Sexismus
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Japanese Prime Minister Shinzo Abe receives the Global Women's Leadership Award from Philippines' Irene Natividad, second from right, president of the Global Summit of Women (GSW), at the opening ceremony of the Global Summit of Women in Tokyo, Thursday, May 11, 2017. (AP Photo/Eugene Hoshiko)

Gemäss der US-amerikanische Frauenrechtsaktivistin Irene Natividad ist «Die Schweiz zu klein, um das Talent ihrer Frauen zu verschwenden.» Bild: AP/AP

«Die Schweiz ist zu klein, um das Talent ihrer Frauen zu verschwenden.»

Von Donnerstag bis Samstag findet in Basel der Weltwirtschaftsgipfel für Frauen statt. Erwartet werden klangvolle Namen.

Daniel Ballmer / ch media



«Die Schweiz ist zu klein, um das Talent ihrer Frauen zu verschwenden.» Es ist eine der Kernbotschaften von Irene Natividad. Die US-amerikanische Frauenrechtsaktivistin geht gegenüber der Zeitschrift «Annabelle» noch weiter: «Schweizerinnen sind überqualifiziert, im Erwerbsleben unterbeschäftigt – und unterbezahlt.»

Frauen den Weg ebnen

Vor mittlerweile 29 Jahren hat Natividad den «Global Summit of Women» gegründet, den Weltwirtschaftsgipfel für Frauen. Jedes Jahr findet er in einem anderen Land statt.

Von Donnerstag bis Samstag wird er in Basel zu Gast sein. Bei der Veranstaltung handelt es sich um den grössten internationalen Kongress, der sich mit Gleichstellungsfragen und Frauenförderung in Führungspositionen auseinandersetzt, mit der Öffnung der globalen Wirtschaft für Frauen oder mit Fortschritten der Frauen in der Weltwirtschaft.

Philippine Vice President Leni Robredo, center, waves at the opening ceremony of the Global Summit of Women in Tokyo, Thursday, May 11, 2017. Over 1,000 business leaders and government officials from more than 60 countries and regions attended a women’s business summit. (AP Photo/Eugene Hoshiko)

2017 wurde der Global Summit of Women in Japan abgehalten – dieses Jahr ist Basel dran. Bild: AP/AP

Mehr als 1000 Teilnehmende werden im Congress Center der Messe Basel erwartet – darunter führende Frauen aus Wirtschaft, Politik und Medien sowie Ministerinnen und Minister aus mehr als 70 Ländern. Am Samstag wird auch Bundesrätin Simonetta Sommaruga am Kongress teilnehmen. Eröffnet wird der Gipfel von der Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann. Schon seit Wochen weist die Stadt mit Flaggen beim Bahnhof SBB oder auf der Mittleren Brücke auf den Anlass hin.

Mit dem Wirtschaftsgipfel verfolgt Gründerin Natividad vorab zwei Ziele: Frauen den Weg in leitende Positionen zu ebnen und stereotype Vorstellungen von Weiblichkeit zu brechen. «Ich wollte sichtbar machen, was Frauen weltweit in Wirtschaft und Politik leisten», so Natividad. Gerade für die Schweiz ist ihr das wichtig. Denn hierzulande gebe es sehr viele weibliche Talente, international aber würden Schweizerinnen bis heute nicht als Führungspersönlichkeiten wahrgenommen. «Dieses Image will ich korrigieren.»

In der Schweiz liegt der Frauenanteil in Geschäftsleitungen heute bei neun Prozent. Tendenz immerhin steigend. Im Jahr 2017 waren es noch sieben Prozent. In Verwaltungsräten beträgt der Frauenanteil immerhin 21 Prozent.

«Ein unhaltbarer Zustand!»

Für Natividad liegt das vor allem an der Gleichstellung zwischen Mann und Frau, bei welcher die Schweiz anderen Ländern Westeuropas nach wie vor hinterherhinke. Das liege etwa an teuren Kinderkrippen und einer hohen Steuerbelastung für Zweitverdienende, meist Frauen.«Wie sollen Mütter erwerbstätig sein, wenn die Kinderbetreuung so teuer ist?», fragt sich Natividad. «Zählt man die ‹Heiratsstrafe› hinzu, lohnt es sich kaum mehr, einem Beruf nachzugehen. Ein unhaltbarer Zustand!» Natividad ist eine Befürworterin von Quoten. Denn: Sie würden funktionieren. Viel zu viele Frauen würden bis heute bei Beförderungen übergangen. Mittlerweile haben 26 Länder Quoten eingeführt.

Auch in der Schweiz selber wird grosser Handlungsbedarf erkannt. Mit dem Global Summit werde ein weiteres Zeichen hin zu mehr Vielfalt in der Schweizer Wirtschaft gesetzt, sagt Nora Teuwsen, die als Leiterin Recht und Compliance SBB das Schweizer Host-Commitee mitverantwortet. «Frauen sollen ermutigt werden, sich sichtbar zu machen und sich Gehör zu verschaffen», findet sie.

Das sieht Journalistin und Komiteemitglied Susanne Wille genauso: «Schlaue, starke, engagierte Frauen aus der ganzen Welt strömen zusammen. Sie treffen sich in der Schweiz, weil sie etwas bewegen und verändern wollen. In der Politik, in der Wirtschaft,in der Gesellschaft. Nicht nur im eigenen Land, sondern rund um den Globus.Zu tun gibt es genug.» (bzbasel.ch)

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • hauruck 02.07.2019 16:53
    Highlight Highlight DAS Talent der Frauen ist das Kinderkriegen. Leider nutzen die Schweizerinnen dieses Talent zu selten, weswegen die Schweizerinnen bald aussterben werden.
  • Walser 01.07.2019 13:14
    Highlight Highlight Wenn 2 Menschen ein Kind zeugen und auf die Welt stellen, ist es deren Aufgabe und Pflicht dafür zu sorgen und ihre eigenen Bedürfnisse der Situation anzupassen. Sie können dann die Arbeit, Kinderbetreuung und Karrieren gleichberechtigt aufteilen. Da brauchts keine Zwänge und Quoten.
  • Selbst-Verantwortin 01.07.2019 12:35
    Highlight Highlight „Die Schweiz ist zu klein, um das Talent ihrer Frauen zu verschwenden.“
    Was für eine sexistische Aussage!
    Gilt das für andere Geschlechter nicht?
    Soll etwas anderes als der Beitrag/die Leistung entscheidend sein?
    Manipulierend, wie bereits selbstverständlich nach GleichSTELLUNG statt -Berechtigung gerufen wird. Könnte ja noch auffallen, dass Frauen heute mehr Rechte als Männer haben.
  • stadtzuercher 01.07.2019 08:41
    Highlight Highlight «Die Schweiz ist zu klein, um das Talent ihrer Frauen zu verschwenden.»

    Die Frau scheint noch nie was von der Personenfreizügigkeit gehört zu haben.

    Und nebenbei: Seit 20 Jahren können in der Schweiz immer weniger Männer/Jungen die Matur machen, der Unterschied zu den Frauen wird immer grösser (35% vs 45%). Da stört sich auch niemand daran, dass man das Talent der Männer verschwendet.
  • Nüübächler 01.07.2019 08:30
    Highlight Highlight "Wie sollen Mütter erwerbstätig sein, wenn die Kinderbetreuung so teuer ist?», fragt sich Natividad. «Zählt man die ‹Heiratsstrafe› hinzu, lohnt es sich kaum mehr, einem Beruf nachzugehen."

    Tia, es gibt im Leben Momente wo man sich halt entscheiden muss. Kinder kriegen oder Karriere machen. Alles kann man nicht immer haben. Etwas leidet immer darunter.

    Nebenbei: auch Kinderbetreuerinnen haben einen anständigen Lohn verdient, egal ob als Mutter Zuhause oder in der Kita.
    • Herr Ole 01.07.2019 10:20
      Highlight Highlight Lustigerweise geht das bei Männern tiptop. Aber bei Frauen heisst es dann, nein du musst dich entscheiden, Kinder und Karriere wäre viel zu viel...
    • Nüübächler 01.07.2019 10:59
      Highlight Highlight Lieber Ole, du irrst,
      bei den Männern ist es so dass sich die allermeisten halt einfach für die Karriere entscheiden. Und Kinderkriegen können bekanntlich nur Frauen, Gender hin oder her. Also heisst das, die Schwangerschaft kann nur die Frau übernehmen.
    • Pretty Bones Davies 01.07.2019 11:13
      Highlight Highlight Ich finde es schade, dass immer dann, wenn es um die Berufstätigkeit von Frauen mit Kindern geht, immer das Argument „Kind oder Karriere“ kommt. Nicht nur aus dem von Herr Ole genannten Grund, sondern ebenfalls, weil es vielen Frauen ja gar nicht um Karriere im Sinne einer Führungs- oder VR-Position geht. Sondern darum, im Beruf bleiben zu können und „eigenes“ Geld zu verdienen, dass nicht gleich für die Kita draufgeht. Und das wäre mit etwas mehr Willen in Politik und Wirtschaft möglich.
    Weitere Antworten anzeigen
  • wolge 01.07.2019 07:56
    Highlight Highlight Wichtig scheint mir vor allem auch, dass Frauen die in eine Führungsposition kommen sich nicht von den althergebrachten Management-, Führungs- und Organisationsmethoden der Männer anstecken lassen.

    Stattdessen sollten sie sich für moderne Methoden einsetzen, die den Mitarbeitenden nicht einfach nur als Ressource sondern als Menschen betrachten. Die den Sinn viel stärker in den Mittelpunkt rücken, statt reines Wachstum (Gier) und die echte Selbstverantwortung, Selbstorganisation und Selbstführung ermöglichen, statt reiner Lippenbekenntnisse
    • Froggr 01.07.2019 10:10
      Highlight Highlight Also ganz nach dem St. Galler Management Modell. Ich verstehe nicht, wie Sie auf die Idee kommen, dass alle Männer noch diesem alten Führungsstil unterworfen sind.
    • wolge 01.07.2019 15:09
      Highlight Highlight @Froggr: Alle Männer sind es selbstverständlich nicht aber doch ein Grossteil.

      Nur ein sehr kleiner Teil der Unternehmen hat ernsthaft von Taylorismus und Menschenbild X abgeschworen. Viele sagen es zwar doch nur wenige tuen es ernsthaft.

      Sehr schön zeigt sich dies z.B. in den hiesigen internen Reglementen, Weisungen, Zielvereinbarungen und Managerboni
    • Froggr 01.07.2019 20:39
      Highlight Highlight Nein Wolge. Ihre Aussage ist schlicht falsch. Vielleicht alle Männer in hohem Alter (55-70). Aber die jüngeren Führungspersonen entsprechen im Durchschnitt mit Sicherheit nicht Ihren Vorstellungen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Doublethink 01.07.2019 07:42
    Highlight Highlight Es gibt viele Frauen-Angebote: Frauen(wirtschafts)gipfel, Frauenlauf, etc.
    Speziell für männer gibt es keine solchen "exklusiv"-Veranstaltungen. Da sollte man doch darüber nachdenken, wer hier ungleich behandelt wird.
    • leu84 01.07.2019 09:45
      Highlight Highlight Männerabend, "die Mannschaft" ;)
    • Doublethink 01.07.2019 10:27
      Highlight Highlight Männerabend ist vieles, aber keine offizielle Veranstaltung. Ausserdem gibt es auch den Frauenabend, daher gibt es etwas für beide.
      "Die Mannschaft" ist ein Sprachkonstrukt. Bezüglich Sprache und Sport müsste an einem anderen Ort diskutiert werden.
  • aglaf 01.07.2019 06:51
    Highlight Highlight Das Land ist zu klein, um jegliches Talent zu vergeuden.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 01.07.2019 06:39
    Highlight Highlight "Wie sollen Mütter erwerbstätig sein, wenn die Kinderbetreuung so teuer ist?"
    Anpassung der Steuern und besser finanzierte Krippen, das ist richtig und wichtig.
    Aber es lohnt sich schon heute für Frauen auch während der Zeit mit Kindern arbeiten zu gehen, langfristig gesehen. Auch wenn alles für die betreuung rausgeht, sie bleibt im Job, steigt auf und hat keine Lücken.
  • Kronrod 01.07.2019 05:38
    Highlight Highlight «Die Schweiz ist zu klein, um das Talent ihrer Frauen zu verschwenden.»

    Das heisst, wenn die Schweiz doppelt so gross mit doppelt so vielen Einwohner wäre, wäre plötzlich alles ok? Entweder bin ich zu doof, ihr Argument zu verstehen, oder ihre “Kernaussage” entbehrt jeder Logik.
    • Heinzbond 01.07.2019 05:44
      Highlight Highlight Ich denke das es so zu deuten ist das eigentlich jedes Land zu klein ist um das Potenzial der Frauen zu vergeuden...
    • Tom T. 01.07.2019 07:55
      Highlight Highlight Du bist - nach eigenen Worten - " zu doof", denn grosse Länder haben einfach einen grösseren Pool zum auswählen.

      Haben wir nicht.

      Wir fördern trotzdem und dummerweise hauptsächlich die Söhne von Akademikern und Besserverdienenden.
    • TheBase 01.07.2019 09:05
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