Justiz
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hassan kiko angela magdici

Hassan Kiko. Bild: KANTONSPOLIZEI ZUERICH

Hassan Kiko zu vier Jahren Haft verurteilt – Magdici will ihn trotzdem heiraten



Eine Hochzeit in Freiheit mit der ehemaligen Gefängnisaufseherin Angela Magdici wird es für Hassan Kiko so schnell nicht geben: Das Zürcher Obergericht hat den Ausbrecher-Häftling am Mittwoch zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren verurteilt. Er wurde wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung schuldig gesprochen.

Der wegen Vergewaltigung angeklagte Hassan Kiko und die ehemalige Gefängnisaufseherin Angela Magdici glauben weiterhin an eine gemeinsame Zukunft. Egal wie das Urteil ausfallen wird: Sie wollen heiraten. Dies sagte Kikos Anwalt Valentin Landmann während des Prozesses am Mittwoch am Obergericht.

Sein Mandant sei früher «sexuell etwas wahllos» vorgegangen, sagte Landmann während des Plädoyers. Jetzt habe er aber unter etwas ungewöhnlichen Umständen die Liebe seines Lebens gefunden. Kiko wolle in jedem Fall mit Magdici zusammenbleiben.

Auch ohne Landmanns Äusserungen wurde den Anwesenden schnell klar, dass der Häftling und die ehemalige Aufseherin immer noch ein Paar sind. Sie war die einzige, die den Prozess als Zuschauerin mitverfolgte. Die beiden lächelten einander an, er warf ihr eine Kusshand zu. Kontakt dürfen sie während des Prozesses allerdings keinen haben. Die Pausen verbringen sie getrennt.

«Sie steht sogar zu mir, wenn ich tot bin.»

Hassan Kiko über Angela Magdici 

Anklage fordert viereinhalb Jahre

Die Staatsanwaltschaft wirft dem gelernten Coiffeur vor, eine knapp 16-Jährige auf einem Parkplatz vor einer Sisha-Bar vergewaltigt zu haben. Er soll wegen sexueller Handlungen mit einem Kind, Vergewaltigung und sexueller Nötigung verurteilt werden. Dafür soll Kiko 54 Monate hinter Gitter, also viereinhalb Jahre.

Folgt das Obergericht diesem Antrag, wäre dies eine Verschärfung des erstinstanzlichen Urteils. Das Bezirksgericht Dietikon hatte Kiko zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Der Syrer ist einschlägig vorbestraft. Er wurde bereits zwei Mal wegen eines Sexualdelikts verurteilt, einmal im Thurgau zu dreieinhalb Jahren.

Kiko blieb in der Befragung bei seiner Version des einvernehmlichen Geschlechtsverkehrs. Sie habe sogar mehr Lust gehabt als er. Zudem habe sie ihm gesagt, dass sie schon 19 sei.

Die 33-jährige Aufseherin Magdici flüchtete Anfang Februar mit dem Häftling aus dem Gefängnis Dietikon nach Italien. In der Nacht auf Karfreitag wurde das Paar im norditalienischen Romano di Lombardia verhaftet. Sie wird sich im Januar 2017 vor Gericht verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr unter anderem das Entweichenlassen von Gefangenen, Begünstigung und eine grobe Verkehrsregelverletzung vor. (sda)

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