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Cyberkriminelle missbrauchen zunehmend Behörden und Unternehmen



In der Schweiz werden immer häufiger Cyberangriffe mit dem offiziellen Absender von Behörden und Firmen begangen. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI). Das Vorgehen der Betrüger wird dabei immer raffinierter.

So stellte eine scheinbar von der Steuerverwaltung stammende E-Mail Steuerrückerstattungen in Aussicht. In einem anderen Fall erhielten Personen Vorladungen zu Gerichtsverhandlungen, die von einer Kantonspolizei stammten. Regelmässig werden auch bekannte Unternehmen wie die Post und Swisscom missbraucht, um eine hohe Seriosität der E-Mails vorzutäuschen.

Diese Fälle schildert MELANI in ihrem am Donnerstag publizierten Halbjahresbericht. Die Stelle des Bundes empfiehlt Benutzerinnen und Benutzern grundsätzlich, E-Mails zu misstrauen, die sie unaufgefordert erhalten - auch bei bekannten Absendern. Zudem gibt es laut MELANI zahlreiche Hinweise, wie man betrügerische E-Mails von echten unterscheiden könne.

Verletzlichkeit moderner Gesellschaften

Für Schlagzeilen sorgte diesen Mai die Cyber-Attacke mit der Schadsoftware namens «WannaCry». Hacker hatten damit weltweit Computer lahmgelegt und zahllose Unternehmen und Behörden blockiert. Laut Europol gab es über 230'000 Ziele in 150 Staaten.

In der Schweiz konnte MELANI 204 potentielle Opfer identifizieren, wobei im Vergleich zum Ausland keine Betreiber von kritischen Infrastrukturen betroffen waren. Die Vorfälle hätten aber einmal mehr gezeigt, wie verletzlich die moderne Gesellschaft mit ihren vernetzten Computersystemen sei, schreibt MELANI in ihrem Bericht.

Immer häufiger würden sich politische Spannungen digital entladen. Wo früher Häuserwände mit Graffitis besprüht worden seien, verunstalteten heute Aktivisten Webseiten. So hätten die Diskussionen in der Schweiz um den türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogan zur «Verunstaltung» zahlreicher Schweizer Websites geführt. (sda)

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