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ARCHIVBILD ZUM TRAINERWECHSEL BEI GC --- Grasshopper Club Zuerich Cheftrainer Pierluigi Tami reagiert am Super League Fussballspiel zwischen dem Grasshopper Club Zuerich und dem FC Sion im Letzigrund, aufgenommen am Sonntag, 19. Februar 2017 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Ratlos im Letzigrund: Pierluigi Tami ist nicht mehr Trainer der Grasshoppers. Bild: KEYSTONE

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GC hat Tami entlassen, weil es aus den Fehlern des FCZ gelernt hat

Dass ein Abstieg in die Challenge League nicht das Ende aller Tage bedeutet, beweist der FC Zürich, welcher vor der souveränen Rückkehr in die Super League steht. Stadtrivale GC will aber natürlich trotzdem unter keinen Umständen absteigen – und hat heute einen ersten Schritt dazu gemacht.

etienne wuillemin / aargauer zeitung



Noch immer ist GC der Rekordmeister im Schweizer Fussball. 27 Titel haben die Zürcher errungen. Der FC Basel kann also frühestens 2024 aufschliessen. Aber der Rekordmeister GC steckt in einer tiefen Krise. Einen einzigen Punkt hat GC in den sieben Spielen der Rückrunde gewonnen. Fast noch besorgniserregender als die Resultate ist die Art und Weise, wie sich GC derzeit präsentiert. Die 1:2-Niederlage gegen Vaduz gestern war der nächste Tiefpunkt. So spielt ein Absteiger!

Noch ist es nicht so weit. Aber der freie Fall in Richtung Tabellenende hat Folgen. GC entlässt seinen Trainer. Auf Pierluigi Tami folgt der geübte Feuerwehrmann Carlos Bernegger. Der Trainerwechsel ist die logische Reaktion der Führungsetage auf die Negativspirale. Der Entscheid ist richtig. Warum, zeigt ein Blick zurück in die letzte Saison. Da verpasste es der FC Zürich, rechtzeitig zu reagieren. Er trennte sich von Sami Hyypiä erst, als es schon zu spät war. Und bezahlte dies mit dem Abstieg. Soweit soll es bei GC ein Jahr später nicht kommen.

Ein erprobter Feuerwehrmann

Carlos Bernegger ist bereits seit genau fünf Monaten im Verein. Am 12. Oktober engagierte ihn GC als Nachwuchstrainer. Nun soll er der Super-League-Mannschaft jenes Selbstvertrauen einimpfen, das sie in den letzten Wochen unter Tami verlor. Der argentinisch-schweizerische Doppelbürger war bereits zwischen 2000 und 2007 bei den Grasshoppers engagiert – und übernahm in dieser Zeit ganze dreimal als Feuerwehrmann. Er war stets eine gute Übergangslösung. Wenn Bernegger etwas zur Genüge bewiesen hat, dann genau dies: Einer Mannschaft das verlorene Feuer zurückzugeben.

ARCHIVBILD ZUM TRAINERWECHSEL BEI GC --- GC Interimstrainer Carlos Bernegger zeigt sich engagiert am Spielfeldrand, beim Fussballspiel der Super League zwischen Schaffhausen und den Zuercher Grasshoppers am Sonntag, 31. Oktober 2004, in Schaffhausen. (KEYSTONE/Eddy Risch)

Trotz hitzigem Temperament: Bernegger gilt als bewährter Brandlöscher. Bild: KEYSTONE

Doch was wird aus Pierluigi Tami? Er ist ein guter Trainer, ein hochanständiger Typ ebenfalls. Einer, der sich nie in den Mittelpunkt stellt. Entsprechend akzeptiert er nun auch seine Entlassung ohne Groll. Er hat selbst gemerkt, dass GC in der aktuellen Situation neue Impulse braucht. Trotzdem braucht er sich für die Zukunft keine Sorgen zu machen. Denn der Fussball, für den er steht, ist hoch attraktiv, seine taktischen Fähigkeiten weitherum anerkannt. Auch darum hatte ihn der (damalige) Bundesligist VfB Stuttgart im Dezember 2015 auf dem Radar.

Tami ist am Ende auch ein Opfer des aktuellen Systems bei GC geworden: Wegen finanziellen Problemen müssen die besten Spieler immer wieder verkauft werden. Das geht soweit, bis irgendwann keine Talente mehr da sind, die verkauft werden können. An diesem Punkt steht GC jetzt. Beunruhigend ist, dass es keinerlei Anzeichen auf Besserung gibt. Selbst wenn der Abstieg verhindert werden kann, zumindest finanziell bleibt GC ein Patient. Wie auch immer der Trainer heisst.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Therealmonti 13.03.2017 01:56
    Highlight Highlight Das Problem bei GC war und ist nicht der Trainer. Das Problem ist die Führungsetage. CEO Huber weiss wohl selber nicht recht, wie er zu seinem Job gekommen ist und beweist mal für mal, dass er von Fussball keine Ahnung hat. Präsident Anliker, der Architekt aus Langenthal , dem es doch nur um Business im Grossraum Zürich geht und Georges Perego, verantwortlich für den Sportbereich, ein Weichspüler vor dem Herrn.
    • Forrest Gump 13.03.2017 12:42
      Highlight Highlight War lange überzeugt von Tami und fand er hat vor allem mit den Jungen sehr gut gearbeitet. Allerdings ist das Spielermaterial, das er aktuell zur Verfügung hat, nicht so schlecht, wie es hier gemacht wird. Beängstigend ist für mich, dass man auch nach so langer Zeit keine klare Handschrift gesehen hat. Zudem standen da Leute in der Startaufstellung, die so einfach nicht Super League tauglich sind (Brahimi, Pnishi, Lüthi), trotz Alternativen auf der Bank. Und zu guter letzt, war einfach keine Leidenschaft zu sehen. Das ist sicherlich auch die Schuld der Spieler, aber nicht nur.
  • GoonerCB 12.03.2017 22:07
    Highlight Highlight Aus den Fehlern gelernt und dann Bernegger geholt. :D

    Wenn man die besten Spieler immer wieder verkauft, bekommt man irgendwann die Quittung.
    • Mett-Koch 13.03.2017 00:30
      Highlight Highlight Ich halte von Tami viel.Als Trainer und als Mensch.Für mich ist er das (zurzeit sinnvolle) Bauernopfer einer total verfehlten Vereinsführung.
      Was soll das :D hinter deinem ersten Satz bedeuten?Bernegger war schon mehrfach erfolgreicher"Feuerwehrmann",nicht nur bei GC.Ihm scheint diese Aufgabe zu liegen und es macht den Anschein,dass er sie mag.
      Leider ist es so,dass GC die guten Nachwuchsspieler immer wieder verkaufen muss.Finanziell steht der Club schlecht.Ein Campus,welcher irgendwie finanziert werden muss und einen Präsidenten,welcher eine grosse Firma und hobbymässig 2 Proficlubs führt...
  • Tom B. 12.03.2017 19:12
    Highlight Highlight Als ob das die Probleme lösen würde...😁😁😁😁
    • Jol Bear 12.03.2017 19:51
      Highlight Highlight Die generellen finanziellen Probleme löst das nicht. Aber im Hinblick auf den möglichen Abstieg wird ein Zeichen gesetzt und mit dem Trainerwechsel auch die Spieler stärker in die Verantwortung gezogen. Es gibt keine Ausreden, jetzt ist "Gras fressen" angesagt...
  • exeswiss 12.03.2017 16:40
    Highlight Highlight das karusell dreht sich weiter :'D
    • Mett-Koch 13.03.2017 00:32
      Highlight Highlight Wie bei jedem Club. Auch bei Barcelona, Bayern, Basel und dem FCZ ist das der Fall 😉

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