DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Peter Zahner, CEO ZSC, spricht mit Journalisten waehrend einer Medienkonferenz nach einer ausserordentlichen Ligaversammlung ueber die Entscheidungen betreffend dem Schweizermeister sowie den Auf- und Abstiegen fuer die Saison 2019/20, am Freitag, 13. Maerz 2020, in Ittigen. Anlaesslich einer ausserordentlichen Ligaversammlung am Donnerstagvormittag stellte die Ligaleitung und saemtliche Clubvertreter der National League und Swiss League fest, dass der Spieltrieb wegen der Coronavirus-Epidemie nicht mehr aufrechterhalten werden. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Peter Zahner im Gespräch mit Journalisten. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Zahner ersetzt Streit – Sesselrücken in der obersten Hockey-Führung

ZSC-Manager Peter Zahner und Langenthals Präsident Gian Kämpf nehmen neu Einsitz in die oberste Führung unseres Eishockeys. NHL-Legende und SCB-Mitbesitzer Mark Streit und Matthias Berner verabschieden sich. Wird Zahner der «Schattenpräsident» des Verbandes?



Das oberste Führungsorgan unseres Eishockeys ist der Verwaltungsrat von Swiss Ice Hockey – besser bekannt unter der volkstümlichen Bezeichnung «der Verband».

Wichtige Kompetenzen sind etwa die Anstellung des Nationaltrainers, die Organisation von Grossanlässen (Eishockey-WM), die Aufsicht über das gesamte Junioren- und Amateur-Hockey oder die Besetzung aller Stellen in der üppig ausgestatteten Administration des Verbandes, die pro Jahr fast 14 Millionen Franken verschlingt.

Peter Zahner (60) und Gian Kämpf (39) sitzen neu in einem Führungs-Organ, das über ein Budget von etwas mehr als 60 Millionen Franken gebietet. In die Belange (wie Anzahl Ausländer) des Profihockeys (National League, Swiss League) kann sich der Verband jedoch direkt nicht einmischen.

Gian Kämpf

Gian Kämpf. Bild: duckschanliker

Viel Arbeit für Streit beim SCB

Nun kommt es zu einem Sesselrücken. Mark Streit zieht sich zurück und kümmert sich künftig um seine Aufgaben als Verwaltungsrat und Mitbesitzer beim SC Bern. Dort gibt es ja wahrlich viel zu tun.

Matthias Berner ist der Präsident der neugegründeten Aktiengesellschaft der National League. Deshalb hat sich der ehemalige Finanzdirektor des Verbandes und spätere Defizit-Verwalter von Philippe Gaydoul bei Kloten aus dem Verwaltungsrat des Verbandes zurückgezogen.

Mark Streit wird durch Peter Zahner ersetzt. Ein Wechsel, der etwas bringt: Streit ist kein Hockey-Politiker, der streiten mag. Zahner ist hingegen einer der erfahrensten Manager unseres Sportes, der die Konfrontation nicht scheut, wenn es um die Sache geht.

ZSC CEO Peter Zahner auf der Baustelle der Swiss Life Arena, dem zukuenftigen ZSC Stadion in Zuerich, aufgenommen am Sonntag, 6. September 2020. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Zahner auf der Baustelle des neuen ZSC-Stadions. Bild: keystone

Der ZSC-Manager hat den Bau des neuen Hockey-Tempels in Zürich orchestriert und ist auch Verwaltungsratspräsident der Champions Hockey League. Als langjähriger Sportdirektor des Verbandes (bis 2007) ist er auch ein erfahrener Machiavellist und kennt Gänge und Läufe der Hockey-Politik. Zahner war zusammen mit Marc Lüthi der Steigbügelhalter für Präsident Michael Rindlisbacher. Was er wohl heute tief in seiner Hockey-Seele, dort wo niemand hineinsieht, bereuen dürfte.

Kampf um die TV-Millionen

Für Berner wird Kämpf nachrücken. Er führt den SC Langenthal als Präsident und arbeitet als Mitinhaber in einer Kaderposition im Immobilienkonzern des ehemaligen GC-Vorsitzenden Stephan Anliker. Auch er gilt als führungsstarke Persönlichkeit.

Die grosse nächste Herausforderung für den Verband: Ab dem Frühjahr 2022 gehen mehr als 30 Millionen Franken Einnahmen verloren. Die National League macht sich selbständig und wird die eigenen TV- und Marketingrechte als eigenständige AG selbst verkaufen.

Bisher hat der Verband die TV- und Marketingrechte fürs gesamte Schweizer Eishockey (National League, Swiss League, Länderspiele ohne WM) als Gesamtpaket verkauft und einen Teil des Geldes an die Liga (die Klubs) weitergeleitet.

Dabei ist klar, dass die Liga (also die nationale Meisterschaft) gut 90 Prozent des Wertes dieser Rechte ausmacht. Künftig wird also die Liga am Geldstrom sitzen, einen Teil des Geldes nach ihrem Befinden an den Verband weiterleiten und sich einen lang gehegten Wunsch erfüllen: der üppigen Verbandsadministration («Versailles des Eishockeys») eine Sparkur verordnen.

Wer hat künftig das Sagen?

Dem künftigen Verwaltungsrat gehören neben Präsident Michael Rindlisbacher nun Marc Anthony-Anner, Erwin Füllemann, Martin Affolter, Peter Zaner und Gian Kämpf an.

Peter Zahner ist bei weitem die führungsstärkste Persönlichkeit in diesem Gremium. Kenner schliessen nicht aus, dass er der neue starke Mann in dieser sechsköpfigen Männerrunde sein wird. Sozusagen der «Schattenpräsident» des Verbandes. Und Gian Kämpf sein Mephisto und Präsident Michael Rindlisbacher seine Marionette.

watson Eishockey auf Instagram

Selfies an den schönsten Stränden von Lombok bis Honolulu, Fotos von Quinoa-Avocado-Salaten und vegane Randen-Lauch-Smoothies – das alles findest du bei uns garantiert nicht. Dafür haben wir die besten Videos, spannendsten News und witzigsten Sprüche rund ums Eishockey.

Folge uns hier auf Instagram.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

30 Anführungszeichen-Fails, die ungewollt «lustig» sind

80 Millionen Franken teure Yacht crasht in den Pier

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

Allen ist klar, dass die Party eigentlich vorüber ist – Kloten wird aufsteigen

Kloten gewinnt den ersten Final gegen Ajoie 5:2. Aber das ist eigentlich unerheblich: Der Aufstieg ist vollbracht.

Früher gab es allerorten Tanzabende. Wenn es Zeit wurde, nach Hause zu gehen (allein oder auch nicht) und sich der Saal langsam leerte, spielte die Band leise noch ein paar Takte.

So ist es irgendwie mit dem Final der Swiss League zwischen Kloten und Ajoie. Die Saison ist eigentlich gelaufen. Unten auf dem Eis spielen die Teams noch ein wenig. So wie damals die Band. Durchaus flott. Aber allen ist klar, dass die Party eigentlich vorüber ist.

Kloten hat die Liga im Frühjahr 2018 nach einem der …

Artikel lesen
Link zum Artikel