Forschung
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Children wearing as a precaution against the spread of the coronavirus COVID-19 walk in a glass maze, during the Luna Park on the Bank of the Geneva lake, in Geneva, Switzerland, Saturday, August 1, 2020. Owners of merry-go-round have to respecting the sanitary rules of office federale de la sante publique (OFSP) for to welcome visitors at the Luna Park. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Kinder tragen einen Mund-Nasenschutz im August 2020 in Genf. Bild: keystone

Studie zeigt: Kinder haben gleich oft Corona-Antikörper wie Erwachsene

Bis zu den Sommerferien kam es im Kanton Zürich nicht zu Corona-Ausbrüchen in Schulzimmern. Angesteckt haben sich die Kinder wohl zuhause.

Sabine Kuster / ch media



Sie schreien und lachen, halten sich kaum an Abstandsregeln und tragen keine Maske: Seit Beginn der Corona-Pandemie sind die Kinder unter besonderer Beobachtung. Zuerst wegen der Betreuung durch die Grosseltern – jetzt auch wegen der älteren Lehrpersonen, die sie unterrichten.

Nun zeigt sich: Die Kinder haben sich in den ersten vier Monaten der Pandemie genau so oft angesteckt wie die Erwachsenen. Das ergab die neue Studie «Ciao Corona» der Forschungsgruppe Corona-Immunitas und der Universität Zürich mit 2585 Kindern in 128 Klassen von 55 Schulen.

Dabei wurde das Blut der Kinder auf Corona-Antikörper untersucht um festzustellen, ob sie in Kontakt mit dem Virus gekommen waren. 2.8 Prozent aller Kinder wiesen solche auf. Das ist eine vergleichbar hohe Durchseuchung wie sie bei erwachsenen Personen in den selben Regionen des Kantons Zürich festgestellt wurde.

Die Forschenden stellten fest, dass jüngeren Kinder (6 bis 9 Jahre) häufiger Antikörper aufwiesen als die älteren. Erstere wiesen zu 3.5 Prozent Antikörper auf, die 9- bis 13-Jährigen zu 2.5 Prozent und die bis 16-Jährigen zu 1.5 Prozent. Co-Studienleiterin Susi Kriemler erklärt die Unterschiede damit, dass kleinere Kinder engeren Körperkontakt zu ihren Eltern und anderen nahestehenden Erwachsenen haben.

Kinder steckten sich genau so oft mit dem Virus an

Dass sich Kinder genauso oft anstecken wie Erwachsene mit dem Corona-Virus ist inzwischen mehrfach belegt. Doch wie stark verbreiten sie das Virus? Das ist auch mit dieser Studie nicht restlos geklärt. Pro 100 getestete Klassen wiesen 67 keine infizierten Kinder auf.

In 27 Klassen hatte nur ein Kind Antikörper, in drei Klassen waren es zwei Kinder und in einer Klasse drei Kinder. Damit ist für den Zeitraum von Februar bis Juni klar, dass die Kinder ihre Mitschüler in den allermeisten Fällen nicht angesteckt haben.

Jedoch wurde die Studie zu einem Zeitpunkt gemacht, da die Schulen erst zwei Monate wieder offen waren. Weil Antikörper zudem erst nach ein bis zwei Wochen nachgewiesen werden können und die Corona-Fallzahlen in den ersten Wochen nach dem Lockdown sehr tief waren, zeigen die Resultate der Schulkinder vor allem die Ansteckungen in der Zeit vor und während dem Lockdown. Also dann, als Erwachsene das Virus in die Familien trugen.

Krankheitsymptome sind irreführend

Die Fortsetzung der Studie wird deshalb spannend: Diesen Herbst werden noch einmal die selben Kinder getestet sowie auch Eltern und Lehrer. Diese Ergebnisse werden eindeutiger zeigen, ob oder wie häufig Kinder das Virus in einer Klasse verbreiten.

Die Studie zeigt auch, dass Krankheitssymptome ein schlechter Indikator sind, um festzustellen, ob ein Kind das Virus hat: Die Eltern jener Kinder, die sich nicht infiziert hatten, meldeten genau so viele und gleiche Krankheitssymptome aus den vorangegangenen vier Monaten, wie die Eltern der infizierten Kinder.

Sind ärmere Gruppen stärker betroffen?

Die Studienergebnisse wurden nach Bezirken aufgeteilt und einer fällt auf: Der Bezirk Dietikon mit dem höchsten Ausländeranteil im Kanton (45 Prozent) wies unter den Schülern die zweithöchste Durchseuchung auf. Horgen (29 Prozent Ausländer) steht mit über 4 % Infizierten an erster Stelle.

Die Frage ist, ob auch in der Schweiz zutrifft, was international beobachtet wurde: Dass das Virus besonders die sozial und wirtschaftlich schlechtergestellten Bevölkerungsgruppen trifft, weil diese sich schlechter schützen können oder schlechter informiert sind. Laut Co-Studienleiter Milo Puhan wird dies noch genauer untersucht.

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