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Hilfswerke kritisieren Palmölgeschäft von Schweizer Banken



Schweizer Banken sollen Palmölfirmen, mit denen sie Geschäfte machen, besser auf die Finger schauen. Dies fordern die christlichen Hilfswerke Fastenopfer und Brot für alle in ihrer Ökumenischen Kampagne.

Palmölkonzerne beschaffen sich Kapital für neue Plantagen auch bei Schweizer Banken und Finanzdienstleistern. Doch beim Anlegen neuer Plantagen verletzten die Palmölfirmen immer wieder Menschenrechte und Umweltstandards, schreiben die Hilfswerke in einer gemeinsamen Mitteilung vom Montag. So entstünden Plantagen ohne Zustimmung der Dorfbevölkerung oder zerstörten Moore und Sumpfgebiete.

Um die Finanzierung solcher Projekte zu verhindern, hielten sich Schweizer Banken zwar an internationale Regeln und Vorgaben der UNO sowie an eigene interne Richtlinien. Dennoch hätten Recherchen der indonesischen Nichtregierungsorganisation Walhi gezeigt, dass es auch in Plantagefirmen, die von Schweizer Banken betreut werden, zu Rechtsverstössen gekommen sei.

Grosses Geschäft

Konkret nennen die Hilfswerke die Plantageunternehmen Bumitama und IOI Corporation. «Für beide Unternehmen haben Schweizer Banken Aktien und Obligationen platziert, Kredite gewährt oder sich finanziell beteiligt», heisst es in der Mitteilung. Die zwei Palmölfirmen standen in der jüngeren Vergangenheit wegen Verletzungen von Menschen- und Umweltrechten in der Kritik.

Schweizer Finanzdienstleister machen Geschäfte in Milliardenhöhe mit der Palmölindustrie, wie die Hilfswerke schreiben. Führend sei die Credit Suisse (CS), die zwischen 2009 und 2016 Dienstleistungen für 901 Millionen US-Dollar erbracht habe. Die Hilfswerke berufen sich auf eine Studie der niederländischen Profundo, welche die Verbindungen von Schweizer Banken mit 20 führenden Palmölkonzernen im Zeitraum 2009 bis August 2016 erfasst.

Bei den Kunden durchsetzen

Internationale Regeln und eigene Richtlinien «nützen wenig, wenn die Banken sich nicht auch bei ihren Kunden durchsetzen» wird Miges Baumann von Brot für alle in der Mitteilung der Hilfswerke zitiert. Dies zeige der Vergleich zwischen Richtlinien der CS und den Beobachtungen auf Plantagen in West-Kalimantan auf Borneo, für deren Mutterfirma die Grossbank Finanzdienstleistungen erbracht habe.

Fastenopfer und Brot für alle fordern die Schweizer Banken auf, ihre Verantwortung bei Projektfinanzierungen wahrzunehmen. Die Finanzinstitute sollen bei allen Geschäften einfordern, dass international anerkannte Rechte eingehalten werden. «Mit der Zerstörung von Land verlieren wir unwiederbringliche Ressourcen und wir verlieren damit buchstäblich den Boden unter den Füssen», sagte Matthias Dörnenburg von Fastenopfer.

Die CS teilte mit, sie gehe keine Geschäftsbeziehungen mit Palmölproduzenten ein, die nicht Mitglied des Runden Tischs für nachhaltiges Palmöl (RSPO) seien und eine entsprechende Zertifizierung vorweisen könnten. Die Bank stehe zudem im Kontakt mit Brot für alle, um die von den Hilfswerken vorgebrachten einzelnen Fälle anzuschauen.

Die Forderung der Ökumenischen Kampagne «Land soll dem Leben dienen, nicht dem Profit» unterstützen viele Kirchgemeinden und Pfarreien mit der Aktion Neuland: Vielfältig bepflanzte Paletten schaffen ein «blühendes Gegengewicht» zu den weltweit «mit Monokulturen zusammengerafften Quadratkilometern Land». (sda)

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