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David gegen Goliath: Wie ein kleiner Blog sich mit Netflix anlegt

12.09.2018, 19:32

Wer auf Netflix gerne Filme und Serien rezensiert hat, dürfte seit Ende Juli stinksauer sein. Denn zu diesem Zeitpunkt hat der Streaming-Gigant die Funktion komplett abgeschaltet. Bereits zuvor hatte Netflix das User-Rating immer mehr eingeschränkt. Zuerst konnte man schriftliche Bewertungen nur noch via Desktop-Computer verfassen, etwas später wurde auch die Fünf-Sterne-Bewertung abgeschafft.

Sterne verteilen war einmal.
Sterne verteilen war einmal.Bild: Netflix

Aktuell kann man einen Film oder eine Serie zwar noch mit einem Daumen hoch oder runter bewerten, Einsicht, wie gut oder schlecht ein Titel bewertet wurde, bekommt man aber nicht.

Netflix hat diesen Schritt damit begründet, dass die schriftliche Bewertungsfunktion kaum noch verwendet wurde. Doch nun hält der amerikanische Streaming-Blog «Cordcutting» mit einer These dagegen, die dem Streaming-Anbieter puren Eigennutz vorwirft.

In seinem Artikel unterstellt der kleine Blog dem Streaming-Giganten, dass dieser die Bewertungsfunktion entfernt habe, weil die Eigenproduktionen immer schlechtere Wertungen erhalten hätten.

Tatsächlich musste das erfolgsverwöhnte Netflix in den letzten Monaten immer häufiger negative Kritik an seinen Originals über sich ergehen lassen. Das belegt «Cordcotting» mit einer Statistik:

So entwickelten sich die Bewertungen von Netflix Originals von 2011 bis 2018:

Bild: Cordcutting.com

Der Blog errechnete anhand von Netflix-Rating-Daten, dass die durchschnittlichen Bewertungen für Originals in den letzten sechs Jahren um 24 Prozent sanken. Gleichzeitig stiegen die Eigenproduktionen von Netflix markant an:

Anzahl der Netflix-Originale seit 2011:

Bild: Cordcutting.com

Bedenkt man, dass Netflix einen immer grösseren Output an Eigenproduktionen hat, während die Ratings sinken, legt das durchaus den Schluss nahe, dass der Konzern versucht, schlechten Bewertungen aus dem Weg zu gehen. Schliesslich investiert Netflix alleine in diesem Jahr rund 13 Milliarden US-Dollar in Eigenproduktionen.

Allerdings berücksichtigt die These nicht, dass bei einer immer grösseren Anzahl an Eigenproduktionen ein Kritikerschnitt von 4,2, wie er 2012 der Fall war, nur schwer zu halten ist. Immerhin umfasste das Original-Portfolio von Netflix 2012 nur eine handvoll Titel, während Netflix – nach eigener Aussage – bis Ende 2018 mindestens 1000 Eigenproduktionen anbieten wird.

Dennoch wurde die Thematik in den USA unterdessen auch von grösseren Newsseiten aufgegriffen und wird rege diskutiert. Und Netflix? Der Streaming-Gigant bleibt bei seinem bisherigen Statement. (pls)

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