Darts
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa06413097 Rob Cross of England hoists the trophy after winning the PDC World darts final match over Phil Taylor of England at the Alexander Palace in North London, Britain, 01 January 2018.  Phil Taylor, 16 time world champion, is retiring after this final.  EPA/SEAN DEMPSEY

Der Gejagte: Titelverteidiger Rob Cross. Bild: EPA

Eine Darts-WM ohne Phil Taylor – dafür mit zwei Frauen und diesen Favoriten

Jahr 1 im Alexandra Palace nach dem Rücktritt von Darts-Ikone Phil Taylor. «The Power» schaut zuhause im TV zu, wie seine ehemaligen Gegner in London Pfeile werfen. Einem seiner Ex-Rivalen traut Taylor besonders viel zu.



Wenn vor der heute in London beginnenden Darts-WM eines sicher ist, dann dies: Die Fans werden wieder vom «Taylor Wonderland» singen. Obwohl der besungene Held gar nicht da ist. Denn der 16-fache Weltmeister Phil «The Power» Taylor, die grosse Ikone des Sports, ist zurückgetreten. Er wird die WM zuhause vor dem Fernseher verfolgen, ein Angebot als TV-Experte lehnte er ab.

«Um ehrlich zu sein, werde ich das Ganze kein bisschen vermissen», sagte Taylor dem Mirror. Das ständige Training zwischen den WM-Partien nehme die gesamten Weihnachten in Beschlag. Da bleibe er lieber daheim in Stoke-on-Trent.

Titelverteidiger nicht Topfavorit

Es ist das erste Mal in der Geschichte des Darts, dass eine WM des Verbands PDC ohne Taylor stattfindet. Bei seinem Abschied war er noch einmal bis in den Final vorgestossen. Das kitschige Happy End einer einzigartigen Karriere verhinderte Newcomer Rob Cross, der sich mit einem deutlichen 7:2 zum Champion krönte.

«Er hat mich richtiggehend kaputtgemacht», sagt Taylor im Rückblick und gibt zu, dass ihn dies überrascht habe. «Weil es sein erster WM-Final war, dachte ich, er würde ihn verhauen. Aber er spielte toll und war an diesem Abend zu gut für mich.»

Cross beginnt seine Mission Titelverteidigung heute Abend, wenn er auf den Sieger der Partie Jeffrey de Zwaan (Holland) gegen Nitin Kumar (Indien) trifft. Der 28-Jährige, der im vergangenen Jahr bei seinem WM-Debüt die Welt verblüfft hat, zählt natürlich zu den Anwärtern auf den Titel und damit 630'000 Franken Preisgeld. Aber Topfavorit ist er nicht, dafür war Cross' Saison zu wenig gut. Mit dem klaren Finalsieg über Michael van Gerwen im australischen Brisbane bewies er jedoch, dass er weiterhin jeden Gegner besiegen kann.

Der Holländer van Gerwen, Weltmeister 2014 und 2017, geht als Hauptanwärter auf den WM-Titel ins Rennen. Er gewann die Premier League, das Masters und den World Grand Prix. Auch der Schotte Gary Anderson, der Champion der Jahre 2015 und 2016, ist bei den Buchmachern hoch im Kurs, ebenso wie Paradiesvogel Peter Wright. Gute Chancen werden auch dem «Bully Boy» Michael Smith gegeben.

Taylor tippt auf «Barney»

Geht es nach Altmeister Taylor, dann sollte man aber einen Darts-Spieler auf der Rechnung haben, der nur als 80:1-Aussenseiter antritt: Raymond van Barneveld. Der fünffache Weltmeister hat angekündigt, dass er nach der nächsten Saison zurücktritt. Er wird also zum letzten Mal im «Ally Pally» antreten. «Barney wird sicher mitmischen», prophezeit Taylor, «und ich würde es noch so gerne sehen, wenn er am Neujahrstag ein weiteres Mal gekrönt würde.» Der 51-jährige Holländer spüre, dass er einen letzten grossen Triumph noch draufhabe, «und ich hoffe, er liegt damit richtig.»

Phil Taylor (L), PDC world champion in action during his match against Dutch BDF world champion Raymond van Barneveld (R) during the Master of Darts tournament in Hengelo, Netherlands on Thursday 10 February. Taylor defeated Van Barneveld for the second time.  EPA/Koen Suyk

Da waren sie noch wesentlich jünger: Taylor (links) und van Barneveld lieferten sich unzählige Duelle. Bild: EPA

Zwei, die niemand zum Favoritenkreis zählt, sind vor der WM dennoch in aller Munde: Lisa Ashton und Anastasia Dobromyslova. Erstmals überhaupt wurden zwei der in diesem Jahr 96 Startplätze für Frauen reserviert. Die Engländerin Ashton («The Lancashire Rose») und die in England lebende Russin Dobromyslova («From Russia With Love») hatten sich in Qualifikationsturnieren durchgesetzt.

«Ich nehme mir vor, es zu geniessen auf der grossen Bühne», kündigte Ashton an, eine vierfache Weltmeisterin. Sie hoffe, dass sie Ehre für das Frauen-Darts einlegen könne. Dobromyslova kennt den Alexandra Palace bereits, 2009 hatte sich die dreifache Weltmeisterin bereits gegen Männer für die PDC-WM qualifiziert. Das wurde damals von Chauvinisten kritisiert und auch ein Jahrzehnt später haben es nicht alle akzeptiert, dass Frauen mit dabei sind. «Das kümmert mich überhaupt nicht», betonte die Russin, «ich mache das, was mir gefällt.»

Anastasia Dobromyslova hofft auf einen Exploit.

Ashton trifft gleich am Eröffnungsabend auf Jan Dekker. Der Holländer ist darüber alles andere als erfreut. «Es ist ein Spiel, bei dem ich eigentlich nur verlieren kann», meinte er. Topshot Michael van Gerwen sagt übrigens einen Erstrunden-Erfolg Anastasia Dobromyslovas gegen Ryan Joice voraus.

Der Sieg einer Frau würde auch Barry Hearn glücklich machen, den Boss der organisierenden PDC. «Ich wünsche den Männern, die gegen sie spielen, nichts Schlechtes», sagte der umtriebige Hearn, der den Darts-Sport populär machte. «Aber wenn ich als Geschäftsmann denke, dann wäre der Sieg einer Frau gegen einen Mann auf der grossen Bühne des ‹Ally Pally› fantastisch.»

«The Power» lässt Türe offen

Hearn hat die Zeichen der Zeit erkannt und nicht nur Frauen ins Turniertableau aufgenommen, sondern zuvor bereits die knapp bekleideten Walk-on-Girls abgeschafft. Auch könnte eine neue Ära des Darts-Sports anbrechen, nicht nur wegen der Absenz von Altmeister Phil Taylor.

Ein Comeback schliesst «The Power» übrigens aus. Er könne sich jedoch Turnierteilnahmen mit einer Wildcard durchaus vorstellen. «Sag niemals nie», meinte er. Aber grundsätzlich sei er im Ruhestand gut aufgehoben. Er verglich seine Situation mit derjenigen von Sir Alex Ferguson, dem legendären Erfolgstrainer von Manchester United: «Ich habe so oft gewonnen, dass ich mich einfach nicht an den Gedanken gewöhnen konnte, auch mal zu verlieren. Ich gehe auf die 60 zu, das wurde mir auch einfach zu viel.»

Bleiben wir in England und schauen mal, was die Leute in Newcastle so treiben:

Das ging ins Auge: Es kann nur einen Wilhelm Tell geben

abspielen

Video: watson

22.01.2010: Beim Einmarsch ist «Uzzy» mindestens Ali oder Tyson – dann fällt er wie ein Sack

Link zum Artikel

21.06.1969: Boxer Norbert Grupe gibt das lustigste «Interview» der Geschichte, indem er einfach schweigt

Link zum Artikel

28.06.1997: Mike Tyson beisst im legendärsten Boxkampf aller Zeiten ein Stück von Evander Holyfields Ohr ab

Link zum Artikel

24.06.1998: Ein MMA-Fight mit 196 Kilo Gewichtsunterschied – und einem unerwarteten Ende

Link zum Artikel

01.10.1975: Der «Thrilla in Manila» zwischen Ali und Frazier wird zum (ewigen?) Höhepunkt der Box-Geschichte

Link zum Artikel

13.12.1997: Stefan Angehrn zermürbt Torsten May und träumt vom grossen Geld – stattdessen landet er in der Schuldenfalle

Link zum Artikel

11.02.1990: Gegen 42:1-Aussenseiter James Douglas geht Mike Tyson im 38. Kampf erstmals k.o.

Link zum Artikel

30.10.1974: Die «Biene» Ali sticht «Bär» Foreman im «Rumble in the Jungle»

Link zum Artikel

05.11.1994: 20 Jahre nach dem «Rumble in the Jungle» wird George Foreman ältester Boxweltmeister aller Zeiten

Link zum Artikel

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

Link zum Artikel

20.08.1931: Happy Birthday, Don King! Die schrägste und kontroverseste Figur der Sportwelt erblickt das Licht der Welt

Link zum Artikel

08.03.1971: Der «Kampf des Jahrhunderts» und die Auferstehung eines Champions

Link zum Artikel

04.01.2010: Stucki Christian fliegt nach Japan, um sich mit Sumoringern zu messen – dabei entsteht dieses witzige Bild

Link zum Artikel

22.08.2010: Wenger stürzt König Abderhalden und darf sich selber krönen lassen

Link zum Artikel

25.01.1995: King Cantona flippt aus – er setzt zum legendärsten Kick der Fussball-Geschichte an

Link zum Artikel

06.02.1988: Der berühmteste Griff in die Eier 

Link zum Artikel

13.09.1985: Gabet Chapuisat zertrümmert Lucien Favres Knie – das schlimmste Foul im Schweizer Fussball lässt beide bis heute nicht los

Link zum Artikel

07.03.2007: Johann Vogel droht Köbi Kuhn, in den Flieger zu steigen, um ihm «eins zu tätschen»

Link zum Artikel

03.04.1999: Titan Kahn tickt komplett aus – erst knabbert er Herrlich an, dann fliegt er in Kung-Fu-Manier auf Chapuisat zu

Link zum Artikel

24.09.1983: Der «Schlächter von Bilbao» setzt Maradona mit der «brutalsten Blutgrätsche aller Zeiten» für 108 Tage ausser Gefecht

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

12
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • w'ever 13.12.2018 18:23
    Highlight Highlight ich frage mich sowieso, wieso in solchen sportarten wie darts, schach oder ähnlichem, frauen und männer getrennt antreten.
  • Anded 13.12.2018 17:19
    Highlight Highlight Wo schaue ich das am besten? Hatte letztes Jahr ein DAZN Abo. Aber ich schaue während Frühling/Sommer zu wenig Sport, als dass es sich lohnen würde. Soll ich wieder temporär DAZN abonnieren, oder kennt ihr bessere Alternativen?
    • Schreiberling 13.12.2018 17:32
      Highlight Highlight Sport1. Ist im Free-TV empfangbar und feiert Darts so richtig ab.
  • marsel 13.12.2018 16:43
    Highlight Highlight Das wird wieder grossartig! 🍻🙌🏼
    Flying Scotsman 🏆
  • Militia 13.12.2018 16:32
    Highlight Highlight Ich war letztes Jahr am WM-Final im Ally Pally live dabei. Was soll ich sagen, es war THE SHIT. Verfolge Darts nun schon einige Jahre auch während dem Jahr und freue mich immer wie ein Kind auf die WM. Wird dann auch eine gute Alternative zur FUSSBALL-WM in Katar...
    Heute geht's los - good darts an alle! 🎯
  • Hopper 13.12.2018 16:09
    Highlight Highlight Es ist nicht Barneys letzte WM. Trotzdem hoffe ich auf einen Exploit von ihm. Aber auch Mensur oder dem unsympathischen Waliser ist etwas zuzutrauen...
    • Militia 13.12.2018 17:00
      Highlight Highlight Gerwyn Price hat in letzter Zeit seine Klappe ganz schön weit aufgerissen. Jetzt muss er liefern.
      Ich wäre für Snakebite, aber der hatte schon bessere Phasen...
  • c-bra 13.12.2018 15:31
    Highlight Highlight Zugegeben, ich bin ein totaler Darts-Hobbyfan und interessiere mich nur für die WM, aber egal..

    stand up, if you love the Darts!
    • SpoonerStreet 13.12.2018 16:30
      Highlight Highlight Onehundertandaaaaaaaaaaaaaaaaaighteeeen :-)
    • greeZH 13.12.2018 16:38
      Highlight Highlight 118?
    • SpoonerStreet 13.12.2018 16:48
      Highlight Highlight Onehundredandeeeeeeeeeeeeeightieth natürlich :)
    Weitere Antworten anzeigen

«Der grösste Fehlentscheid der NFL-Geschichte» – und natürlich wieder Brady

Die Los Angeles Rams stehen wegen eines krassen Schiedsrichter-Fehlentscheids und ihrem eiskalten Kicker im Super Bowl. Dort treffen sie auf Tom Brady und die New Englands Patriots, die es zum dritten Mal in Folge ins Endspiel um die NFL-Krone geschafft haben.

Im 53. Super Bowl kommt es zu einem Quarterback-Generationen-Duell – allerdings nicht zu dem, auf das viele vor den Conference Finals der NFL-Playoffs gehofft hatten. Statt dem 40-jährigen Drew Brees von den New Orleans Saints und dem 23-jährigen Patrick Mahomes von den Kansas City Chiefs duellieren sich der «GOAT» Tom Brady (41) von den New England Patriots und Jared Goff (24) von den Los Angeles Rams um die «Vince Lombardi Trophy».

Beide Conference-Finals waren an Dramatik kaum zu überbieten …

Artikel lesen
Link zum Artikel