Fussball
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Switzerland's Defence Minister Guy Parmelin, left, reacts with his wife Caroline, right, and Peter Gillieron, President of the Swiss Football Association SFV, back right, during the FIFA World Cup 2018 group E preliminary round soccer match between Switzerland and Serbia at the Arena Baltika Stadium, in Kaliningrad, Russia, Friday, June 22, 2018. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Sportminister Guy Parmelin jubelt an der Seite von SFV-Präsident Peter Gillieron. Bild: KEYSTONE

«Emotionen sind verständlich» – Bundesräte stärken Xhaka und Shaqiri den Rücken



Sportminister Guy Parmelin und Aussenminister Ignazio Cassis haben die Jubelgesten der beiden albanischstämmigen Nationalspieler Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri in der «NZZ am Sonntag» verteidigt.

«Wer die aufgeladene Stimmung miterlebt hat, schätzt die Leistung der Schweizer Nati umso mehr und kann verstehen, wenn die Emotionen mit einem Spieler durchgehen», sagte Parmelin, der den 2:1-Sieg der Schweiz an der WM in Russland gegen Serbien vor Ort mitverfolgt hatte. Es sei aber nicht im Sinne des Sports, aus den Emotionen nun eine Polemik entstehen zu lassen, sagte er weiter.

Aussenminister Cassis nannte die Mannschaft ein perfektes Beispiel für die Verschmelzung verschiedener Kulturen. «Ich zweifle nicht, dass man patriotische Emotionen für die Nation empfinden kann, die einen aufgenommen hat, ohne sein Heimatland zu vergessen», so der Bundesrat mit italienischen Wurzeln zu den Doppeladler-Gesten gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Mit Micheline Calmy-Rey äussert sich eine ehemalige Bundesrätin im «Blick» ebenfalls zu den Gesten. Auch sie verstehe den ganzen Aufruhr der Diskussion nicht. «Wie kann man sich loyaler zeigen als durch Tore für die Schweiz?», meint sie im Interview. Die Spieler seien Schweizer, ihre Wurzeln lägen im Kosovo. Das sei doch kein Widerspruch.

Alt-Bundesraetin Micheline Calmy-Rey bei einem Gespraech ueber ihr Buch

Auch Ex-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey verteidigt Xhaka und Shaqiri. Bild: KEYSTONE

Unmittelbar nach der Partie am Freitag in Kaliningrad hatten sich zahlreiche Politiker geäussert – nicht nur unterstützend. «Die beiden Goals sind nicht für die Schweiz gefallen, sondern für den Kosovo», ärgert sich die SVP-Nationalrätin Natalie Rickli. «Falls die Kosovo-Nati dereinst gewinnt, freue ich mich für sie aber an der WM spielen und fänen wir für die Schweiz.»

Am Samstag leitete die FIFA ein Verfahren gegen Xhaka und Shaqiri ein. Es wird geprüft, ob die Jubelposen nach deren Treffern politisch motiviert waren. Der doppelköpfige Adler ziert die Flagge Albaniens. Serbien anerkennt den Kosovo nicht als eigenständiges Land. (pre/sda)

So schön jubelten die Schweizer nach dem Sieg gegen Serbien

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gar Manarnar 24.06.2018 16:38
    Highlight Highlight Alle Schweizer die ernsthaft Probleme mit den Gesten haben sind hoffnungslose Bünzli.

    Stell dir vor, du kannst dich wegen zwei Gesten nicht über einen Sieg freuen. Lächerlich
    16 7 Melden
  • Stiches187 24.06.2018 13:31
    Highlight Highlight Die Jungs spielen mit dem Schweizer Kreuz auf der Brust. Müssten sie ja nicht wollten sie aber. Ganz nebenbei schiessen sie die wichtigen Tore. Für mich ist das Engagement genug. Ich bin Ihnen dankbar und stolz solche Schweizer zu haben. Auch mit dem Adler habe ich keinerlei Probleme. Fr. Rickli betreibt weiterhin ihr Kerngeschäft: ausgrenzen, Diffamieren und hetzen für sie ist die WM in dem Fall vorbei.
    48 8 Melden
  • baBIELon 24.06.2018 13:21
    Highlight Highlight Regt sich Frau Rickli eigentlich auch auf dass wir neu Waffen in Bürgerkriegsländer exportieren?
    44 11 Melden
  • Pasch 24.06.2018 13:03
    Highlight Highlight Anstatt sich zusammenzureissen und etwas deeskaliriendes in die Welt zu tragen, stimmen alle mit ein in die schuldzuweisungsfalle... tja die Schweiz gehört halt doch zum Balkan!
    18 12 Melden
  • Kollani 24.06.2018 12:52
    Highlight Highlight Nur so am Rande: das Victory-Zeichen von Parmelin (im Bild) war damals (und sicherlich heute) die GRÖSSTE PROVOKATION für die Serben. Dafür wurde man eingesperrt. Also nächstes Mal die zwei Finger zeigen wie unser BUNDESRAT und dann ist sicher alles gut😉.
    Ich glaube mittlerweile, dass es nur darum geht einen Grund zu suchen, warum Eingebürgerte keine Schweizer sind...man will sich nicht mit Xhaka und Shaqiri identifizieren, egal was sie machen....so ist es auch mit uns Normalbürgern (mit Migrationshintergrund)...man gehört einfach nicht dazu!
    Ps: danke Bundesrat, super reagiert!
    38 8 Melden
    • baBIELon 24.06.2018 14:22
      Highlight Highlight Doch doch, ihr gehört dazu! ☺️
      Wer nicht dazugehört sind die 30% ewig gestrigen Nörgler welche immer den anderen die Suppe versalzen wollen!

      18 9 Melden
    • Kollani 24.06.2018 15:51
      Highlight Highlight Merci✌🏼😎 zum Glück liebe ich trotz dieser 30% die tolle Schweiz und die restlichen Schweizer sind sowieso wunderbare Menschen!

      ✌🏼= liri, demokraci (Freiheit, Demokratie)
      👐🏼 = Freiheit, Brüderlichkeit (Zusammengehörigkeit)

      Also an sich keine negativen Symbole, obwohl sie für die rechtsnationalen Serben waren (oder sind).

      Für euch/uns Schweizer sollten diese Symbole keine Provokation sein. Dafür stehen wir doch ein!
      13 2 Melden
    • baBIELon 24.06.2018 19:32
      Highlight Highlight 👐🏼🇨🇭👐🏼
      4 1 Melden
  • Clife 24.06.2018 12:20
    Highlight Highlight Klar steht die halbe Schweiz dahinter, sonst würde man ja auch sein Volk verraten,, aber als Profi-Fussballer muss man sowas auch wissen. Eine Strafe muss sein, da ansonsten jedes Land jedes andere Land politisch Provozieren könnte. Die Schweizer hätten ja auch die Serben auspfeifen können. Vielleicht nicht direkt eine Sperre aus der WM, aber eine Disziplinarbusse (hoch genug muss sie sein) oder eine Sperre für 1 Spiel wäre angebracht.
    13 53 Melden
    • Clife 24.06.2018 13:50
      Highlight Highlight Meinungsfreiheit hin oder her, die Fifa scheint wohl die Spielsperre über 2 Spiele in betracht zu ziehen. Da war ich ja noch gnädig mit 1 Spiel...
      3 7 Melden
    • Fabio74 24.06.2018 17:54
      Highlight Highlight Wenn man wegen solcher Lappalien einen Aufstand macht, aber die Serben mit mladic shirts und Tod den Albanern im Publikum machen dürfen was sie wollen dann zeigt es nur was für ein heuchlerischer Laden diese FIFA ist.
      Aber wer eine WM an den faschistischen Terrorstaat Katar vergibt, disqualifiziert sich selber.
      11 0 Melden
  • philosophund 24.06.2018 12:01
    Highlight Highlight Das gemotze von Rickli, SVP und Co. gehen mir derweil brutal auf den S*ck. Würden diejenigen zwei Adlerjungs für Albanien spielen wäre es für Rickli & Co. auch nicht recht. Dann hiesse es: von hiesiger Infrastruktur etc profitieren, aber die Goals für Albanien holen. Hört endlich mal auf zu polemisieren und freut euch über UNSERE Jungs, welche in UNSEREM CH-Trikot goals schiessen und uns, die Schweiz, also alle zusammen in die Achtelfinals schiessen. Ich freue mich über das Engagement dieser Jungs und auch über unser multiethnisches Nati-Umfeld, das unsere Gesellschaft widerspiegelt.
    131 25 Melden
    • FrancoL 24.06.2018 13:01
      Highlight Highlight Na dann lies einmal den Kommentar von Clife.
      6 4 Melden
  • Dan Ka 24.06.2018 11:42
    Highlight Highlight Und die SVP Fraktion hat was um das Sommer-Empörungsloch zu stopfen.
    48 12 Melden
  • Qui-Gon 24.06.2018 11:01
    Highlight Highlight Und auch Cassis sagt mal was Schlaues: "Ich zweifle nicht, dass man patriotische Emotionen für die Nation empfinden kann, die einen aufgenommen hat, ohne sein Heimatland zu vergessen»
    42 9 Melden
  • Qui-Gon 24.06.2018 11:00
    Highlight Highlight Parmelin bringts auf den Punkt. Der Adler war ein versteckter Mittelfinger an das Unter-Aller-Sau-Publikum. Nicht sehr gescheit, aber verständlich. Dann gibts halt eine symbolische Busse, auch für die Serben. Und nun könnte man wieder über Fussball reden.
    47 7 Melden
  • FrancoL 24.06.2018 10:58
    Highlight Highlight Die Sprüche von Natali Rickli sind genau die die Oel ins Feuer giessen, sie zeigen deutlich wieso viele Eingebürgerte sich nicht richtig angenommen fühlen.

    Einmal mehr disqualifiziert sich Natalie Rickli selbst. Klare Rote Karte für diese dumme und unbesonnene Aussage.
    108 16 Melden
    • cheko 24.06.2018 13:57
      Highlight Highlight Die Populistin tunt scheinbar auch alles um im Scheinwerferlicht zu stehen.. Ganz ehrlich, ich rege mich auch lieber über diese Hetzerin auf, als darüber wie jemand nach einem Tor jubelt!
      15 5 Melden
  • rodolofo 24.06.2018 10:50
    Highlight Highlight Super Reaktionen dieses Mal von zwei Bundesräten und einer Alt-Bundesrätin!
    Danke.
    42 12 Melden
  • Influenzer 24.06.2018 10:31
    Highlight Highlight Chapeau unseren Bundesräten für ihre differenzierte Sicht der Dinge. Über Frau Ricklis Tweet kann ich nur den Kopf schütteln. Offenbar hat sie ein Problem mit ihrer eigenen Identität, wenn sie diese durch unsere Fussballer mit multikulturellem Hintergrund und deren Emotionen gefährdet sieht.
    45 8 Melden
    • rodolofo 24.06.2018 16:34
      Highlight Highlight Ich verstehe Natalie Rickli sehr gut.
      Die Schweizer Nationalmannschaft zeigt nämlich, wie stark und erfolgreich die Multikulti-Schweiz tatsächlich ist und wie begeisternd sie Fussball spielen kann!
      DAS ist nämlich das wirksamste Gegenmittel gegen das Gift der SVP-Hetze gegen Linke, Nette und Eingewanderte.
      Die SVP-Extremisten werden so NEUTRALISIERT.
      (Zeitgemässe Art von Schweizer Neutralität)
      11 3 Melden

Herr und Frau Mötzli, können wir uns nicht einfach mal freuen?!

Die Schweiz schlägt Serbien hochdramatisch 2:1. Schlagzeilen machen aber die Doppeladler beim Jubel von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri. Die Gesten waren unüberlegt und unnötig. Aber auch verständlich für Spieler, bei denen sich so viel um Identität und Zugehörigkeit dreht.

Als sich Xherdan Shaqiri nach seinem 2:1 in der 90. Minute gegen Serbien dazu entschied, seine Hände zum Doppeladler zu formen, da wurde er innert Sekunden vom Helden zum Deppen. 

Zumindest für ganz viele Schweizer Fans. Die Freude über den Sieg wurde schnell gedämpft. Dürfen sich Schweizer da überhaupt noch freuen? Das war doch Hochverrat!

Zum Glück, so muss man fast sagen, haben Shaqiri und Xhaka mit dem Doppeladler für einen kleinen Skandal gesorgt. Sonst, man stelle sich vor, hätten …

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