Film
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this Jan. 23, 2016 file photo, actor Daniel Radcliffe poses for a portrait to promote the series,

Bild: Matt Sayles/Invision/AP/Invision

Daniel Radcliffe über seine Alkoholsucht: «Ich fühlte mich beobachtet, also trank ich»

Elisabeth Kochan / watson.de



Wer schon als Kind zum weltberühmten Star wird, hat es mit Fluch und Segen gleichzeitig zu tun. Schon bevor man ein Alter erreicht, in dem man sich allmählich um die berufliche Zukunft und die Finanzen sorgen muss, ist beides weitestgehend abgesichert. Doch der Erfolg hat seinen Preis: Die Privatsphäre geht flöten – und das schon in einer Lebensphase, in der man meist noch nicht einmal weiss, wer man eigentlich ist oder sein will.

Wenn Daniel Radcliffe auf den Strassen dieser Welt unterwegs ist, vergeht für ihn vermutlich kein Tag ohne «Hey, das ist doch Harry Potter!» Der Engländer mimte über genau zehn Jahre hinweg den berühmtesten Zauberlehrling der Welt – und das schon ab seinem elften Lebensjahr. Als «Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2» 2011 in die Kinos kam, hatte Daniel Radcliffe bereits fast die Hälfte seines Lebens als Harry Potter verbracht. In einem Interview für den YouTube-Channel «The Off Camera Show» erzählte er jetzt, fast ein Jahrzehnt nach «Potter», wie ihn dieser frühe Ruhm in die Alkoholsucht trieb, wie er sich daraus rettete und welcher Druck auf Kinderstars wie ihm lastet.

Bild

Daniel Radcliffe im Interview. bild: youtube

Daniel Radcliffe hatte schon während «Harry Potter» ein Alkoholproblem – weil er sich beobachtet fühlte.

Radcliffe durchlebte seine Pubertät quasi im Blitzlichtgewitter. Paparazzi folgten ihm, wohin er auch ging. Aber nicht nur die waren ein Problem: Weil jeder sein Gesicht kannte, war er nirgendwo anonym. Das war vor allem dann schwierig, wenn er eigentlich bloss seine Freizeit geniessen wollte.

«Da ist dieses Bewusstsein, mit dem ich vor allem in meinen späten Teenager-Jahren zu kämpfen hatte, als ich zum ersten Mal ausging. [...] Ich fühlte mich beobachtet, wenn ich in eine Bar oder einen Pub ging. In meinem Fall war es am einfachsten, die Beobachter zu vergessen, indem ich mich betrank, und dann, als ich sehr betrunken wurde, wurde mir bewusst: ‹Oh, die Leute gucken jetzt sogar noch mehr, weil ich sehr betrunken bin›, also trank ich noch mehr, um das noch mehr zu ignorieren.»

Daniel radcliffe gegenüber the off camera show

Dieses zwanghafte Trinken wurde immer schlimmer, bis er schliesslich nach feucht-fröhlichen Abenden regelmässig Blackouts hatte (ShortList). Das ging über Jahre hinweg so – schon während der Harry-Potter-Filme, und obwohl er während der Arbeit niemals trank, gab es Tage, an denen er noch betrunken zum Set kam. «Ich kann mehrere Szenen benennen, in denen ich einfach weg bin. Tot hinter den Augen», gestand er schon 2012 in einem Interview (Telegraph). Ein Teil davon wurde von dem geistigen Bild beeinflusst, das er von erfolgreichen Schauspielern hatte:

«Ein Teil von mir glaubte, Schauspieler müssten verrückte, coole Trinker sein und ich sollte diesem seltsamen Bild davon, wie ich mir einen berühmten Schauspieler vorstellte, nacheifern.»

daniel radcliffe gegenüber the off camera show

2010 schaffte er schliesslich den Absprung – und ist seitdem trocken.

Bis Radcliffe diesen Punkt erreichte, waren einige Jahre vergangen. An Helfern mangelte es ihm nicht, und einige von ihnen drangen wirklich zu ihm durch – einer von ihnen: Gary Oldman, der in den Filmen in die Rolle des Sirius Black schlüpfte, und der ebenfalls ein Alkoholproblem hatte. Einmal sprach er mit Radcliffe über dessen Sucht, die er sich noch nicht eingestehen wollte, und sagte ihm: «Du kannst damit nicht weitermachen. Du hast zu viel zu verlieren», wozu Radcliffe später selbst sagte: «Das traf mich hart» (ShortList).

Denn viel zu verlieren hatte er: Den Job, den er liebte.

«Selbst an meinem Tiefpunkt liebte ich meinen Job immer noch so sehr und liebte es, ans Set zu gehen. Es gab nie einen Tag, an dem ich meinen Scheiss hätte beeinflussen lassen, wie ich mich bei der Arbeit verhielt, und ich hatte nie den Gedanken: ‹Oh, ich wünschte mir, das wäre mir alles nicht passiert, ich wünschte, ich wäre nicht Harry Potter.›»

daniel radcliffe gegenüber the off camera show

Harry Potter and the Deathly Hallows - Part 1 - MOVIE 2010: DANIEL RADCLIFFE as Harry Potter in Warner Bros. Pictures’ fantasy adventure “HARRY POTTER AND THE DEATHLY HALLOWS – PART 1,” a Warner Bros. Pictures release.

Radcliffe in «Harry Potter and the Deathly Hallows» im Jahr 2010. Bild: Warner Bros. Pictures

Und schliesslich schaffte er den Entzug.

«Es hat ein paar Jahre und ein paar Anläufe gedauert, aber ich hatte einfach unglaubliches Glück mit den Menschen, denen ich zum richtigen Zeitpunkt in meinem Leben begegnet bin. [...] Letztlich war es aber meine eigene Entscheidung. Eines Morgens bin ich nach einer langen Nacht aufgewacht und dachte mir: ‹Das ist vermutlich nicht gut.› Es fehlt mir heute gar nicht. [...] Ich bin heute wirklich viel glücklicher.»

daniel radcliffe gegenüber the off camera show

Und wie Daniel Radcliffe erging es auch anderen Kinderstars.

Macaulay Culkin, Lindsay Lohan, Amanda Bynes: Die Liste an «gefallenen» Kinderstars, die irgendwann hauptsächlich nur noch mit ihren Eskapaden in den Schlagzeilen landeten, ist lang. Ihnen allen wurde ihr Ruhm irgendwann zum Verhängnis – wegen des öffentlichen Drucks, den Daniel Radcliffe im Interview beschreibt:

«Die Erwartung ist, dass du einfach die ganze Zeit glücklich sein solltest. Du hast einen tollen Job, du bist wohlhabend, du hast also kein Recht dazu, je traurig zu sein oder dich nicht dauernd über all das zu freuen. Das übt auch Druck aus, denn wenn ich mich plötzlich doch traurig fühle, heisst das dann, dass ich das alles falsch mache? Heisst das, dass ich nicht gut darin bin, berühmt zu sein oder mein Leben zu leben?»

daniel radcliffe gegenüber the off camera show

Diese Fragen kann er inzwischen ganz klar mit einem dicken «Nein» beantworten: Er hat sein Leben gut auf die Reihe bekommen und ist immer noch regelmässig im Kino zu sehen.

Das ganze Interview gibt es hier:

abspielen

Video: YouTube/theoffcamerashow

Und hier: Die Oscar-Nominierungen 2019

abspielen

Video: srf/SDA SRF

Mehr aus der Film- und Serienwelt:

Superheldin «Captain Marvel» ist der erste US-Kinohit des Jahres

Link zum Artikel

9 Filmklassiker, die du jetzt auf Netflix und Co. streamen kannst

Link zum Artikel

Noch «8 Tage» bis zum Weltuntergang – das ist die letzte Warnung (für Serien-Fans)

Link zum Artikel

Chinesische «Harry Potter»-Fans reisten nach Sydney – sie dachten, dass dort Hogwarts sei

Link zum Artikel

Die Jackson-Doku «Leaving Neverland» erhitzt die Gemüter – 6 Gründe, warum das so ist

Link zum Artikel

Es lebe die Superheldin! Steckt euch euren «Feminismusscheiss» sonstwohin

Link zum Artikel

«Captain Marvel»-Star dreht TV-Serie für Apple

Link zum Artikel

Was wurde eigentlich aus den Darstellern aus «Beverly Hills, 90210»?

Link zum Artikel

Der Trailer zur finalen «Game of Thrones»-Staffel ist da

Link zum Artikel

Im ersten Superheldinnen-Film von Marvel ist der wahre Star eine Katze

Link zum Artikel

«Er reichte mir die Hand, als ich an Krebs erkrankte» – grosse Trauer um Luke Perry

Link zum Artikel

Hier kannst du die 8. Staffel «GoT» in der Schweiz streamen – ohne Verzögerung

Link zum Artikel

Beverly-Hills-Star Luke Perry ist tot

Link zum Artikel

7 Film-Schau-Typen, die uns einfach höllisch auf die Nerven gehen

Link zum Artikel

7 Filme und Serien, die du ab sofort in der Schweiz streamen kannst

Link zum Artikel

Der zweite Trailer zu «Detective Pikachu» ist da – und er macht so richtig viel Spass

Link zum Artikel

10 Schauspieler, die ihre grössten Rollen nicht mehr leiden können

Link zum Artikel

Mit diesen 5 Filmen könnte es für Netflix auch 2020 für den Oscar reichen

Link zum Artikel

HBO verrät weitere Details zur Staffel 8 von «Game of Thrones»

Link zum Artikel

19 Making-of-Momente, die deinen Lieblingsfilm von einer ganz neuen Seite zeigen

Link zum Artikel

Das ist Dan, er ist bipolar und der beste Lügner der Literaturgeschichte

Link zum Artikel

Erkennst du diese 10 Oscar-prämierten Filme anhand von Emojis?

Link zum Artikel

Daniel Radcliffe über seine Alkoholsucht: «Ich fühlte mich beobachtet, also trank ich»

Link zum Artikel

Polizei: «Empire»-Star Jussie Smollett hat Prügelattacke selbst inszeniert

Link zum Artikel

Diese Deepfakes musst du gesehen haben 😂

Link zum Artikel

Netflix streicht erneut zwei Marvel-Serien und macht Disney das Leben schwer

Link zum Artikel

Es war einmal vor Hollywood ... – 11 Leute, die Promis vor dem Durchbruch kannten

Link zum Artikel

Erkennst du den Film an seinem allerersten Satz? (Es ist einfacher, als man denkt)

Link zum Artikel

Bruno Ganz war Engel, Hitler, Alpöhi und Romys wilder Lover. Ein Nachruf

Link zum Artikel

«Breaking Bad» und 5 weitere Filme, die statt im Kino bei Netflix gelandet sind

Link zum Artikel

«Roma»-Schauspieler darf nun doch zu den Oscars reisen

Link zum Artikel

Slow-TV von «Wolkenbruch»-Regisseur ist flammendes Liebes-Inferno geworden!

Link zum Artikel

Liebe Eltern, fangt schon einmal an zu sparen, «Frozen 2» kommt! Hier ist der Teaser 😱

Link zum Artikel

Das hat Netflix mit dem interaktiven Film «Bandersnatch» wirklich bezweckt

Link zum Artikel

Erinnerst du dich an «Der Prinz von Zamunda»? Jetzt kommt Teil 2

Link zum Artikel

Das Netz dreht wegen «Aladdin» durch – aber wohl nicht so, wie Disney das gerne hätte

Link zum Artikel

20 Jahre nach «Emergency Room» spielt George Clooney wieder in einer Serie mit

Link zum Artikel

«Eine Hure zu sein, war oft top», sagt Virginie Despentes aus Erfahrung

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Olmabrotwurst 22.02.2019 08:43
    Highlight Highlight Was ich so mag an ihm er nimmt teilweise richtig coole Rollen an, mit tiefen und speziellen Charakterzügen, er ist für mich definitiv die Rolle los von Harry Potter. Obwohl er immer Harry bleiben wird, das selbe mit Leo di Caprio der wird auch immer Jack bleiben, macht trotzdem geniale Filme
  • RachelWeiss 22.02.2019 08:08
    Highlight Highlight Im Gegensatz zu Lindsay Lohan und Amanda Bynes hat er zum Glück den Absprung geschafft.
  • Rhabarber 22.02.2019 00:08
    Highlight Highlight Mit Potter konnte ich nie gross was anfangen. Ich meine, das Ganze war sicher nicht schlecht, aber naja ... Irgendwie halt einfach nicht mein Ding.
    Dann hab ich Radcliffe in Horns gesehen. Seither steht für mich fest, dass er ein wirklich talentierter und sehr guter Schauspieler ist. Ich hoffe, da kommen noch viele interessante Sachen von ihm.
    • Burdleferin 22.02.2019 09:01
      Highlight Highlight Hey, mir geht es genau gleich!
      Ausser dass er ein guter Schauspieler ist, ist er auch noch ein echtes Leckerli geworden :D
    • Alan Smithee 22.02.2019 15:51
      Highlight Highlight Sehr empfehlenswert ist auch die Serie"A Young Doctors Handbook"mit Radcliffe in der Hauptrolle als junger Arzt der nach seiner Studienzeit in Moskau in die tiefste Sibirische Pampa entsandt wird.
      Der schwarze Humor und Radcliffes komödiantische Schauspielleistung liessen mich zu einem Fan der Serie werden.
    • Königin der Löwen 22.02.2019 19:40
      Highlight Highlight Swiss army man! Total skurril und absolut grossartig!

Beverly-Hills-Star Luke Perry ist tot

Der Schauspieler Luke Perry von der früheren TV-Kultserie «Beverly Hills, 90210» und der Show «Riverdale» ist im Alter von 52 Jahren gestorben. Er starb am Montag nach einem «massiven Schlaganfall», bestätigte sein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa.

Umgeben war er zuletzt von seinen Kindern, seiner Verlobten, seiner Ex-Frau, seiner Mutter sowie weiteren engen Familienmitgliedern und Freunden.

«Die Familie dankt für die Menge an Unterstützung und Gebeten, die Luke aus aller Welt erreicht …

Artikel lesen
Link zum Artikel