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So (un)sicher sind die Brücken anderer europäischer Länder



Der Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua hat nicht nur in Italien die Sicherheit solcher Bauwerke in den Blickpunkt gerückt. In mehreren Ländern, in denen auch Schweizer oft unterwegs sind, läuft die Diskussion über den Zustand der eigenen Brücken. Hier ein Überblick:

Schweiz

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Die Schweizer Brücken sind sicher; so auch die Salginatobelbrücke. bild: Twitter

Die Schweiz hat mit ihrer «Norm zur Erhaltung von Tragwerken» 2014 weltweit Massstäbe gesetzt, sagte Brückenbauer Armand Fürst. Zu Tragwerken zählen auch Brücken. «Unsere Erhaltungsstrategie sind kurze Instandhaltungsintervalle», sagt Fürst, der als Mitglied der Arbeitsgruppe Brückenforschung das Bundesamt für Strassen berät. «Wir haben das grosse Glück, dass wir Geld für den Unterhalt haben.»

Frankreich

In Frankreich musste erst im Mai dieses Jahres eine Autobahnbrücke nördlich von Paris gesperrt werden. Hunderte weitere Brücken sind ebenfalls marode. Zu diesem Ergebnis kommt ein vom französischen Verkehrsministerium in Auftrag gegebener externer Untersuchungsbericht.

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Einige Brücken in Frankreich sind marrode. Hier zu sehen: die Seinebrücke. bild: wikimedia

Er nimmt aber nur die rund 12'000 Brücken in den Fokus, für die der französische Staat verantwortlich ist und die nicht von privaten Firmen betrieben werden. Über diese Autobahnen und Landstrassen rollen 18,5 Prozent des französischen Strassenverkehrs.

Spanien

In Spanien beklagt die Online-Zeitung «El Confidencial», sie habe sich mehrmals an das Ministerium für öffentliche Arbeiten und Verkehr gewandt, um Informationen zum Zustand der spanischen Brücken zu bekommen. Das Ministerium habe aber lediglich geantwortet, alle Strukturen seien in gutem Zustand – und wenn Mängel festgestellt würden, würden diese sogleich behoben.

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Alle Brücken in Spanien seien in gutem Zustand, heisst es. Hier zu sehen: Die Pont Bac de Roda in Barcelona. bild: twitter

Die Online-Zeitung bleibt in ihrer Berichterstattung skeptisch gegenüber der Antwort – und spricht von einem «gut gehüteten Geheimnis» des zuständigen Ministeriums.

Griechenland

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Die «Harilaos Trikoupis» Hängebrücke gilt als eine der sichersten Hängebrücken der Welt.  bild: twitter

In Griechenland gelten die Brücken einem Experten zufolge als sicher. «Die wichtigste Brücke des Landes, die nahe Patras liegende rund 2500 Meter lange ‹Harilaos Trikoupis›-Hängebrücke, gilt als eine der sichersten Hängebrücken der Welt», sagte Kostas Boras, ein Bauingenieur, der jahrzehntelang für den griechischen Staat als Kontrolleur von Infrastrukturprojekten gearbeitet hat. Die meisten grösseren Brücken des Landes sind nicht älter als 15 bis 20 Jahre.

Österreich

In Österreich werden die 5000 Brücken der Autobahnen und Schnellstrassen nach Angaben der Betreibergesellschaft Asfinag genau überprüft. «Es gibt jeden Tag eine Sichtkontrolle», sagte ein Sprecher. Alle zwei Jahre werde aufwendig durch interne Fachleute der Zustand erhoben.

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Die VÖEST-Brücke in Österreich und alle weiteren werden regelmässig kontrolliert. bild: wikipedia

Es ist dem Sprecher kein Fall bekannt, bei dem eine Gefahr bestanden hätte. Trotzdem müssten die Bauwerke der inzwischen viel höheren Verkehrslast immer wieder angepasst werden.

Italien

A view of the Morandi highway bridge that collapsed in Genoa, northern Italy, Wednesday, Aug. 15, 2018. A large section of the bridge collapsed over an industrial area in the Italian city of Genova during a sudden and violent storm, leaving vehicles crushed in rubble below. (AP Photo/Antonio Calanni)

Die Tragödie in Genua rüttelt wach. Bild: AP/AP

In Italien selbst hat die Tragödie von Genua das Land erschüttert. Auch das Problem dahinter erscheint gross: Laut der Tageszeitung «La Repubblica» sind um die 300 Brücken und Tunnel marode. Grund dafür seien die veraltete Infrastruktur und die lückenhafte Instandhaltung.

(sda/dpa)

Das Video vom massiven Brückeneinsturz in Genua

abspielen

Video: watson

Die dramatischsten Brückeneinstürze

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dagobert Duck 15.08.2018 17:51
    Highlight Highlight In Europa wird es in den nächsten Jahren noch ein paar Katastrophen aufgrund der veralteten Infrastruktur geben. Denn ein grosser Teil dieser Bauten stammt aus den 50er, 60er und 70er Jahren. Die Autos werden schwerer, die LKWs grösser (und inzwischen fast jeder 40 Tonnen schwer) und es mehr Verkehr unterwegs. Irgendwann fliegt uns das Zeug um die Ohren.
  • TanookiStormtrooper 15.08.2018 16:56
    Highlight Highlight Hier fehlt mir noch der Zustand der deutschen Infrastruktur. Der schwäbische Sparonkel im Rollstuhl hat da für seine "Schwarze Null" auch ordentlich gespart.
  • dop_forever 15.08.2018 15:54
    Highlight Highlight In Deutschland musste eine Autobahnbrücke teilweise gesperrt werden (Schwerverkehr und weniger Spuren), da sie einsturgefährdet ist.
    • undduso 15.08.2018 17:55
      Highlight Highlight Bei einer Brücke in Deutschland wurde der Velostreifen halbiert, damit die Belastung abnimmt:

      Play Icon


      sehr sehenswert :D
  • Grossbasler 15.08.2018 15:45
    Highlight Highlight Von wegen Sicherheit von Schweizer Brücken: Am 22. Juni 2007 stürzte der sog. Birskopfsteg bei Basel ein, der den Fluss Birs überspannte. Auf einer Seite riss, ohne ersichtlichen Grund, eines der Seile, welches die Brücke hielten. Verletzt wurde durch den Einsturz niemand.
    Der Birskopfsteg war zwar nur eine Fussgängerbrücke, aber die erste Schrägseilbrücke der Schweiz, erbaut 1963. Der Einsturz der Brücke erfolge völlig überraschend, denn für 2007 waren eigentlich Unterhaltsarbeiten geplant. (Infos teilweise basierend auf Wikipedia).
  • Pitsch Matter 15.08.2018 14:45
    Highlight Highlight Ganz ehrlich, die Chance das so etwas bei uns passiert bzw in D, AT oder F ist definitiv um ein vielfaches kleiner als in Italien. Ich will nicht alle Italiener in einen Topf werfen, aber wenn die Brückenkontrollen so funktionieren wie z.B. die Abfallentsorgung dann gute Nacht. Es gibt drittwelt Länder die besser funktionieren.
    • Sapien 15.08.2018 15:10
      Highlight Highlight Bitte nicht vergessen, woher den alle die guten Ingenieure und Bauleute in der Schweiz herkommen. Das sag ich als Nicht-Italiener, aber du hast recht die Regierung setzt ihre Mittel nicht gezielt ein.
    • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 15.08.2018 15:12
      Highlight Highlight @Pitsch K. Matter: In Deutschland wäre ich vorsichtig, da ist nicht immer alles Gold was Glänzt.
      Viele Strassen sind dort auch nicht mehr so gut in Schuss
    • MetalUpYour 15.08.2018 15:30
      Highlight Highlight @Sapien: Die guten Ingenieure in der Schweiz kommen von der ETH!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Triumvir 15.08.2018 14:32
    Highlight Highlight Ob auch bei uns alle Brücken so total sicher sind, wäre ich mir jetzt nicht soooo sicher...Wir sind zwar gut, aber passieren kann immer etwas und zwar auch bei uns! Wir dachten z.B. auch, dass wir mit uralten Flugzeugen problemlos weiter fliegen könnten...
  • roger_dodger 15.08.2018 14:20
    Highlight Highlight Bei den horrenden Gebühren welche man in Italien für Autobahnen bezahlt müsste man meinen das zumindest für Autobahnbrücken der Unterhalt gesichert ist.
    • rakki 15.08.2018 15:51
      Highlight Highlight So funktioniert das halt in der privatisierten Marktwirtschaft. Mit dem Grenfell Tower gibt es ein weiteres bekanntes Beispiel.
    • Real John Doe 15.08.2018 15:52
      Highlight Highlight Kommt vielleicht davon, dass man in Italien das Betreiben und Instand stellen von Autobahnen profitorientierten teils börsennotierten privaten Unternehmen überlässt...

      Wenn ich mir den allgemeinen Zustand der italienischen Strassen anschaue verwundert mich das leider echt nicht...
    • Oberon 15.08.2018 16:01
      Highlight Highlight Die Frage ist immer wo diese Gelder landen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • sansibar 15.08.2018 14:15
    Highlight Highlight Ja, uns geht‘s gut - abgesehen finde ich Brücken architektonisch und optisch eigentlich faszinierende Bauwerke!

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