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Van der Bellen will «weltoffener Präsident» in Österreich sein



Alexander Van der Bellen hat nach seiner Wahl zum neuen Staatsoberhaupt Österreichs seinen künftigen Kurs beschrieben. «Ich werde ein weltoffener, proeuropäischer Präsident der Republik Österreich sein», kündigte der ehemalige Grünen-Chef an.

«Ich werde mich sehr bemühen, für alle Österreicher da zu sein» - egal ob sie ihn gewählt hätten oder nicht, sagte der 72-jährige Van der Bellen dem österreichischen Fernsehsender ORF. Er habe «von Anfang an für ein proeuropäisches Österreich gestritten und argumentiert».

Er gewann die Wahl am Sonntag laut Hochrechnung mit 53.3 Prozent der Stimmen gegen den FPÖ-Bewerber Norbert Hofer. Van der Bellen ist der erste Präsident Österreichs aus den Reihen der Opposition.

Betrug der Abstand zwischen beiden Kandidaten bei der ersten Stichwahl vor gut sechs Monaten nur rund 30'000 Stimmen, waren es jetzt rund 300'000 Stimmen. Die Wahl vom 22. Mai war später gerichtlich annulliert worden. Die damals schon hohe Wahlbeteiligung von 72.7 Prozent legte noch einmal auf rund 74 Prozent zu.

Aufgrund des erheblichen Vorsprungs von rund sechs Prozentpunkten ist die Auszählung der Briefwahlstimmen am Montag nur noch von statistischem Belang. Sie kann das Ergebnis nicht mehr drehen. Die Auszählung sollte um 9 Uhr beginnen. Mit einem Ergebnis wurde am Abend gerechnet.

Kandidatur angekündigt

FPÖ-Politiker Hofer gestand am frühen Abend seine Niederlage auf Facebook ein: «Ich bin unendlich traurig, dass es nicht geklappt hat. Ich hätte gerne auf unser Österreich aufgepasst.» Zugleich kündigte er eine neue Kandidatur für 2022 an.

Nach einer Analyse des Sozialforschungsinstituts Sora verdankte Van der Bellen seinen Sieg nicht zuletzt der Unterstützung vieler Frauen. 62 Prozent der Wählerinnen stimmten für ihn. Unter den Männern hatte Hofer die Nase vorn. Generell ist es Van der Bellen besser gelungen, seine Anhänger zu mobilisieren.

Wahl wird nicht angefochten

Gerade diejenigen, die die Zukunft optimistisch einschätzen, stimmten für Van der Bellen. Von ihnen gingen viele zur Wahl - im Gegensatz zu den Pessimisten, die eher zu Hofer neigten und zu Hause blieben. Beim Kampf um die Wähler der konservativen ÖVP bewies Van der Bellen laut Sora-Analyse ebenfalls mehr Geschick. 55 Prozent der ÖVP-Anhänger stimmten für den ehemaligen Grünen-Chef. Allerdings: Durch den langen Wahlkampf und durch manche wenig staatsmännische Auftritte litten laut Analyse die Glaubwürdigkeit und die Sympathiewerte beider Kandidaten deutlich.

Der bisherige Bundespräsident Heinz Fischer war am 8. Juli 2016 nach zwölf Amtsjahren ausgeschieden. Seitdem übernahm das dreiköpfige Nationalratspräsidium die Amtsgeschäfte. Van der Bellen soll am 26. Januar vereidigt werden. Die FPÖ hat bereits angekündigt, die Wahl diesmal nicht anzufechten.

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) sagte, er sei überzeugt, «dass wir mit Van der Bellen einen Präsidenten bekommen, der Österreich in hervorragender Art und Weise im In- und Ausland vertreten wird». (sda/dpa/afp)

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