Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bulle sagt wegen suspektem Züchter Rindvieh-Expo ab



Die diesjährige Ausgabe der Viehaustellung Expo Bulle ist aus tiergesundheitlichen Gründen abgesagt worden. Weil an einer anderen Ausstellung ein Züchter eine Kuh eines gesperrten Betriebs vorführte, wollen die Organisatoren jegliches Risiko vermeiden.

Weil «gewisse Züchter nicht davor zurückschrecken, mit offenbar unrichtigen Angaben BVD-bedingte Betriebssperren zu umgehen, wird die Expo Bulle 2017 abgesagt», wie das Organisationskomitee mitteilte und die «Freiburger Nachrichten» am Samstag berichteten.

Hintergrund ist ein vermuteter Beschiss bei der Expo Holstein Sarine vom vergangenen Wochenende. Dort soll ein Züchter eine Kuh vorgeführt haben, die aus einem wegen der Bovinen Virus-Diarrhoe (BVD) gesperrten Betrieb kam.

Falscher Eintrag in Tierverkehrsdatenbank

Gemeldet wurde der Vorfall anonym, wie der Freiburger Kantonstierarzt Grégoire Seitert auf Anfrage erklärte. Er führt die Meldung auf die Achtsamkeit der Bauern zurück, die wegen der BVD stark sensibilisiert seien. Weiter besteht der Verdacht, dass der Bauer des gesperrten Betriebs eine falsche Meldung zu diesem Tier in die Tierverkehrsdatenbank des Bundes verfasst hat.

Seitert hat ein Verwaltungsverfahren eingeleitet und sammelt nun Beweismaterial. Sollte sich der Verdacht erhärten, wird er Strafanzeigen gegen die beiden Züchter einreichen. Bis dahin gelte aber die Unschuldsvermutung. Allerdings sei die betroffene Kuh negativ auf den Virus getestet worden. Daher habe kein grosses Ansteckungsrisiko für die anderen Tiere bestanden.

Der Test werde aber in zehn Tagen wiederholt und aufgrund des Resultats das weitere Vorgehen beschlossen. Das Risiko sei gering, dass die Kuh dann positiv getestet werde, sagte Seitert. Sollte das Resultat dennoch positiv ausfallen, müssten alle Kühe, die an der Expo gezeigt worden seien, getestet werden.

Eigenverantwortung der Bauern

Seitert verweist darauf, dass die Organisatoren der Expo Holstein Sarine alles richtig gemacht hätten. Die Einträge in die Tierverkehrsdatenbank oblägen den Bauern selbst. Die Kantonstierärzte könnten bei schweizweit 40'000 Betrieben und 1.2 Millionen Rindern und 700'000 Kühen nicht tägliche Kontrollen durchführen.

Die Organisatoren der Expo Bulle werfen den Züchtern in ihrer Mitteilung vor, «in völlig unakzeptabler und unverantwortlicher Art andere Bestände zu gefährden». Dadurch sei das Vertrauen vieler Aussteller nachhaltig gestört worden. Dies habe zur Folge, dass viele Züchter ihre Tiere nicht ausstellen wollten.

Schwierig auszurotten

Wurden 2008 in der Schweiz noch fast 4500 Fälle der Bovinen Virus-Diarrhoe registriert, so sank die Zahl im Jahr darauf bereits auf unter 1500. In der Tierseuchenstatistik 2014 wurden noch 44 Fälle verzeichnet. Die Tierseuche war damit fast ausgerottet.

Seither geht es aber mit der BVD wieder aufwärts. Im vergangenen Jahr hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) 116 Fälle festgestellt. Mitte Februar waren schweizweit 50 Betriebe aufgrund eines BVD-Seuchenfalls oder eines BVD-Verdachts gesperrt. 135 Betriebe hatten einzelne trächtige Tiere im Bestand, die wegen BVD gesperrt sind.

Betroffen ist besonders der Kanton Freiburg. Aktuell sind laut Seitert 28 Betriebe komplett gesperrt, weil die BVD nachgewiesen wurde. In 29 Betrieben sind einzelne Tiere gesperrt. Die Krankheit wird von den Kälbern via Kot übertragen. Wird die Kuh trächtig, gibt sie das Virus wiederum an das Kalb weiter, ohne danach Trägerin zu sein.

Fällt ein Test in einem Betrieb positiv aus, wird der Betrieb komplett gesperrt und die positiv getesteten Kälber eingeschläfert. Drei Wochen später gelten im Betrieb nur noch die trächtigen Kühe als gesperrt, also einzelne Tiere.

BVD-Viren, gehören zu den Pestviren. Sie sind für den Menschen ungefährlich. Betroffen sind Wiederkäuer, hauptsächlich Rinder. Infizierte Tiere wachsen schlecht und haben Fruchtbarkeitsstörungen und Aborte. In der Landwirtschaft führte die BVD zu geschätzten jährlichen Ausfällen von bis zu zehn Millionen Franken. (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen