Eismeister Zaugg
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epa07561278 Anthony Mantha of Canada (L) in action against goalkeeper Kevin Lankinen of Finland (R) during the IIHF World Championship group A ice hockey match between Finland and Canada at the Steel Arena in Kosice, Slovakia, 10 May 2019.  EPA/MARTIN DIVISEK

Mantha gegen Finnland: 7 Spiele, 12 Punkte lautet seine WM-Bilanz. Bild: EPA

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Kanadas Topskorer gesperrt? Keine gute Nachricht für die Schweiz

Auch das noch! Die Sperre gegen Topskorer Anthony Mantha gibt den Kanadiern fürs Viertelfinale gegen die Schweiz einen zusätzlichen Motivationsschub.

Klaus Zaugg, slowakei



Auf den ersten Blick ist diese Meldung für die Schweiz höchst erfreulich: Anthony Mantha (24), Kanadas bester WM-Torschütze (7 Spiele, 7 Tore, 5 Assists) ist für den Viertelfinal gesperrt. Er hatte im letzten Gruppenspiel gegen die USA (3:0) Colin White mit einem Check am Kopf getroffen. Dafür kassierte er 2+10 Minuten. Was keine Folgen gehabt hätte. Aber solche Aktionen werden – wie in der Schweizer Meisterschaft – auf den TV-Bildern noch einmal analysiert.

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Manthas Check gegen White. Video: streamable

Die zuständige Stelle des internationalen Eishockeyverbandes (IIHF) hat nun Kanadas besten Einzelspieler für die Viertelfinal-Partie gegen die Schweiz zu Recht gesperrt.

Eine gewisse Arroganz gehört zur Grundströmung der kanadischen Hockey-Seele.

Aber auf den zweiten Blick ist es keine erfreuliche Nachricht. Alles, was die Arroganz der Kanadier fördert, ist für die Schweiz gut. Kanada hat zwar bei der letzten WM den Halbfinal gegen die Schweiz verloren (2:3). Was eigentlich bedeutet, dass die Schweizer nicht mehr unterschätzt werden.

Und doch: Trotz aller Professionalität gehört bei Partien gegen die Schweiz eine gewisse Arroganz zur Grundströmung der kanadischen Hockey-Seele. Weil es eigentlich für das kanadische Selbstverständnis unmöglich ist, eine so wichtige Partie gegen die Schweiz zu verlieren. Nach der Sperre von Anthony Mantha gibt es nicht mehr auch nur den Hauch von Arroganz, Überheblichkeit oder Sorglosigkeit bei den Kanadiern.

epa07581278 Players of Canada celebrate goal during the IIHF World Championship group A ice hockey match between Canada and Germany at the Steel Arena in Kosice, Slovakia, 18 May 2019.  EPA/MARTIN DIVISEK

Die Ahornblätter feierten in sieben Gruppenspielen sechs Siege. bild: EPA

«Namen sind nur auf dem Dress aufgenähte Buchstaben» – diese Definition des Mannschaftsspiels kommt aus Kanada. Will heissen: Das Team ist immer wichtiger als ein einzelner Spieler. Das WM-Kader der Kanadier von 2018 mit dem aktuellen WM-Team von 2019 zu vergleichen bringt keine Erkenntnis. Nicht ein bisschen mehr oder weniger Talent auf dieser oder jener Position wird die Differenz machen. Sondern die «weichen» Faktoren: Geduld, Konzentration, Disziplin, Motivation, Leidenschaft.

Ist es nicht logisch, dass ausgerechnet für die Partie der Schweiz der beste Kanadier von den IIHF-Funktionären aus dem Spiel genommen worden ist? Noch Fragen?

Die Sperre ihres besten Spielers lässt die Kanadier noch mehr zusammenrücken. Sie werden noch mehr auf sorgfältiges Defensivspiel achten und noch konzentrierter und leidenschaftlicher spielen. Dazu kommt: Verschwörungstheorien gedeihen nirgendwo so wunderbar wie in Nordamerika.

Anthony Mantha ist also von den «Hockey-Richtern» des Internationalen Eishockeyverbandes (IIHF) ausgerechnet für die Partie gegen die Schweiz gesperrt worden. Der IIHF-Präsident ist ein Schweizer. Der IIIHF-Schiedsrichterchef ist ein Schweizer. Der IIHF-Sportdirektor ist ein Schweizer. Der IIHF-Marketing- und Kommunikationsdirektor ist ein Schweizer.

Ist es nicht logisch, dass ausgerechnet für die Partie der Schweiz der beste Kanadier von den IIHF-Funktionären aus dem Spiel genommen worden ist? Noch Fragen?

Niemals wird jemand aus der kanadischen Delegation offiziell oder inoffiziell solche unsinnigen Fragen stellen. Aber genau das sind nun die Reden in und rund ums Team.

Rein hockeytheoretisch ist die Sperre von Anthony Mantha gut für die Schweiz. Aber in Tat und Wahrheit ist sie ein enormer Motivationsschub für die Kanadier. Sie werden noch geduldiger, konzentrierter, disziplinierter, motivierter und leidenschaftlicher bei der Sache sein, als sie es ohnehin sind. Diese Sperre macht unsere Aufgabe noch schwieriger, als sie sonst schon ist.

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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ste Jae 79 23.05.2019 15:16
    Highlight Highlight Ist doch egal wer spielt oder nicht spielen darf bei den Kanadiern. Was zählt ist das Resultat nach Spielschluss & die Hoffnung, dass die Schweiz als Sieger vom Eis geht

    Hopp Schwiiz 🇨🇭
  • Staedy 23.05.2019 12:42
    Highlight Highlight Das sind ja Verschwörungstheorien die normalerweise nur aus dem alten Russland uns zugetragen oder geäussert werden. Oder ist der Klaus nun bereits dem Putinschen Einfluss wie sein Freiburger Copain Fasel erlegen?
    • goschi 23.05.2019 13:21
      Highlight Highlight das sind auch Verschwörungstheorien die nur Klaus Zaugg verbreitet.

      Die Spieler sind Profis und wissen um die regeln und ihre Konsequenzen, da werden daraus sicher keine Verschwörungen gebastelt.
      Abgesehen davon, dass die Kanadische Mannschaft nicht von einem Spieler lebt, sondern von zwei dutzend hochkompetenten Spielern.
  • Eisenhorn 23.05.2019 11:41
    Highlight Highlight Nachdem ich den Titel gelesen habe "WTF", drauf geklickt und den Author gesehn. AHA, naja ich bin dann mal weg.
  • marel 23.05.2019 11:40
    Highlight Highlight Bin zwar Laie und wage doch dem grossen Hockey Zaugg zu widersprechen: Es ist eine gute Nachricht für die Schweiz, denn die Kanadier sind nun gezwungen ihre Linien umzustellen und so kann es doch gut sein, dass im Verlauf des Turniers eingespielte Automatismen nicht mehr so funktionieren wie noch zuvor.

    Hopp Schwiiz!
    • Coffey 23.05.2019 13:06
      Highlight Highlight Hast du schon mal irgendwann beobachtet, dass Umstellungen für Kanadier ein Problem waren?
    • Bill3290 23.05.2019 13:42
      Highlight Highlight Naja wenn man sich jeweils die Prognosen vom "grossen" Hockey-Zaugg ansieht müsste man meistens auf das Gegenteil wetten und würde gut Geld verdienen. Dafür weiss er meistens sehr früh bescheid was auf dem Transfermarkt abgeht.
  • manolo 23.05.2019 11:35
    Highlight Highlight der einzige der diese Fragen stellt ist K.Zaugg!
  • Gondeli 23.05.2019 10:22
    Highlight Highlight Ob mit oder ohne Manta-Fahrer, es wird eh unmöglich für die Schweiz gegen die Kanadier zu gewinnen... Aber vielleicht lassen die Kanadier ja Gnade vor Toren ergehen.
    • Murspi 23.05.2019 12:05
      Highlight Highlight Der Vorteil von Pessimisten ist, dass sie viel mehr Überraschungen erleben, während Optimisten eher enttäuscht werden.
      Scheiss drauf, ich glaube an den Sieg.
      Hopp Schwiiz!

  • Jo Blocher 23.05.2019 09:50
    Highlight Highlight Nur eine Spielsperre für diese vorsätzliche Körperverletzung gegen den Kopf ist eher eine Belohnung für Mantha.
    • COLD AS ICE 23.05.2019 11:39
      Highlight Highlight @jo blocher: da spricht einer der keine ahnung von hockey hat. das war keine vorsätzliche körperverletzung. white verhält sich komisch mit der scheibe.....seine haltung untypisch. matha hat den kopf getroffen und gehört dafür bestraft. aber übertreiben sollte man hier nicht.......
    • AllknowingP 23.05.2019 13:18
      Highlight Highlight Finde auch das Mantha nur teilweise Schuldig an diesem Incident ist...
    • Jo Blocher 23.05.2019 13:56
      Highlight Highlight @Ice. Naja, bis 1. Liga hats bei mir gereicht. OK hab keine Ahnung und für dich rechtfertigt "kanadische Härte" wohl alles.
    Weitere Antworten anzeigen
  • goschi 23.05.2019 09:42
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
    • Bill3290 23.05.2019 11:06
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • Heini Hemmi 23.05.2019 11:57
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
  • jannsi01 23.05.2019 09:41
    Highlight Highlight Da gebe ich dem Klausi absolut recht. Die Kanadier verfügen auch ohne Manta eine eingeschworene Einheit gespickt mit einigen NHL-Stars.

    Freue mich auf ein Duell auf Augenhöhe mit top motivierten Teams auf beiden Seiten!

    Hopp Schwiz
  • Hoscheho 2049 23.05.2019 09:32
    Highlight Highlight Ich glaube kaum, dass sich der kanadische Staff mit Verschwörungstheorien auseinandersetzt. Das machen nur Verlierer. Und das meine ich nicht boshaft.

Die Schweiz ist «B-Weltmeister» – der erstaunlichste Reifeprozess aller Zeiten

4:1 gegen Norwegen. Vier Siege zum WM-Auftakt hatten wir auch schon. Aber noch nie auf diese Art und Weise. Die grosse Frage lautet nun: Wie weit kommt die «neue» Schweiz?

Kehren wir ein wenig in die Vergangenheit zurück, um die Leistungen der Schweizer hier in Bratislava einzuordnen. Die Vergangenheit hilft uns, die Gegenwart besser zu verstehen.

Also: Im letzten Jahrhundert mit der alten Ordnung des «Kalten Krieges» war auch die Hockeywelt überschaubar. Eingeteilt in eine A-, B- und C-WM. Die A-WM als oberste Stufe umfasste bloss 6 und später 8 Nationen. Und nicht 16 wie heute.

Die Schweiz gehörte mit Ausnahme von zwei schmachvollen Jahren in der C-WM (1969, …

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