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Christian Meiers Sichelmond auf dem Gipfel der Freiheit.
Christian Meiers Sichelmond auf dem Gipfel der Freiheit.bild: facebook/christian meier
Interview

Hier landet der Mond auf dem Gipfel: «Kritik kommt vor allem von denen, die ihn gar nicht gesehen haben»

Der Sichelmond auf dem Gipfel der Freiheit im Alpstein provoziert. Im Interview spricht der Appenzeller Künstler Christian Meier über seine Beweggründe und wie lange die Installation auf 2140 Metern Höhe noch zu sehen ist.
07.09.2016, 11:1608.09.2016, 13:52

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, auf dem Gipfel der Freiheit einen islamischen Sichelmond zu platzieren?
Christian Meier: Das war vor zwei Jahren beim Wandern. Die vielen Kreuze kamen mir absurd vor und ich hatte diese Trotzidee, irgendwo einen Mond hinzustellen. Später dachte ich, vielleicht müsste man ihn auch noch beleuchten. Doch je länger ich darüber nachdachte, desto mehr rückte der Trotz-Aspekt in den Hintergrund.

Worum geht es dann, wenn nicht Trotz?
Der kalte weisse Mond in dieser wilden Landschaft stösst den Betrachter unglaublich vor den Kopf. Nicht so sehr inhaltlich, sondern optisch. Der Anblick kommt einem vor wie die Bastelei eines Photoshop-Anfängers, der die Finessen des Programms noch nicht beherrscht und ein Objekt in ein Bild einfügt. Ich mag Dinge, die vor den Kopf stossen und nicht runtergehen wie ein lauwarmer Zuckerballen.

Zur Person
Christian Meier ist 1978 geboren und in Appenzell aufgewachsen.
Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf
und an der Universität der Künste in Berlin. Heute lebt er in Shanghai.

Welche Reaktionen erhalten Sie?
Sehr verschiedene. Von denen, die den Mond mit eigenen Augen gesehen haben, vor allem positive.

Und die negativen kommen vor allem von denen, die ihn nicht gesehen haben?
Das würde ich behaupten, ja.

Christian Meiers Sichelmond auf dem Gipfel der Freiheit

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Christian Meiers Sichelmond auf dem Gipfel der Freiheit
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Seit wann steht der Mond da?
Seit letzten Donnerstag. Ich habe das mit einem Freundeskreis realisiert und wir wussten nicht, in welche Richtung sich das entwickelt. Einige glaubten, er stehe ein Jahr, andere eine Woche. Auch diese Unsicherheit interessiert mich als Künstler.

Haben Sie keine Angst, dass erzürnte Wanderer die Installation vorzeitig abbrechen?
Diese Möglichkeit besteht. Ich würde sogar sagen, dass, wenn ein erzürnter Wanderer in dieses Objekt eingreift, es noch einmal zu einem neuen Objekt wird. Wir haben das einkalkuliert.

Wie lange lassen Sie die Appenzeller Behörden gewähren?
Bis nächsten Dienstag muss ich den Mond demontieren.

Werden Sie das einhalten?
Auf jeden Fall. Die Behörden haben viele Anrufe erhalten, das kann ich nicht ignorieren. Sonst bekomme ich Probleme.

Sie haben den Mond mit einem Helikopter auf den Berg transportieren lassen. Gibt es das als Video?
Ja.

Vergangene Woche übte Bergsteigerlegende Reinhold Messner in einem Interview Kritik an den Gipfelkreuzen. Wir nahmen das Thema auf und spielten etwas damit.

Bild: KEYSTONE: montage: watson

Haben Sie das gesehen?
Nein (lacht).

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