Gesellschaft & Politik
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Nach über einem Jahr Pause – Kosovo und Serbien verhandeln wieder



Zu Beginn der wiederaufgenommenen Verhandlungen zwischen Serbien und dem Kosovo hat der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell Kompromissbereitschaft angemahnt. «Diese Gespräche werden politischen Mut von beiden Seiten erfordern», sagte der Spanier am Sonntag zu Beginn einer Videokonferenz mit Serbiens Präsident Aleksandar Vucic, Kosovos Ministerpräsidenten Avdullah Hoti sowie dem EU-Sonderbeauftragten für den Balkan, Miroslav Lajcak. Beide Seiten müssten kompromissbereit und pragmatisch sein. Ein Abkommen sei entscheidend für die Zukunft der Menschen im Kosovo und in Serbien.

epa08531226 A handout photo made available by Turkish Foreign Ministry Press Office shows High representative of European Union Josep Borrell and Turkish Minister of Foreign Affairs Mevlut Cavusoglu (unseen) attend their press conference  in Ankara, Turkey, 06 July 2020. Borrell is visiting Turkey amid increasing tensions between the two sides most recently over the conflict in Libya.  EPA/FATIH AKTAS /  Turkish Foreign Ministry Press Office HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Josep Borrell. Bild: keystone

Serbien verweigert dem heute fast ausschliesslich von Albanern bewohnten Kosovo die Anerkennung, seitdem sich dieses mit Nato-Hilfe 1999 losgelöst und 2008 für unabhängig erklärt hatte. 2011 begann ein von der EU vermittelter Dialog zwischen Belgrad und Pristina. Er soll zur Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern führen, liegt aber seit November 2018 auf Eis.

Am Sonntag wurden die Gespräche unter EU-Vermittlung nach der mehr als eineinhalbjährigen Pause wieder aufgenommen. Das Ausbleiben einer Lösung erschwere die Entwicklung beider Seiten, sagte Borrell. Zugleich erkannte er an, dass dies kein einfacher Prozess sei. «Es ist nie einfach gewesen, Lösungen für Probleme zu finden, die so lange anhielten und so schmerzhaft waren.» Es müsse ein umfassendes, endgültiges und rechtlich bindendes Abkommen für die Normalisierung der Beziehungen gefunden werden, das alle offenen Punkte angehe. Dies sei auch im Interesse der EU.

Bereits am Freitag hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit Huti und Vucic per Videoschalte beraten. Dabei vereinbarten sie die Gespräche zwischen Huti, Vucic, Borrell und Lajjcak an diesem Sonntag sowie ein persönliches Folgetreffen am Donnerstag in Brüssel. Die Äusserungen Hutis und Vucics nach dem Treffen am Freitag machten jedoch deutlich, wie weit beide Seiten auseinanderliegen. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • FRILIE 12.07.2020 18:38
    Highlight Highlight Schade das Sie keine Lösung finden. Den das Traurige ist das nur die Leute in den beiden Ländern darunter Leiden und nicht die Politiker. Man sollte es einfach mal Realistisch ansehen und nicht immer emotional. Den eine Pragmatische Lösungen würde viel Freude, Gesundheit, liebe und eine starke Wirtschaft bringen.
    • Hardy18 13.07.2020 06:17
      Highlight Highlight Leider ist dies alles gewollt, um an der Macht zu bleiben. Die feinen Herren haben ein schönes Leben.
      Aber das ein gutes Leben und auch noch eine Erinnerung an dem bleiben wird, der das Volk an einander bringt, haben sie noch nicht verstanden.

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