Unvergessen
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Butt Leverkusen Schalke

Butt jubelt, doch er hätte sich besser beeilt. Bild: Getty Images Europe

Unvergessen

17.04.2004: Goalie Butt jubelt nach seinem verwandelten Penalty noch, als es in seinem Kasten klingelt

17. April 2004: Leverkusen-Keeper Hans-Jörg Butt lässt sich nach seinem verwandelten Elfmeter zum 3:1 gegen Schalke als Held feiern. Die Freude dauert aber nur 24 Sekunden. Auf dem Weg zurück kassiert er bereits den Anschlusstreffer.



Dank Toren von Dimitar Berbatov und Bernd Schneider führt Bayer Leverkusen bei Schalke 04 nach 75 Minuten mit 2:1. Das Team von Trainer Klaus Augenthaler kämpft fünf Spieltage vor Ende der Saison 2003/04 um einen Champions-League-Platz. Ein Sieg gegen Schalke wäre darum besonders wichtig.

Es kommt noch besser: Schalkes Jörg Böhme foult Berbatov, Schiedsrichter Jörg Kessler zeigt ohne zu zögern auf den Elfmeterpunkt. Bayer-Keeper Hans-Jörg Butt eilt dafür wie üblich aus seinem Kasten. 22 Penaltys hat der frühere HSV-Keeper in der Bundesliga bereits verwandelt. Auch Nummer 23 ist kein Problem: Butt trifft trocken zum 3:1 in die linke Ecke, Schalkes Torhüter Christofer Heimeroth ist chancenlos.

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Tor und Gegentor von Hans-Jörg Butt.
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Eine Jubelorgie mit Folgen

Der Keeper lässt sich von seinen Mitspielern feiern. Einer nach dem anderen kommt vorbei, klatscht mit Butt ab oder gibt ihm einen gut gemeinten Klaps. Gemütlich macht sich der Torhüter zurück in seinen Kasten. Am eigenen Strafraum reisst er nochmals die Hände hoch, jubelt den mitgereisten Fans zu. Die Gefahr in seinem Rücken erkennt er nicht.

Schalke hat es beim Anstoss nämlich eilig. Der eingewechselte Mike Hanke ruft Kollege Ebbe Sand zu, er solle möglichst schnell anspielen. Doch Sand pennt. Also schnappt sich Hanke die Kugel selbst und zieht vom Mittelkreis einfach ab. Über den immer noch jubelnden Butt fliegt der Ball 24 Sekunden nach dem Penaltytor des Bayer-Keepers in dessen Kasten. Trotz heftiger Reklamationen der Leverkusener gibt Schiri Kessler den Treffer.

«Ich habe in meinem Leben noch nie gesehen, dass ein Torwart einen Elfmeter schiesst. Irgendwie war es also die gerechte Strafe.»

Mike Hanke spiegel.de

Butt Leverkusen Schalke

Hanke jubelt nach seinem Treffer. Bild: Getty Images Europe

Butt hat den Schaden und braucht für den Spott nicht zu sorgen

Butt bemerkt seinen Fauxpas erst, als der Ball im Netz zappelt und er seine Mitspieler beim Lamentieren sieht. «Nächstes Mal muss ich schneller zurück», sagt der Torhüter nach der Partie, die Leverkusen trotz des kuriosen Anschlusstreffers 3:2 gewinnt. «Aber nach einem Sieg kann man darüber schmunzeln.»

Butt muss jedoch mit dem Spott seiner Kollegen leben. Carsten Ramelow äfft die drehende Kopfbewegung seines Keepers beim Gegentor noch auf dem Platz nach. Mike Hanke sagt später: «Ich habe in meinem Leben noch nie gesehen, dass ein Torwart einen Elfmeter schiesst. Irgendwie war es also die gerechte Strafe.»

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei.

Yann Sommers Top 10 der Goalies

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