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Omarosa Manigault Newman – Erst hat halb Amerika sie gehasst, jetzt tut Trump das auch

US-Präsident Trump machte sie zum TV-Star und holte sie ins Weisse Haus: Nach ihrem Rauswurf hat Omarosa Manigault Newman ein Enthüllungsbuch geschrieben - und ihr alter Boss wütet.

15.08.18, 14:07

Anna-Sophie Schneider



FILE - In this Feb. 28, 2017 file photo, White House Director of communications for the Office of Public Liaison Omarosa Manigault Newman stands with the of leaders of Historically Black Colleges and Universities (HBCU) outside the West Wing of the White House in Washington. The White House says former aide Omarosa Manigault Newman has

Im Fokus: Omarosa Manigault Newman. Bild: AP/AP

Ein Artikel von

Omarosa Manigault Newman ist in den USA so bekannt, dass sie eigentlich ohne Nachnamen auskommt. Man kennt sie in den USA schlicht als «Omarosa» - und das verdankt sie Donald Trump. Mit seiner Hilfe hat sie Karriere gemacht, zunächst im Fernsehen und nach ihrem lautstarken Einsatz im Wahlkampf auch kurzzeitig im Weissen Haus. Im Dezember 2017 jedoch wurde sie entlassen und hat sich seither vom US-Präsidenten abgewandt.

In einem Enthüllungsbuch beschreibt Manigault Newman ihren einstigen Förderer nun als «Rassisten» und «Frauenfeind». Sie spricht von Tapes, auf denen Trump rassistische Ausdrücke verwendet haben soll. Dabei war ausgerechnet sie es, die seiner Wahlkampagne 2016 ein weibliches, afroamerikanisches Gesicht gegeben hatte. Belohnt wurde sie für ihren Einsatz später mit einem Kommunikationsjob im Weissen Haus - einem Arbeitsplatz, den sie bereits aus den Neunzigerjahren kannte.

Damals arbeitete die junge Journalistin aus Ohio im Büro von Bill Clintons Vizepräsidenten Al Gore und später im Handelsministerium. Beide Male wurde sie gefeuert. Gores frühere Büroleiterin bezeichnete die Einstellung von Manigault Newman im Nachhinein als «schlechteste Personalentscheidung», die sie getroffen habe. Trotz des beruflichen Rückschlags blieb Manigault Newman den Clintons weiterhin politisch verbunden.

Von den Clintons zu Trump

Noch zu Beginn des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 unterstützte sie Hillary Clinton. Einen Job in deren Kampagne bekam sie allerdings nicht. Der Ärger darüber soll dazu geführt haben, dass sie sich von den Demokraten abwandte. Sie stellte sich auf die Seite von Trump, mit dem sie bereits seit Jahren eine Art Freundschaft verband.

FILE - In this Feb. 11, 2017 file photo, Omarosa Manigault arrives at the 48th annual NAACP Image Awards in Pasadena, Calif. Former President Donald Trump aide and “Apprentice” contestant Omarosa Manigault Newman has a memoir coming that her publisher calls “explosive” and “jaw-dropping.” The book is called “Unhinged.” Gallery Books announced Thursday that it will be released on Aug. 14. (Photo by Richard Shotwell/Invision/AP, File)

Bild: Richard Shotwell/Invision/AP/Invision

Die Beiden lernten sich 2004 beim Dreh der Reality-TV-Show «The Apprentice» kennen. In dem Format konkurrierten 16 Kandidaten um einen Jahresvertrag in Trumps Unternehmen. Manigault Newman machte sich keine Freunde unter ihren Mitstreitern, gewann aber die Sympathien von Trump. Vielleicht auch, weil beide polarisieren.

Gewonnen hat Manigault Newman den Arbeitsvertrag am Ende nicht, stattdessen machte sie aus ihrer Rolle der bösen Reality-Show-Figur ein Geschäftsmodell. Immer wieder trat sie gemeinsam mit Trump vor die Kamera, erst in einer Datingshow, dann in der Promi-Variante von «The Apprentice». Ein Magazin bezeichnete sie schliesslich als «Die Frau, die Amerika zu hassen liebt».

Schlechte Verliererin?

Diese Art von Kritik schien Manigault Newman allerdings kaum zu treffen. Persönlicher wurde es hingegen, wenn sie aus einer Reality-Show ausschied. Nach ihrem Abgang bei «The Apprentice» beschuldigte sie eine Mitstreiterin, sie rassistisch beleidigt zu haben. Diese dementierte vehement.

FILE - In this Feb. 1, 2017, file photo, President Donald Trump speaks during a meeting on African American History Month in the Roosevelt Room of the White House in Washington. From left are, Omarosa Manigault, Trump, and then-Housing and Urban Development Secretary-designate Ben Carson. Omarosa Manigault Newman — the former

Omarosa mit Trump Bild: AP/AP

Ihr Lebenslauf ist gespickt von bizarren bis dramatischen Zwischenfällen. Gegen Michael Jacksons Schwester Latoya Jackson klagte sie nach einer Auseinandersetzung. Jackson soll angedeutet haben, dass Manigault Newman ihren früheren Verlobten Michael Clarke Duncan getötet hätte. Der Schauspieler («The Green Mile») starb 2012 an den Folgen eines Herzinfarkts. Ein Jahr zuvor war ihr Bruder ermordet worden. Ebenso wie ihr Vater, der getötet wurde als Manigault Newman sieben Jahre alt war. Sie wuchs nach eigenen Angaben in «extremer Armut» auf.

Mittlerweile ist Manigault Newman in zweiter Ehe mit einem Pastor und Clinton-Unterstützer verheiratet. Für Schlagzeilen sorgte sie, als sie im April 2017 mit ihrer Hochzeitsgesellschaft im Weissen Haus auftauchte, um ein Erinnerungsfoto zu machen. Auftritte wie diese könnten mit dazu geführt haben, dass sie schliesslich von Stabschef John Kelly entlassen wurde.

Immer wieder soll Manigault Newman zudem in Meetings geplatzt sein, für die sie nicht zugelassen war. Bei einem Auftritt des Dachverbands afroamerikanischer Zeitungsverleger verlor sie die Fassung und lieferte sich ein Schreiduell mit dem Moderator. Nach ihrer Entlassung soll sie Berichten zufolge vom Gelände des Weissen Hauses geleitet worden sein. Der Secret Service hat das nie dementiert.

Späte Reue

Mittlerweile setzt Manigault Newman offenbar eher auf Understatement. Eloquent präsentiert sie ihr Buch «Unhinged» (übersetzt: verstört) im US-Fernsehen und erklärte reumütig, eine «Komplizin» der Trump-Administration gewesen zu sein. Sie habe ihre Position lange nicht aufgeben wollen, weil sie die einzige schwarze Frau in Trumps Team gewesen sei.

Nach dem Rauswurf habe sie ein Jobangebot ihres alten Arbeitgebers bekommen - 15'000 Euro monatlich und eine umfassende Verschwiegenheitsklausel inklusive. Sie hat abgelehnt und stattdessen ihr Buch geschrieben. Inwieweit ihre Abrechnung moralisch oder doch persönlich motiviert ist, bleibt offen.

Präsident Trump scheint die Sache jedenfalls persönlich zu nehmen. Mit einer Reihe emotionaler Tweets hat er auf das Buch reagiert. Dabei bezeichnet er Manigault Newman als «bekloppt und geistesgestört» und als «Hund».

Trump hat es schon 14 Mal getan

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • roger.schmid 15.08.2018 21:42
    Highlight "Präsident Trump scheint die Sache jedenfalls persönlich zu nehmen. Mit einer Reihe emotionaler Tweets hat er auf das Buch reagiert. "

    Und damit betreibt der ach so schlaue Fuchs wieder einmal beste Werbung für einen Widersacher und ein Buch, dass ihm nicht passt..🤦‍♂️
    Er wird es nie lernen.
    8 2 Melden
  • Citation Needed 15.08.2018 21:38
    Highlight Obschon mich vieles, was Trump schaden könnte, eigentlich freuen sollte - FÜR Omarosa sein kann ich nicht. Sie hat schon zu oft das Hemd gewechselt und ist, wie Kelly sagte, nicht besonders integer... Erst war sie für ihn, nun schiesst sie gegen ihn. Erst liess sie sich als Schwarzenvertreterin einspannen, plötzlich will sie schon seit jeher gewusst haben, dass er Rassist sei.. Das klingt doch alles wenig vertrauenswürdig und opportunistisch.
    7 1 Melden
  • Beim Teutates 15.08.2018 18:01
    Highlight Die Aggression ist ihr ins Gesicht geschriebn (Bild1). Solche Menschen mag ich auch nicht.
    3 0 Melden
  • .:|Caballito de Mantequilla|:. 15.08.2018 17:41
    Highlight Sorry, das war für Trump einfach ein "Quotenneger"
    3 3 Melden
  • Joe Smith 15.08.2018 16:09
    Highlight Ohne Trumps Tun in keiner Weise kleinreden zu wollen: Die gute Frau scheint nun auch nicht unbedingt der Inbegriff der Integrität zu sein.
    118 3 Melden
    • Fly Boy Tschoko 15.08.2018 21:32
      Highlight Könnte man als Inbegriff der Integrität für Trump arbeiten?
      8 1 Melden
  • grind 15.08.2018 14:19
    Highlight man stelle sich mal vor obama hätte jemanden hund genannt....
    144 9 Melden
    • The Origin Gra 15.08.2018 14:45
      Highlight Die Reps und Tea Party Fanatiker hätten sofort ein Impeachment eingeleitet.

      Wenn aber Trump sowas, nach einer langen Reihe anderer Entgleisungen, zum Maul raus lässt, halten sie still.

      Auch das er seine Frau kurz nach der Geburt des Sohnemannes Mutmasslich betrog ist plötzlich irrelevant aber Bill Clinton musste sich dem Impeachment stellen und Nein, Trump hat bei beiden Affären jeweils die Meinung geändert und wohl auch gelogen.

      Herrlich diese Heuchlerische Doppelstandards der US Konservativen, Rechten, Evangeliken, Ultrarechten usw.
      121 9 Melden
    • Flötist 15.08.2018 14:49
      Highlight Trump hat hier ein neues Zeitalter eingeleutet. Alles ist erlaubt und Hemmungen gibt es nicht. Er wird wieder gewählt werden. Wetten?
      62 12 Melden
    • Vanessa_2107 15.08.2018 15:31
      Highlight @grind - er hätte aber schon einige andere "Hund" genannt, das relativiert es ein ganz klein wenig. Aber klar, was für ein Ausdruck! Jedoch haben wir uns zwischenzeitlich schon an so Vieles gewöhnt bei diesem unmöglichen Irren.
      45 5 Melden
    • FrancoL 15.08.2018 15:51
      Highlight @Flötist; Leider hast Du wohl recht, die Zeichen stehen auf Wiederwahl.
      30 11 Melden
    • roger.schmid 15.08.2018 18:20
      Highlight @Flötist und FroncoL: Laut neusten Umfragen liegt Trump bei 39 Prozent. Das ist ein katastrophaler Wert. In absehbarer Zeit wird dann auch seine stümperhafte Wirtschaftspolitik Konsequenzen haben.. die Zeichen stehen auf Abwahl - falls es überhaupt noch dazu kommt..
      7 1 Melden
    • Flötist 16.08.2018 11:03
      Highlight @roger.schmid Ja, aber er hat ja die Wahlkampfmaschinerie noch nicht gestartet. 39% gabs vor der Wahl auch mal.
      3 1 Melden
    • FrancoL 16.08.2018 11:21
      Highlight @Roger; Auch vor der Wahl waren seine Werte nicht besser. Es ist so wie mit der SVP, viele sagen dass man sie nicht wählen kann und am Schluss sind es doch 30%.
      4 0 Melden
    • roger.schmid 16.08.2018 12:42
      Highlight Franco & Flötist: 2016 gingen viele Demokraten nicht wählen und Parteilose wollten es einmal mit Trump probieren (beides wegen Clinton). Dies werden sie beim nächsten mal sicher nicht tun.
      Seine 30 % Hardcore Lemminge werden bestimmt wieder Trump wählen, doch das reicht nicht. Er bräuchte auch Stimmen von der Mitte.
      7 0 Melden
    • FrancoL 16.08.2018 14:05
      Highlight @roger; Alles richtig aber eben nur spekulativ. Und ohne einen guten demokratischen Kandidaten/In wird es Trump womöglich doch wieder schaffen.

      Leider sehe ich bis heute aber keinen guten und zugkräftigen Kandidaten/In am Demokraten-Himmel.
      1 0 Melden

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