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Kariem Hussein ist wegen der Einnahme verbotener Substanzen für neun Monate gesperrt worden.
Kariem Hussein ist wegen der Einnahme verbotener Substanzen für neun Monate gesperrt worden.
Bild: keystone

Kariem Hussein verpasst Olympia wegen Doping-Sperre: «Ein folgenschwerer Irrtum»

23.07.2021, 07:5624.07.2021, 06:07

Hürdenläufer Kariem Hussein darf an den Olympischen Spielen in Tokio nicht starten. Beim 32-jährigen Leichtathleten wurde im Rahmen einer Dopingkontrolle an den Leichtathletik Meisterschaften in Langenthal eine unerlaubte Substanz nachgewiesen. Die Disziplinarkammer von Swiss Olympic verhängte daraufhin eine neunmonatige Sperre gegen den Schweizer Sportler.

Gemäss Hussein, der selbst Arzt ist, ist die positive A-Probe auf eine Lutschtablette (Gly-Coramin) zurückzuführen, welche die verbotene Substanz Nikethamid und den Methaboliten N-ethylnicotinamide enthält. Diese Lutschtabletten sind schweizweit in Apotheken und Drogerien frei verkäuflich und im Training erlaubt, im Wettkampf aber verboten. Er sei fälschlicherweise von einer zugelassenen Substanz ausgegangen, so Hussein. «Ich habe einen folgenschweren Irrtum begangen. Es tut mir leid. Aber wer mich kennt, weiss, ich mache weiter», schreibt der Hürdensprinter auf Twitter.

In einem Video erklärt der Europameister über 400 m Hürden von 2014 seine Sicht der Dinge noch ausführlicher: «Ich habe nach dem SM-Final wegen einer Unterzuckerung eine Gly-Coramin-Lutschtablette zu mir genommen. In aller Öffentlichkeit und im Beisein eines Dopingkontrolleurs.» Er habe geglaubt, die kurzzeitig stimulierende Substanz sei im Ernstkampf wie im Training erlaubt und damit unproblematisch.

So emotional erklärt Hussein seinen positiven Dopingtest:

Video: extern / rest/zvg

«Ich bin es gewohnt, alle Hürden zu nehmen, über diese bin ich unerwartet gestolpert», erklärte Hussein weiter. «Eine Unachtsamkeit – in diesem Fall bin ich an meinem eigenen Anspruch an Perfektion gescheitert. Es tut mir leid, auch für all jene, die mich auf meinem Weg unterstützt haben.» Für morgen Samstag ist eine Pressekonferenz angesetzt, wo sich Hussein weiter erklären will.

Der 32-jährige Thurgauer hatte gegen die provisorische Sperre Einsprache erhoben. Diese wurde jedoch abgewiesen. Er akzeptiert nun den Entscheid der Disziplinarkammer. Er hält aber fest, dass dies der einzige Verstoss in der langjährigen Karriere mit über 60 Dopingkontrollen sei.

Swiss Olympic zeigte sich am Tag der Eröffnungsfeier in einer Medienmitteilung «erschüttert» über den Vorfall. Dass der Athlet seine Sperre akzeptiere und die Verantwortung für sein Vergehen übernehme, verdiene aus Sicht von Swiss Olympic aber Respekt. Nichtsdestotrotz sei das Vergehen und die daraus resultierende Sperre eine Warnung an alle Athletinnen und Athleten, dass sie nie sorgfältig genug sein können bei der Einnahme von Ergänzungsmitteln.

Gleichzeitig sei aus diesem Fall ersichtlich, dass das Kontrollsystem in der Schweiz gut funktioniere. «Die Prävention ist und bleibt für Swiss Olympic, zusammen mit Antidoping Schweiz und den Mitgliedsverbänden, der wichtigste Ansatz, damit Fälle wie dieser in Zukunft nicht mehr vorkommen.» (pre/sda)

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quelle: keystone / laurent gillieron
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