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Rauchen sollte für Schwangere tabu sein. Was ist noch verboten?
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Haare färben, Katze streicheln, Wände streichen: Was schadet in der Schwangerschaft wirklich – und was ist nur Panikmache?

Ob Alkohol, Rauchen oder Medikamente: Während der Schwangerschaft gibt es viele Verbote. Doch manche der Warnungen scheinen übertrieben. Was schadet dem ungeborenen Kind wirklich? Ein Überblick in 11 Punkten.

17.09.15, 08:23 18.09.15, 08:44

Irene Habich / spiegel online

Ein Artikel von

Kein Marathonlauf mehr, kein wilder Sex und kein Tropfen Alkohol: Schwangere werden von allen Seiten mit Verboten bedacht. Da fällt es mancher werdenden Mutter schwer, sich zurechtzufinden. Was aber ist wirklich verboten, was nicht und was nur ein bisschen? Elf Verbote im Check:

Medikamente

Während der Schwangerschaft Medizin zu nehmen, lässt sich nicht immer vermeiden. Die Datenbank von Embryotox, dem Berliner Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, liefert einen guten Überblick, welche Medikamente während der Schwangerschaft sicher sind. Achtung: Auch pflanzliche Mittel, die ohne Rezept verkauft werden, können dem ungeborenen Kind schaden. Homöopathische Arzneimittel haben zwar normalerweise kaum Nebenwirkungen, dafür ist aber auch die Heilwirkung unbewiesen.

Generell gilt: Wird eine Krankheit während der Schwangerschaft nicht richtig behandelt, schadet das dem ungeborenen Kind unter Umständen mehr, als es die richtigen Medikamente tun würden.

Alkohol

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Experten schätzen, dass in Deutschland pro Jahr etwa 10'000 Babys zur Welt kommen, die durch den Alkoholkonsum ihrer Mutter Schaden genommen haben. Einen Grenzwert gibt es nicht, Schwangere sollten Alkohol ganz meiden. Laut Robert Koch-Institut (RKI) verzichtet aber jede fünfte Frau nicht konsequent darauf.

E-Zigaretten

Dass Rauchen in der Schwangerschaft tabu sein sollte, ist bekannt. Aber was ist mit E-Zigaretten? Auch die enthalten meist Nikotin, das in den Blutkreislauf gelangt und Lunge, Herz und Nervensystem des ungeborenen Kindes schädigen kann. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) rät Schwangeren daher vom E-Zigaretten-Konsum ab.

Flugreisen

Verläuft die Schwangerschaft normal, sind einzelne Flugreisen kein Problem für Mutter und Kind. Werdende Mütter sollten Reisepläne aber mit ihrem Arzt besprechen, wenn eine Risikoschwangerschaft besteht. Naht der Geburtstermin, sollte man natürlich nicht in den Flieger steigen: Die meisten Fluggesellschaften nehmen Schwangere ohnehin nur bis etwa zur 36. Schwangerschaftswoche mit.

Sport

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Moderater Sport während der Schwangerschaft ist gesund. Extreme Belastungen, die den Puls in die Höhe treiben, sind es nicht. Schwangere haben zudem ein höheres Risiko, sich zu verletzen, weil ihre Gelenke und Bänder aufgelockert sind und sich durch den Bauch der Schwerpunkt des Körpers verlagert. Am besten ist es daher, auf die gewohnte Art Sport zu treiben und neue Bewegungsformen zu meiden.

Sanftere Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen empfehlen sich eher als beispielsweise Joggen oder Aerobic. Zudem sollten Schwangere auf Sport mit einem hohem Risiko für Stürze oder Stösse in den Bauch verzichten, wie etwa Reiten oder Skifahren, aber auch Mannschaftsballsport.

Wände streichen

Vor der Geburt eines Kindes steht häufig ein Umzug an. Aber sollte eine werdende Mutter das Babyzimmer streichen? Besser nicht. Denn die streichende Schwangere atmet oft stundenlang Lösungsmittel und andere Chemikalien ein, deren Einfluss auf eine Schwangerschaft nicht ausreichend untersucht ist.

Katze streicheln

Katzen sind häufig Träger von Toxoplasmen, Parasiten, die beim Kontakt mit Katzenkot auf den Menschen übertragen werden können. Steckt sich eine Frau während der Schwangerschaft erstmals mit Toxoplasmose an, ist das gefährlich für das ungeborene Baby. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt davor, dass schwere Missbildungen und Fehlgeburten auftreten können.

Schwangere sollten beim Umgang mit Katzen vorsichtig sein und auch nicht das Katzenklo säubern – oder dabei unbedingt Handschuhe tragen. Wenn ohnehin bereits eine Risikoschwangerschaft besteht, kann es ratsam sein, die Katze vorübergehend bei Freunden unterzubringen. Frauen, die schon einmal eine Toxoplasmeninfektion durchgemacht haben, sind in der Regel vor einer neuen Ansteckung geschützt. Laut dem RKI liegt die durchschnittliche Durchseuchung in der Bevölkerung bei 50 Prozent, bei Frauen im gebärfähigen Alter wahrscheinlich jedoch darunter. Den Test auf Toxoplasmose bewerten Experten als unsicher.

Haare färben

Viele Schwangere fürchten, dass der Körper beim Haare färben über die Kopfhaut Chemikalien aufnimmt, die schlecht für das Ungeborene sind. Es gibt zwar keinen eindeutigen Beweis dafür. Allerdings ist bei vielen in Färbemitteln enthaltenden Chemikalien nicht ausreichend untersucht, wie sie sich auf die Entwicklung eines Babys auswirken können.

Auch pflanzliche Haarfärbemittel sind nicht automatisch unbedenklich. Sie können zum Beispiel allergieauslösende Zusatzstoffe enthalten. Um auf der sicheren Seite zu sein, empfehlen viele Ärzte, zumindest im ersten Drittel der Schwangerschaft nicht zu färben.

Konzert besuchen

Der Körper der Mutter dämmt Umgebungsgeräusche ab, sodass sie beim Baby deutlich leiser ankommen. Bei einem extrem lauten Konzert können dennoch Werte erreicht werden, die dem Ungeborenen theoretisch schaden können. Der Embryo hört zwar erst ab etwa der 15. Schwangerschaftswoche. Die Sinneszellen, die für das Hören benötigt werden, beginnen aber schon vorher, sich zu entwickeln. Ein Konzertbesuch ist trotzdem möglich, wenn sich die werdende Mutter einen Platz mit verträglicher Lautstärke sucht.

Vegetarische Ernährung

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Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) lässt sich der Nährstoffbedarf einer Schwangeren durch eine ausgewogene ovo-lacto-vegetarische Ernährung – also ohne Fleisch aber mit Ei- und Milchprodukten – decken. Vegetarierinnen müssen möglicherweise zusätzlich Eisen einnehmen, neben der empfohlenen Folsäure und Jodpräparaten.

Eine vegane, also rein pflanzliche Ernährung in der Schwangerschaft birgt hingegen grosse gesundheitliche Risiken für das Baby, sie kann die Entwicklung des kindlichen Nervensystems stören. Schwangere, die sich trotzdem dafür entscheiden, brauchen dringend eine spezielle medizinische Beratung und müssen Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.

Sex

Sex in der Schwangerschaft ist grundsätzlich erlaubt. Vorsichtig sollten lediglich Frauen sein, die schon einmal eine Fehlgeburt hatten. Der Bundesverband der Frauenärzte rät dann zur Zurückhaltung in den ersten Schwangerschaftswochen, bis erste Untersuchungen zeigen, ob sich das Kind normal entwickelt.

Gegen Ende der Schwangerschaft sollten werdende Eltern ebenfalls auf Geschlechtsverkehr verzichten, wenn sich der Muttermund bereits geöffnet hat oder vorzeitige Wehen auftreten. So wird verhindert, dass es zu einer Infektion der Gebärmutter kommt, oder die Geburt frühzeitig ausgelöst wird.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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  • Dysto 23.09.2015 20:03
    Highlight Auf Katzen, Sex und Vegetarismus würde ich nicht verzichten wollen. Aber ich möchte sowieso nicht schwanger weden.
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  • Addi 17.09.2015 15:45
    Highlight Sex in der Schwangerschaft ist wichtig. Denn sonst ist das Gejammere groß, wenn sich der Mann das woanders holt, was er zuhause nicht mehr bekommt.
    Und geöffneter Muttermund? - Der ist beim Analsex völlig egal.

    PS: Wer glaubt, dass er seine Katza mal so 8 oder 9 Monate zu Freunden abschieben kann und sie dann wieder bekommt, der irrt. Auch eine Katze ist ein Lebewesen und kein Spielball. Toxoplasmose wird bei weitem überbewertet. Und Katzenkistchen säubern geht auch mit Handschuhen - würde ich sowieso immer nehmen, der Hygiene wegen.
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  • Liederli 17.09.2015 14:21
    Highlight Schließe mich der Kritik an. Außerdem ist soeben meine kerngesunde, 4kg schwere Tochter zur Welt gekommen- trotz Veganer Ernährung. Nur b12 sollte man zwingend supplementieren- vorausgesetzt, man achtet auf eine ausgewogene Ernährung- aber das gilt ja für jede Schwangere.
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  • Katharina Butolen 17.09.2015 11:36
    Highlight Hallo,

    Embryotox ist keine Website/App für Laien. Sehr schlecht recherchiert, denn in den Nutzungshinweisen wird auf Fehlinterpretationen der Kompaktinfos hingewiesen.

    Das Thema Toxoplasmose ist sehr undeutlich und schließt ein weggeben der eigenen Katze aus...

    Das Thema sexualität finde ich auch äußerst schlecht! Es gibt in der Spätschwangerschaft kein allgemeines Sexualverbot, woher werden ihre Informationen entnommen?
    Mehrgebärende Frauen haben oftmals Monate einen leicht geöffneten Muttermund? Haben Sie Ahnung von der Physiologie?
    Leider darf ich nicht weiter ausführen...
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