DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Der estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves wirft der Schweiz vor, die EU-Sanktionen gegen Russland aus Rücksicht auf den Bankensektor nicht umgesetzt zu haben.
Der estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves wirft der Schweiz vor, die EU-Sanktionen gegen Russland aus Rücksicht auf den Bankensektor nicht umgesetzt zu haben.
Bild: INTS KALNINS/REUTERS
Estlands Präsident kritisiert Schweiz

«Der Neutralitätsbegriff ist heute für mich so leer wie noch nie»

10.08.2014, 05:04

Estlands Präsident wittert in der Schweizer Ablehnung der Übernahme von EU-Sanktionen gegen Russland eine Taktik, um dem Bankensektor Vorteile zu verschaffen. «Die Reaktionen auf die angekündigten Sanktionen durch EU-Staaten waren für den Ruf der Schweiz in Europa nicht gerade förderlich», sagte Staatschef Toomas Hendrik Ilves, in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».

Die Schweiz müsse «mit der Kritik leben, dass sie nur deshalb ihre eigenen Sanktionen erlassen hat, um sich im Bankensektor Vorteile zu verschaffen».

Zuwanderunsinitiative ist «abscheulich»

Das Argument der Schweiz, ein möglicher neutraler Vermittler zu bleiben, lässt Ilves nicht gelten. «Natürlich braucht es Vermittlungen, aber keine neutralen Vermittler.» Überhaupt sei er sich nicht sicher, was Neutralität im andauernden Konflikt in der Ukraine bedeute.

So würden sich etwa Schweden und Irland als neutral bezeichnen, müssten aber als EU-Mitglieder die Sanktionen gegen Russland mittragen. «Der Neutralitätsbegriff ist heute für mich so leer wie noch nie», sagte Ilves.

Zwar müsse jeder souveräne Staat für sich entscheiden, wie er mit einer bestimmten weltpolitischen Situation umgehe. Doch in Bezug auf die Schweiz kann er sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: «Seit der Einwanderungsinitiative ist man in Osteuropa nicht sehr gut auf die Schweiz zu sprechen. Der Ausgang der Abstimmung war abscheulich, um es unverblümt zu sagen.» (trs/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Raiffeisen verweigert Ehe-für-alle-Gegnern ein Konto: Strafanzeige wegen Diskriminierung

Gegen die «Ehe für Alle» wird das Referendum zustande kommen. Aber nicht nur das Zusammenbringen der Unterschriften war ein Weg mit Hindernissen. Recherchen zeigen: Auch bei der Eröffnung eines Bankkontos in Zug gab es Schwierigkeiten.

Offiziell bestätigen mag es Anian Liebrand, der Koordinator des Trägervereins «Nein zur Ehe für alle» nicht. Doch es ist klar: Das Referendum gegen die «Ehe für alle» kommt an die Urne. Gemäss watson-Recherchen werden die Gegner die dafür notwendigen 50'000 Unterschriften am Montag bei der Bundeskanzlei einreichen.

Unter anderem erlaubt die «Ehe für alle» homosexuellen Paaren die Adoption und lesbischen Paaren den Zugang zu Samenspenden. Ein Komitee um SVP- und EDU-Politiker erzwingt nun …

Artikel lesen
Link zum Artikel