Forschung
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Der Sommer war nicht ganz so heiss – die Gletscher schmelzen trotzdem weiter



Die Gletscher haben auch 2020 an Eisvolumen eingebüsst. Dank des weniger heissen Sommers fiel die Schmelze jedoch weniger stark aus als als in den vorangegangenen Jahren, wie die Akademie der Naturwissenschaften (SCNAT) am Freitag mitteilte.

Die mittlere Eisdicke ging 2020 bei den tiefliegenden, flachen Gletschern um zwei Meter zurück. Dies war beispielsweise beim Glacier de Tsanfleuron im nördlichen Teil des Kantons Wallis der Fall.

Weniger schlimm traf es die Gletscher in hohen Lagen im südlichen Wallis, im Tessin und Engadin aufgrund von viel Schnee im Frühwinter und Sommer. Zum Beispiel verzeichneten der Findelgletscher (Wallis) und der Ghiacciaio del Basòdino (Tessin) nur relativ geringe Verluste von einem halben Meter.

Video: srf/Roberto Krone

Schneeärmster Winter in tiefen Lagen

Im Gebirge fiel der Schnee vergangenen November rund zwei Wochen früher als normal. Am Alpensüdhang wurden teilweise sogar November-Höchstwerte der Neuschneesummen registriert. Im Verlaufe des Jahrs schneite es im Nordtessin und Wallis überdurchschnittlich viel.

In tiefen Lagen blieben die Schneemassen jedoch aus: Wegen des rekordwarmen Winters und warmen Frühlings regnete es meistens unterhalb von 1000 Metern. Dort kam es denn auch zum schneeärmsten Winter der Messgeschichte.

Schmelzwasser würde Bodensee füllen

Die Sommermonate waren von überdurchschnittlich warmen Temperaturen geprägt. Doch bereits im August schneite es zweimal bis auf 2000 Meter. Ende September fiel die Schneefallgrenze auf der Alpennordseite teilweise bis unter 1000 Meter.

Insgesamt gingen während der letzten zwölf Monate fast zwei Prozent des Eisvolumens der Schweizer Gletscher verloren. Verglichen mit den Jahren 2017 bis 2019 war die Situation bei den meisten Gletschern allerdings etwas weniger gravierend. Aufsummiert für die letzten sechzig Jahre haben die Gletscher so viel Wasser verloren, dass sich damit der Bodensee füllen liesse. (sda)

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16 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Max Dick
16.10.2020 12:51registriert January 2017
Man muss vielleicht sagen, dass es ein natürlicher Prozess ist, das Gletscher Stück für Stück verschwinden. Sie sind aus Eiszeiten entstanden, und sind nach deren Ende immer rückläufig - bis zur nächsten Eiszeit. Das lief schon so, bevor es überhaupt Menschen gab. Die Frage ist natürlich nur, in welchem Tempo.
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Kanuli
16.10.2020 11:50registriert May 2020
Wenn Gletscher Reste einer früheren Eiszeit sind. Wäre es dann nicht natürlicher, wenn diese wieder schmelzen und verschwinden würden?
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Maedhros Niemer
16.10.2020 11:10registriert June 2018
Ich werde bald eine Wanderung wiederholen, die ich vor ca 10 Jahren gemacht habe.
Zum Aletschgletscher hoch.
Wahrscheinlich werde ich die Gegend kaum mehr wiedererkennen. 😭
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