DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Freiheitstrychler an einer unbewilligten Demonstration in Bern.
Freiheitstrychler an einer unbewilligten Demonstration in Bern.
Bild: keystone

«Brauchen dringend Beruhigung»: Bern lässt keine unbewilligten Corona-Demos mehr zu

20.09.2021, 16:3220.09.2021, 17:55

Die Berner Stadtregierung will unbewilligte Corona-Demos nicht mehr tolerieren. Sie zieht damit die Konsequenzen aus der gewalttätigen Eskalation einer Kundgebung am letzten Donnerstag vor dem Bundeshaus.

Die Kantonspolizei Bern erhalte den Auftrag, die für kommenden Donnerstag angekündigten Kundgebungen nicht zuzulassen, teilte der Gemeinderat am Montag mit. Denn diese seien nicht bewilligt.

In sozialen Medien haben Gegner der Corona-Massnahmen zu einer weiteren Demonstration aufgerufen. Ebenso zirkulieren wieder Aufrufe für eine Gegenkundgebung.

Der Berner Gemeinderat appellierte am Montag an die Organisatoren der Demos, die Aufrufe zurückzuziehen. Er anerkenne, dass gerade in der Bundesstadt vermehrt das Bedürfnis bestehe, sich an Kundgebungen zu politischen und gesellschaftlichen Themen zu äussern.

Bewilligung für Donnerstag in der Schwebe

Diese Kundgebungen müssten aber rechtzeitig mit den Behörden abgesprochen und bewilligt werden. Nur so gelinge es, geordnete Verhältnisse zu schaffen, damit das Recht auf freie Meinungsäusserung friedlich wahrgenommen werden könne.

«Wir müssen saubere, solide Absprachen haben.»
Reto Nause

Im Communiqué bekräftigte der Gemeinderat seine Bereitschaft zum Dialog. Ob die Kundgebung vom Donnerstag noch bewilligt werden könnte, ist unklar. Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause (Mitte) liess sich am Montag nicht in die Karten blicken.

Er habe ein Gespräch mit Massnahmenkritikern vereinbart, sagte er der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage. «Die Frage ist, ob wir eine Einigung erzielen können.» Nach seiner Einschätzung sei die Zeit für eine seriöse Vorbereitung zu kurz - auch angesichts der aufgeheizten Situation.

Stadt will saubere Absprachen

Für Nause ist klar: «Wir müssen saubere, solide Absprachen haben.» So müsse zum vornherein klar sein, ob eine Platzkundgebung oder auch ein Umzug geplant sei. Im zweiten Fall müsse die Route abgesprochen werden, und es müsse ein Sicherheitskonzept festgelegt werden.

Will den Dialog mit den Massnahmegegnern: Reto Nause.
Will den Dialog mit den Massnahmegegnern: Reto Nause.
Bild: KEYSTONE

Nause wies darauf hin, dass die letzten beiden Corona-Demos unbewilligt gewesen seien. Die Stadt Bern habe lediglich die erste Kundgebung gegen die Ausweitung der Zertifikatspflicht bewilligt, und zwar als Spontankundgebung - denn sie habe am Tag des Bundesratsentscheids stattgefunden.

«Brauchen dringend Beruhigung»

Die Massnahmenkritiker beendeten ihre Umzüge jeweils auf dem Bundesplatz. Nause wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass diese und nächste Woche noch die Herbstession der eidgenössischen Räte laufe. Diese müsse am nächsten Tag jeweils normal weitergehen können.

Nach mehreren Corona-Demos und der Eskalation vom letzten Donnerstag «brauchen wir dringend eine Beruhigung der Situation», sagte Nause. «Das ist im Interesse der Stadt Bern, aber auch derjenigen, die ihre Meinung frei äussern wollen.»

Angriff auf Einsatzkräfte

Bei der unbewilligten Kundgebung vom letzten Donnerstag war es zur Eskalation gekommen. Demonstrierende drängten gegen die Absperrungen vor dem Bundeshaus und griffen die Einsatzkräfte mit Feuerwerk und Wurfgeschossen an. Die Polizei setzte darauf den Wasserwerfer ein.

Laut Polizei kam es zudem verschiedentlich zu Provokationen zwischen Massnahmenkritikern und Gegendemonstranten. Eine Person wurde bei einem Handgemenge verletzt. (sda)

23 Gründe, wieso watsons sich impfen lassen haben

Video: watson/Emily Engkent
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die Booster-Zulassung in der Schweiz steht kurz bevor – aber nur für Pensionierte

Selbst die eidgenössische Impfkommission wurde langsam ungeduldig. Nun hat das Warten bald ein Ende. Für die Verzögerung gibt es verschiedene Gründe. Drei sind bekannt.

Die ganze westliche Welt ist schon am Impf-Boostern. Die ganze westliche Welt? Nein! Die Schweiz wartet noch immer auf die Zulassung.

Der Booster von Biontech/Pfizer ist in den USA seit Ende August zugelassen, Moderna seit 1. September. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat Booster-Dosen von Biontech/Pfizer Anfang Oktober zugelassen – also nicht nur für Personen mit einem geschwächten Immunsystem, sondern für alle über 18-Jährigen. Für Moderna ist die Zulassung noch ausstehend.

Christoph …

Artikel lesen
Link zum Artikel