzten Stadium

bild: unsplash

Natürlich muss man die Kühnheit, mit der die Blog-Posts verfasst sind, auch relativieren. Blogs werden für ein öffentliches Publikum geschrieben. Ihre teils poetischen Inhalte zeigen oft lediglich die Seite des Autors, die er selber akzeptiert und deshalb auch gewollt ist zu zeigen. Dennoch sei für Gray klar, dass seine Untersuchungen zeigen, dass der Tod für Sterbende viel würdevoller sei, als sich das gesunde Menschen vorstellen können.

Denn anders als man denke, fände der Tod nicht in Einsamkeit und Bedeutungslosigkeit statt. Viel mehr finde man in den letzten Zügen des Lebens die Bedeutung im Tod. Man sei nicht allein, sondern bei ganz anderen, viel höheren Dingen. Nicht fokussiert auf sich selbst.

«Wir sehen uns dort. Dort bei den anderen Menschen, um die wir uns wirklich kümmern.»

Ein US-amerikanischer Häftling vor der Todesspritze

Auch weitere Stimmen aus Wissenschaft und Praxis folgen dieser Meinung. Eine Cambridge-Studie letzten Jahres beispielsweise befasste sich mit dem Sterbeprozess von über 95-jährigen Menschen. Restlos alle seien dem Tod gegenüber gelassen eingestellt gewesen, heisst es dort. Und bei der Mehrheit fiel der Satz «I'm so ready» just vor dem letzten Atemzug.

Des Weiteren erklärte eine Schweizer Sterbebegleiterin kürzlich gegenüber SRF, dass der Tod meistens mit einem Lächeln daherkommt und viele das Gefühl des Sterbens mit dem freudigen Aufschrei: «Oh, jetzt kommt's!» ankünden.

Mehr dazu im Video:

Das Gefühl, das der todgeweihte Häftling Kenneth Albert Brock vor 31 Jahren in einer texanischen Hinrichtungszelle verspürte, kennen die Wenigsten, die diesen Text lesen werden. Aber irgendwann wird es wohl oder übel auch uns vergönnt werden. Auf schönere oder auf unschönere Weise, früher oder später. Hoffentlich letzteres, damit wir noch schön lange Angst davor haben können, bis uns klar wird, dass es eigentlich nicht viel zu befürchten gibt. Schliesslich ist diese Angst ja die Kraft, die uns am Leben hält.

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  • Fumia Canenero 09.09.2017 21:13
    Highlight Es ist völlig in Ordnung, Angst vor dem Tod zu haben. Was die erwähnten Blog-Einträge oder Aussagen wert sind, weiss ich nicht. Empfindungen können zu- und abnehmen wie Wellengang. Die Angst ist ein Freund, der uns in der Regel vor Gefahren warnt; wir können sie wahrnehmen, ohne ihr die Kontrolle zu überlassen. Und - Angst vor dem Leben zu haben ist weitaus schlimmer als Angst vor dem Tod.
    3 0 Melden
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  • Naughtious Maximus 09.09.2017 17:23
    Highlight Interessant, dass ein solcher Artikel um den 'Internat. Tag der Organspende' aufgeschaltet wird.
    Zufall oder steckt mehr dahinter?
    4 4 Melden
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  • smarties 09.09.2017 09:17
    Highlight "Wir jaben gern gelebt, aber einmal reicht!" Junge Menschen, alteMenschen von den Toten Hosen bringts auf den Punkt
    1 1 Melden
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  • inux 08.09.2017 18:19
    Highlight Ich empfehle euch das Buch "proof of heaven" oder zu Deutsch "ein Blick in die Ewigkeit". Es hat meine Vermutungen und mein Bauchgefühl komplett bestätigt. Aber was solls 100% sicher kann man nie sein - wir werden es alle selber herausfinden
    2 1 Melden
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  • Hans Jürg 08.09.2017 14:54
    Highlight Angst vor dem Tod habe ich nicht, aber vor dem Sterben.
    20 3 Melden
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  • BigPun 08.09.2017 11:34
    Highlight Mit guten Taten, Absichten und Glaube an Gott, hat man schon jetzt keine Angst vor dem Tod. ;)
    6 35 Melden
    • BigPun 08.09.2017 18:55
      Highlight Die Masse hat immer unrecht muahahaha :D
      4 5 Melden
    • Naughtious Maximus 09.09.2017 17:27
      Highlight Gute Taten, was meinst du damit? Ein Organ spenden zB? Würde ich nie tun, solange schwerreiche Menschen wie David Rockefeller 7(!) mal eine Herztransplantation machen können.
      5 1 Melden
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  • amRhein 08.09.2017 10:32
    Highlight Angst vor dem Tod habe ich nicht, weil für mich einzig das Leben relevant ist. Meine Sicht.
    6 6 Melden
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  • ShadowSoul 08.09.2017 10:14
    Highlight Zu diesem Thema fällt mir immer das Buch "5 Dinge die Sterbende am meisten bereuen" ein. Wirklich sehr empfehlenswert.

    Und sehr schöner Artikel!
    5 2 Melden
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  • Lady Shorley 08.09.2017 09:35
    Highlight Danke für den tollen Text! Ich kann dem nur von ganzen Herzen zustimmen.
    Vor drei Jahren wurde bei meinem Vater Krebs festgestellt. Die aktuelle Therapie wirkt super, wir dürfen optimistisch sein.
    So hart es klingt, diese Diagnose hatte auch Gutes! Seit diesem Zeitpunkt leben wir (die ganze Familie) viel bewusster und intensiver, schieben Dinge nicht mehr auf, sind spontaner und viel zufriedener.
    Denn, egal was nach dem Tod kommt, ob Nichts oder ein neues Leben, unser aktuelles Leben haben wir nur einmal, und dieses verdient es, dass wir das Beste daraus machen.
    19 2 Melden
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  • Calvin WatsoFF 08.09.2017 09:14
    Highlight Was nützt die Angst vor dem Sterben? Da frag ich mich schon eher, wird mein Ableben kurz und schmerzlos sein, oder liegt noch ein Leidensweg vor mir. Beim Sterben ist jeder für sich Der Erste. Ist die Zeit gekommen und ich wünschen dürfte, dann bitte Ersteres.
    4 4 Melden
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  • Theor 08.09.2017 07:37
    Highlight Ich glaube zwar nicht, dass nach dem Leben noch irgendwas sein wird, aber das unausweichliche zu fürchten ist etwa so sinnentlehrt wie den Sonnenuntergang zu fürchten. Beide werden nunmal kommen, so oder so.
    13 5 Melden
    • Naughtious Maximus 09.09.2017 17:28
      Highlight Manche glauben an Wiedergeburt. Ich zum Beispiel.
      Aber nicht im buddhistischen Sinne.
      2 1 Melden
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  • Sauraus 08.09.2017 06:44
    Highlight "Wer den Tod nicht fürchtet achtet das Leben nicht..."
    Irgend so eine gescheite Person
    18 8 Melden
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  • Takapuna 08.09.2017 06:31
    Highlight Da ich an Wiedergeburt glaube sehe ich den Tod eh nur als Uebergang in eine andere Welt, wo es dann irgendwann wieder einen Uebergang zurück in diese Welt gibt.
    Hast du dann den Zustand erreicht, den Buddha, Krishna, Jesus, Mohammed, Yogananda und einige andere erreichten, ist eine Wiedergeburt nicht mehr notwendig.
    18 24 Melden
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  • Silent Speaker 08.09.2017 05:26
    Highlight Bei all der, sorry, dampfenden Kacke, die auf dem Planeten abgeht, kann man sich eigentlich nur auf den Check-out freuen.
    24 18 Melden
    600
  • Spooky 08.09.2017 01:25
    Highlight Ich bin Hindu. Ich habe mehr Angst vor meiner nächsten Geburt als vor meinem Tod😱😂😆😁
    30 4 Melden
    • Triumvir 08.09.2017 09:08
      Highlight Ja, wer in diesem Leben zuviel sündigt, der sollte wirklich Angst vor seiner Wiedergeburt haben...
      8 0 Melden
    • Spooky 08.09.2017 13:38
      Highlight @Triumvir
      Das wollte ich ja damit sagen.😀
      8 0 Melden
    • Naughtious Maximus 09.09.2017 17:32
      Highlight Karma ist frei erfunden und existiert nicht Es ist etwa genauso ein Druckmittel auf die Menschen wie die Erfindung der Hölle durch die Christen.
      Lass dich nicht entmutigen in diesem Leben, Spooky.
      5 1 Melden
    600
  • Theodorli 08.09.2017 01:24
    Highlight Seit ich gehört habe , dass wir pro Sekunde von
    50 Milliarden Neutrinos durchströmt werden
    welche sich dabei auch verändern ,sehe ich wieder
    eine mögliche Transformation unserer Persönlichkeit
    in ein universales Neutrinomeer ein zu gehen.
    Dieser Neutrino Ozean im All ist vielleicht auch die
    so genannte dunkle Materie und unsere Mentalen
    Werte die so genannte dunkle Energie.
    Auf alle Fälle, nichts geht verloren.
    18 4 Melden
    • Naughtious Maximus 09.09.2017 17:33
      Highlight Dunkle Materie existiert so viel ich weiss nicht. In der heutigen 'Wissenschaft' (es ist eher zu einer Religion geworden) werden Dinge 'erschaffen' damit sonst unerklärliche Theorien, Sinn ergeben.
      3 2 Melden
    • Theodorli 10.09.2017 13:03
      Highlight Herr Naughtious Maximusrr,

      Die Natur der Dunklen Materie ist eine wichtige offene Frage der Kosmologie.
      1 0 Melden
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  • DäPublizischt 08.09.2017 01:11
    Highlight Zwei Blinde, müd' vom Wandern, seh' ich am Ufer steh'n. Der Eine sagt zum Ander'n: "Leb' wohl, auf Wiederseh'n."

    - Ein Gedicht, welches wir nach dem Tod meines Grossvaters im Spital auf einem Blatt Papier gefunden haben.
    Ich werde es nie vergessen!
    26 0 Melden
    600
  • DingoAteMyBaby 08.09.2017 01:06
    Highlight Ich beneide fast die Denkweise die die Antiken hatten. Je nach Kultur waren sie ja 100% sicher das es ein Leben nach dem Tod gab. Somit war, denke ich mir, das dahingehen für sie ja fast abenteuerlich. Die Rationalität erlaubt uns dies nicht mehr. Tod ist ewiges nichts und dies ist angsteinflössend für Leute wie ich. Je mehr ich daran denke umso schlimmer wird es...
    19 2 Melden
    • Naughtious Maximus 09.09.2017 17:34
      Highlight Sorry, aber da bist du selber schuld, wenn du dich in sogenanntem Rationellem gefangen hälst.
      Es gibt noch viel mehr ausserhalb der künstlich gezogen Grenzen.
      2 1 Melden
    600
  • Bonzino 07.09.2017 23:49
    Highlight Der Tod hat nichts poetisches. Für manche kann es eine Erlösung sein. Es ist auch nicht so, dass man mit einem Tannenzweig in den Händen und einem Lächeln im Gesicht einschläft. Das tun die Wenigsten. Schaut euch die verzerrten Gesichter des letzten Weltkriegs an. Dann kommen melancholische Dichter und schreiben vom süssen Tod. Das Herz setzt aus, dann das Gehirn. Oder umgekehrt. Der Mensch hat eigentlich keine Angst vorm Tod sein, aber vom sterben. Da ist viel Angst, keine Poesie.
    15 4 Melden
    600
  • smoking gun 07.09.2017 23:03
    Highlight Das tröstliche am Tod ist die Gewissheit, dass alle Menschen seit hunderten von Generation das gleiche Schicksal erwartet: totalales Lichterlöschen oder individuelles weiterleben.
    25 1 Melden
    600
  • shthfckup 07.09.2017 23:01
    Highlight Das schwierigste am sterben, ist wahrscheinlich das loslassen.
    40 0 Melden
    • Trouble 08.09.2017 05:56
      Highlight Das stelle ich mir gleich vor. Ich habe keine Angst vor dem Tod, jedoch daran zu denken, dass ich irgendwann akzeptieren muss, geliebte Personen nie mehr zu sehen und Orte nie mehr besuchen zu können, macht mich traurig. Deshalb hoffe ich, einfach unerwartet sterben zu können... Irgendwann einmal.
      19 1 Melden
    • shthfckup 08.09.2017 10:24
      Highlight Ja das ist so. Allerdings haben wir letztendlich sowieso keine wahl. Früher oder später muss jeder los lassen.
      6 0 Melden
    600
  • Bonnehome 07.09.2017 22:36
    Highlight Der Tod: das Erlöschen unserer Sinneseindrücke, die Erlösung von der Tyrannei unserer Triebe, von unserer mühseligen Denkarbeit und von der Fron für das Fleisch.
    Marc Aurel
    Selbstbetrachtungen
    34 2 Melden
    600
  • Marlon Mendieta 07.09.2017 22:29
    Highlight Ich bin jung, gesund und liebe mein Leben.
    Trotzdem hat für mich der Tod eine gewisse Faszination.Vieleicht ist es übertrieben, wenn ich sage, dass ich mich manchmal ein bisschen darauf freue.
    Aber stellt euch vor wieviel Anstrengung, Stress und Schmerz ein Mensch erlebt. Je älter, desto mehr.
    Und dann kommt irgendeinmal der Moment, indem dem sich der Körper zum ersten Mal absolut entspannt. Muskeln die seit unserer Enstehung immer arbeiten, bleiben stehen.
    Wer das ohne Angst erlebt, hat sicher das grossartigste Erlebniss, des ganzen Lebens. So blöd es tönt.
    53 6 Melden
    • shthfckup 08.09.2017 10:25
      Highlight Nein ich verstehe dich voll und ganz. Viele glauben nicht daran, aber ich freue mich auf das was danach kommt.
      5 0 Melden
    600
  • Nausicaä 07.09.2017 21:56
    Highlight Ich bin grad recht begeistert, dass sich Jovin und Watson an dieses wichtige, zu oft und zu vehement verdrängte Thema heran wagen. Daraus könnte man gleich eine Reihe machen...
    Danke aber erstmal für diesen Text!
    84 4 Melden
    • nickname* 07.09.2017 22:16
      Highlight sehe ich auch so! bitte mehr solche artikel!
      36 2 Melden
    600
  • Takapuna 07.09.2017 21:39
    Highlight Warum Angst haben?
    Der Tod ist ja nichts schlimmes.
    Ein Abschied für die Hinterbliebenen.
    13 8 Melden
    600
  • Dageka 07.09.2017 21:37
    Highlight Der einzige Grund, warum ich mich vor dem Tod fürchte, ist meine "Fear of missing out". Auf der Welt gibt es so vieles zu erleben, was in einer Lebzeit kaum möglich ist. Wäre doch Schade, wenn man dann früh dahinscheidet.
    43 9 Melden
    600
  • moedesty 07.09.2017 21:32
    Highlight kann sowas nicht lesen. bekomme fast keine luft.
    18 12 Melden
    • Holla die Waldfee 07.09.2017 22:42
      Highlight Warum?
      15 4 Melden
    600
  • öpfeli 07.09.2017 21:03
    Highlight Jovin, ich mag deine Texte sehr!
    31 7 Melden
    600
  • Stefflein 07.09.2017 20:48
    Highlight Ich bin 31, seit langem gesundheitlich nicht auf der Höhe - nichts lebensbedrohliches - und glaube (!) keine Angst vor dem Tod zu haben. Grossen Respekt habe ich aber vor dem Sterben. Damit muss ich leben...
    26 1 Melden
    600
  • Leventis 07.09.2017 20:47
    Highlight Fuggyeahh.. Free Your Minds! The End Is Near!
    7 19 Melden
    600
  • SwissMafia 07.09.2017 20:46
    Highlight Mir persönlich hilft ein einfacher Gedanke:
    Ich kann mich nicht and die Zeit erinnern als ich noch nicht auf der Welt war oder anders gesagt nicht existiert habe. Da war einfach nichts. Ich stelle mir vor genau so wird es sein wenn ich dann mal gehen muss. Ich werde aufhören zu existieren und werde nichts mehr fühlen da ich nicht mehr da bin. Keine angst keinen Schmerz keine reue nichts. Irgendwie beruigt mich dieser Gedanke. Ich weiss nicht ob andere das nachvollziehen können aber vieleicht hilft es ja sonst noch jemandem :)
    51 2 Melden
    • Nausicaä 07.09.2017 22:11
      Highlight Irvin Yalom hat in seinem Buch 'in die Sonne schauen - wie man die Angst vor dem Tod überwindet' geschrieben:
      Da wo der Tod ist, bist du nicht und da wo du bist, ist der Tod nicht. Deswegen brauche man den Tod nicht zu fürchten. Ursprünglich ist das Gleichnis von Epikur.
      Yalom, als Dozent für Psychiatrie hat herausgefunden, dass je sinnvoller (Sinn muss selbst gesucht und gegeben werden) und reicher (nicht im materiellen Sinn) ein Leben ist, desto weniger fürchten die Menschen den Tod.
      Menschen, die ihr Leben mit Freude gelebt haben, haben weniger Probleme damit, zu sterben.
      18 2 Melden
    • Bonzino 08.09.2017 09:08
      Highlight Nausicaä: Personen die ihr Leben nach Büchern leben, sind mir suspekt. Das Leben passiert nicht im Papier, man muss es erleben. Sprüche von Dichtern die davon leben. Keiner war vorher Tod.
      6 6 Melden
    • Nausicaä 08.09.2017 09:44
      Highlight Jaja die lieben Vorurteile. Ich habe auch welche. So sind mir Menschen, die plumpe Vorurteile haben, einigermassen suspekt.
      Die Kapazität von gewissen Leuten ist halt gross genug, um das Leben gleichzeitig zu erleben und sich zusätzlich mit differenzierten Gedanken und dem Erleben anderer zu befassen.
      7 1 Melden
    600
  • King Susi auf der Autobahn 07.09.2017 20:43
    Highlight Dass ein dem Tod geweihter Death Row Kandidat oder Krebskranker sich mit seinem Schicksal abfindet und das positiv sehen will, ist nur natürlich. Es ist zu einem gewissen Ausmass auch ein Selbstschutz, der durch eine lange Zeit, in der der Betroffene sich mit seiner Situation abfinden kann, aufgebaut wird. Hat ein Unfall- oder Mordopfer auch diese Gelassenheit?
    16 3 Melden
    • Holla die Waldfee 07.09.2017 22:43
      Highlight Ja. Das haben viele.
      5 11 Melden
    • Holla die Waldfee 08.09.2017 09:32
      Highlight Wieso blitzlet ihr Leute? Schliesst ihr von euren Ängsten auf den Rest der Welt? Oder mangelt es an entsprechenden Erfahrungen?
      5 4 Melden
    600
  • giandalf the grey 07.09.2017 20:29
    Highlight Wunderschöner Beitrag, danke!
    52 4 Melden
    600
  • RenRenRen 07.09.2017 20:14
    Highlight Wer hat Angst davor ?!

    Falls ja, dringend den persönlichen Sinn hier finden und geniessen!
    8 19 Melden
    • RenRenRen 07.09.2017 20:59
      Highlight ... und dann mit wehenden Fahnen abtreten! ^^

      ps: der Sinn liegt nicht in Tibet oder einer Götze ... sondern in deiner Seele ... Schritt um Schritt findest das ... (Origenes 180 n.Chr.)
      8 11 Melden
    • Silent Speaker 08.09.2017 05:22
      Highlight Origenes lebte schon vor langer Zeit. Man möge ihm Verzeihen, dass er bestimmte Erkenntnisse noch nicht erlangte.

      http://www.spektrum.de/news/warum-wir-an-die-seele-glauben/1379699
      2 1 Melden
    600
  • Alex23 07.09.2017 20:14
    Highlight Interessanter und berührender Text. Gut ins Artikelformat gebracht.
    Wir sollten uns viel öfter mit diesem Thema auseinandersetzen.
    69 4 Melden
    600
  • Illyrer 07.09.2017 20:09
    Highlight Entgegen der oben aufgeführten These, man solle keine Angst vor dem Tof haben, bin ich überzeugt, dass man Angst vor dem Tod haben MUSS, denn "...die Angst holt das Dasein aus seinem verfallenden Aufgehen in der Welt zurück" - Heidegger.
    6 20 Melden
    • Leventis 07.09.2017 20:45
      Highlight 👍
      Jedes (menschliche) Individuum empfindet Ängste so lange es existiert..
      Die Frage beantwortet sich indem, und wie wir mit ihnen umgehend leben und sterben. 😉
      13 4 Melden
    • Tschedai 07.09.2017 21:16
      Highlight "Jedes (menschliche) Individuum empfindet Ängste so lange es existiert.."

      Das ist eine Behauptung.
      8 11 Melden
    • Leventis 07.09.2017 23:10
      Highlight Ja, ich weiss.
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  • Kommenta(to)r 07.09.2017 20:07
    Highlight "Ich empfinde keine Reue, nicht ein bisschen. Ich hatte eine tolle Familie, kam in Berührung mit den wundervollsten Menschen, wurde berührt von den wundervollsten Menschen. Wenn es eine letzte Lektion für mich gibt, die mir das Sterben nahegelegt hat, dann ist es Liebe. Liebe ist das Geschenk aller Geschenke. Das höchste von allen. Liebe und Ehrlichkeit."

    Gemäss Quelle eine jung gestorbene Person...

    Sehe ich genauso. Bin noch nicht 30. Seit ich denken kann, gehört für mich der Tod einfach zum Leben. Kann niemand ändern.

    Weshalb also Angst haben?

    ...wieder sehr starker Beitrag Jovin 👍👏
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  • Chrutondchabis 07.09.2017 20:00
    Highlight Ich versteh ganz allgemein nicht warum man generell vor irgendwas Angst haben muss. Ist das nicht total anstrengend?
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    • öpfeli 07.09.2017 20:14
      Highlight Doch, es ist anstregend. Angst blockiert in verschiedenen Hinsichten.
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    • EvilBetty 07.09.2017 21:57
      Highlight Und dann mit dem VeloHelm rumfahren, oder wie?

      Das dumme Geschwätz, ey. Angst ist das wichtigste Gefühl von allen. Ohne Angst wäre die Menschheit schon lange ausgestorben. Ohne Angst, kein Mut, kein Fortschritt.

      Klar kann die Angst lähmen. Aber Angst lässt uns über uns hinaus wachsen.

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    • öpfeli 07.09.2017 22:24
      Highlight @evilbetty

      Mir entspricht dein Kommentar nicht.
      Was für ein dummes Geschwätz?
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    • Holla die Waldfee 07.09.2017 22:48
      Highlight Angst ist ein Grundgefühl, das dem Überleben dient. Angst schärft die Sinne und stärkt den Körper für verschiedene Reaktionen. Wer niemals Angst verspürt, leidet garantiert an einer neurobiologischen oder psychologischen Störung.

      Es gibt allerdings heutzutage wirklich viele Ängste, die überflüssig sind. Aber das gilt allgemein für viele steinzeitliche Reaktionen unserer Spezies, die nicht mehr in die moderne Welt passen.
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    • Chrutondchabis 07.09.2017 23:37
      Highlight @EvilBetty
      Das wichtigste Gefühl für mich persönlich ist die Liebe, daraus entsteht Vertrauen, Respekt, Akzeptanz. Vorsicht ist auch ein sehr wichtiges Gefühl als Begleiter, aber Angst?

      @Holla
      Ich werde sehr oft mit der Frage konfrontiert wovor ich Angst habe. Wenn ich aus tiefem Herzen mit "vor nichts" antworte, stimmt etwas nicht mit mir? Ich fühle mich sehr frei, freier als Menschen mit Ängsten, was ist da los? Meine Frage ist ernst gemeint.

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    • Holla die Waldfee 08.09.2017 00:03
      Highlight Chrut :-)
      Vielleicht reden wir nicht vom gleichen? Man muss nicht ständig irgendwelche Ängste haben. Da stimm ich dir völlig zu. Und gesund wär das auch nicht. Aber stell dir Notsituationen vor! Feuer, Unfall, Gewalt, Krieg, Naturkatastrophe! Was auch immer. Und du mitten drin. Wenn du wirklich vor nichts und niemand Angst hast, empfehle ich dir ein Gespräch mit einer Fachperson zu führen. Wie gesagt: Angst setzt in Körper und Geist ein Potenzial frei, das Überleben ermöglicht.
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    • icom 08.09.2017 16:57
      Highlight @chrütli
      Ich habe noch nie jemanden getroffen der keine Angst hatte. Ich habe sogar schon mit Mördern über diese Thematik gesprochen und auch die hatten Angst vor bestimmten Sachen. Man muss nur tief genug graben..
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    • Holla die Waldfee 08.09.2017 17:32
      Highlight @ icom
      Wieso soll ein Mörder mehr oder weniger Angst vor dem Tod haben als andere? Ich hab auch schon mit einigen gesprochen. Zum Teil hatten wir intensive Gespräche über viele Monate.

      Geht's um den Sterbevorgang und Schmerz, entscheiden Erfahrung oder medizinischen Kenntnisse, ob man Angst hat oder nicht.

      Geht's um ein allfälliges Jenseits, so ist Angst vor dem Tod bei allen Menschen von ihrem Glauben oder Nichtglauben abhängig.

      Ich habe schon einige ganz normale Menschen getroffen, die keine Angst vor dem Tod hatten. Sogar welche, die sich darauf freuten.
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    • icom 18.09.2017 14:12
      Highlight @Holla
      Hmm.. gute Frage. Vermutlich habe ich gedacht das jemand der bereit ist Leben zu nehmen automatisch auch weniger Wert legt auf seins..
      Zu einfach gedacht. Nicht alle morden aus den gleichen Motiven. Wow, sich freuen auf den Tod?? Wie geht das? Aber bitte ohne Religionen..
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    • Holla die Waldfee 18.09.2017 17:01
      Highlight Das geht auch ohne Religion. Hattest du noch nie von etwas genug, weil du zuviel davon hattest? So geht es einigen auch mit dem Leben. Oder dem Schmerz, dem Chaos, dem Sisyphos-Aspekt, etc. etc. Und manchmal ist man einfach nur müde. Sehr müde.
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