Luftfahrt
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

️🎶️🎶️ Über den Wolken muss die Download-Geschwindigkeit bald grenzenlos sein 🎶️️🎶️🎶️

FILE - In this Oct. 31, 2013, file photo, a passenger checks her cell phone before a flight in Boston. The nation's largest flight attendants union says it wants airline passengers to return to stowing cellphones and other electronics during takeoffs and landings, but the group's arguments didn't seem to fly Friday in court.  (AP Photo/Matt Slocum, File)

Handygebrauch in der Luft: Bald schon Normalität, wenn es nach Wissenschaftern der LSE geht. Bild: AP/AP



Was für ein ungewohntes Gefühl: Das Handy ausschalten, sich für ein paar Stunden von der Welt abkapseln, für niemanden erreichbar sein. In den vergangenen Jahren war das gefühlt nur noch im Flugzeug möglich.

Selbst Geschäftsleute oder Manager dürften diese erzwungene Pause frei von Mails und Anrufen heimlich genossen haben. Dabei verschwindet zunehmend auch dieser letzte Hort der Unerreichbarkeit.

Schon lange ist es technisch möglich, über Satellit hoch oben in der Luft im Internet zu surfen. Weil die Technik immer ausgeklügelter wird, sprechen Experten schon von einer «Goldgrube» für die Luftfahrtunternehmen.

Riesen-Reibach erwartet

«Breitbandinternet an Bord von inner-europäischen Flugzeugen verspricht der gesamten Branche einen Riesen-Reibach», sagt etwa der Luftfahrtjournalist Andreas Spaeth. Die London School of Economics etwa gehe davon aus, dass bis 2035 weltweite Umsätze in Höhe von 130 Milliarden Dollar erzielt werden können. 30 Milliarden Dollar entfielen allein auf Extra-Einnahmen der Airlines.

«Die Kosten für die Einrichtung und das Betreiben einer Internetverbindung an Bord sind sehr hoch»

Fluggesellschaft Condor

Zwar ist Internet im Flugzeug schon lange möglich und vor allem in den USA weit verbreitet. In Europa aber bleiben viele Airlines skeptisch. Das liegt vor allem an der bisher eingesetzten Technik, bei der die Daten über Satelliten an Empfänger am Flugzeug übermittelt werden.

Surftempo zu langsam

Zu teuer sei das und die Internetgeschwindigkeit oft «unzureichend», heisst es etwa beim Billigflieger Ryanair. «Wir erachten W-Lan nicht als die grosse Neuerung, da immer mehr Kunden Inhalte vor dem Flug auf ihr persönliches Gerät herunterladen», teilt die irische Airline auf Anfrage mit.

Die kleinen Freuden des Flugzeug-Reisens – in 12 Memes

Auch die zu Thomas Cook gehörende deutsche Fluggesellschaft Condor plant derzeit kein entsprechendes W-Lan-Angebot in ihren Maschinen. «Die Kosten für die Einrichtung und das Betreiben einer Internetverbindung an Bord sind sehr hoch», teilt ein Sprecher mit.

Die Airline gilt als Urlaubsflieger, ihre Kunden sind vor allem Familien mit Kindern – bei denen übernehme kein Arbeitgeber die hohen Entgelte. «Unsere Angebote müssen daher attraktiv und auch für einen Privatreisenden erschwinglich sein», heisst es.

Dabei hielten in diesem Jahr einer aktuellen Umfrage des Bundesverbands der deutschen Luftverkehrswirtschaft zufolge rund 47 Prozent der Befragten Internet an Bord fĂĽr eine gute Sache. FĂĽnf Jahre zuvor waren es demnach noch 40 Prozent. Im selben Zeitraum ging die Zahl der Gegner zurĂĽck.

Signal von Handyantennen

Auch neue Technik könnte viele Airlines in Europa zum Umdenken bewegen. So testet die Deutsche Telekom gemeinsam mit dem Satelliten-Unternehmen Inmarsat und Nokia derzeit ihre sogenannte EAN-Technologie. Dabei werden Daten nicht nur über Satellit, sondern auch per LTE-Mobilfunksignal über Handyantennen am Boden ins Flugzeug übertragen – bei Fluggeschwindigkeiten von bis zu 1200 Kilometern pro Stunde.

«Derzeit sind alle Flugzeuge vom Typ 777 und A333 mit WLAN ausgestattet. Dabei handelt es sich um 8 Boeing 777-300ER und 14 Airbus A333.»

Swiss-Sprecher

Knapp 300 solcher Antennen seien in ganz Europa aufgestellt, sagt David Fox, bei der Telekom zuständig für Flugdienstleistungen. Schneller und günstiger soll die Datenübertragung damit werden.

Erster Kunde ist das britische Luftfahrtunternehmen IAG. Noch befindet sich die Technik in der Testphase. «Es finden aber bereits Gespräche mit anderen Airlines statt», sagt Fox.

UnterbrĂĽche bei SatellitenĂĽbertragung

Aufgeschlossen dürfte auch die Lufthansa sein, die seit jeher zu den Vorreitern beim Thema Internet an Bord zählt. Der Konzern und dessen Tochter Eurowings sowie die Schweizer Tochter Swiss setzen bei Langstreckenflügen bereits seit vielen Jahren auf ein entsprechendes Angebot.

«Seit dem Frühjahr 2017 bietet Lufthansa auch auf ihren Deutschland- und Europa-Routen W-Lan-Zugang an», teilt eine Sprecherin mit. Ganz günstig ist der Service allerdings nicht. Zudem räumt der Luftfahrtriese ein, dass die Verbindungsqualität über Satellit «von diversen Umweltfaktoren beeinflusst» werde. Beim Übergang zwischen den Satelliten könne die Datenübertragung zudem einige Minuten unterbrochen werden.

Von der Pressestelle der Swiss heisst es zum Thema auf Anfrage von AWP konkret: «Derzeit sind alle Flugzeuge vom Typ 777 und A333 mit WLAN ausgestattet. Dabei handelt es sich um 8 Boeing 777-300ER und 14 Airbus A333.» Es sei geplant, dass auch die Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge mittelfristig mit WLAN ausgerüstet werden. Der genaue Zeitpunkt stehe aber noch nicht fest.

Billigflieger Ryanair will das Thema auf jeden Fall im Auge behalten. «Wir werden weiterhin beobachten, wie sich das weiterentwickelt», teilt das Unternehmen mit, merkt aber gleichzeitig an: «Einige sind sogar froh, während ihres Fluges nicht kontaktiert werden zu können und eine Auszeit von E-Mails und sozialen Medien zu haben.» (wst/awp/sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Die Geschichte zu diesem Foto mit Pogba ist wirklich unglaublich lustig

Link zum Artikel

Dieser BĂĽndner LokfĂĽhrer hat wohl gerade den besten Job der Welt

Link zum Artikel

«Der grösste Fehlentscheid der NFL-Geschichte» – und natürlich wieder Brady

Link zum Artikel

9 simple WhatsApp-Kniffe, die nicht jeder kennt

Link zum Artikel

Vor 50 Jahren: Als der Traum von der Schweizer Atombombe platzte

Link zum Artikel

Von frierenden Möpsen und fliegenden Vibratoren: Eine kleine Abrechnung mit Hollywood

Link zum Artikel

«Ken ist nur ihr schmuckes Anhängsel»: Soziologin über Geburtstagskind Barbie

Link zum Artikel

«Steigende Mieten!» – «Nur noch Beton!»: Das Streitgespräch zur Zersiedelungs-Initiative

Link zum Artikel

Ist die #10YearChallenge gefährlich? Die Fakten zum Internet-Phänomen

Link zum Artikel

Hunderte Millionen geklaute Zugangsdaten im Netz – so prüfst du, ob du gehackt wurdest

Link zum Artikel

3 Punkte: Wie Kritiker über den Reichen-Report motzen – und was davon zu halten ist

Link zum Artikel

«Das Beste im Mann» – mit diesem Anti-Sexismus-Werbespot läuft Gillette voll in den Hammer

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • mike2s 23.07.2018 12:54
    Highlight Highlight Ich war eine Zeit lang Beruflich hin und wieder geflogen (Kurzstrecke).
    Mein perfekter Flug heisst beim schon beim Pushback langsam zu den Klängen von l'Air weg dösen und erst wieder erwachen wenn der Pilot "We begin our decent..." durch gibt wieder erwachen. Nichts kann hier mit W-Lan verbessert.
    Auch auf Langstrecken habe ich das Internet nie vermisst.
    Richtig mĂĽhsam ist auf Reisen eher die Roamingpreise.
    In Bangkok habe ich es letztes mit den gratis MBs nicht einmal bis zur Zollkontrolle geschafft. (Hat irgendeine Upload heruntergeladen)
  • Stirling 23.07.2018 08:08
    Highlight Highlight Internet ist gut, hätte ich gerne. Aber bitte dann das Telefonieren, Facetime verbieten und die Telefone lautlos stellen.
    Das zweitnervigste sind die Anschlagsounds(klicken) beim Tippen vom Iphone, wer braucht Sound als Bestätigung, dass er einen Buchstaben eingegeben hat? Und dann noch der bescheuerte Pfeiffton von Android(kennt ihr den?), wenn eine Nachricht kommt.
    Wenn das gefühlte 1000 Mal in der Minute ertönt und der Sound sich selber unterbricht, um gleich wieder zu beginnen, weil die BenutzerIn in 250 verschieden Gruppenchats aktiv ist, dann dauerts nicht lange und ich werd zum Hulk!
  • WayneTheBrain 22.07.2018 13:51
    Highlight Highlight Ich wäre schon froh, wenn es in SBB Zügen endlich WLAN gäbe... Aber das ist ja laut SBB "zu teuer" - für Reisebussunternehmen in Thailand, Peru oder Burkina Faso ist es dies aber seltsamerweise nicht...
  • 2sel 22.07.2018 13:29
    Highlight Highlight Ehrlich gesagt, ich bin nicht unglücklich, im Flugzeug mal ohne Internetverbindung auszukommen und ein paar Filme anschauen oder etwas Musik hören zu können.
    Ich stelle mir vor, das das dauernde gepipse der Handys schlimmer sein wird, als wenn ein Baby schreit...
  • Clife 22.07.2018 13:06
    Highlight Highlight Thommy Cooks ganze Ă„ngste und Sorgen sagt man, bleiben darunter verborgen und dann, wĂĽrde was dem Normalo gross und wichtig erscheint, fĂĽr ihn nichtig und klein :^)
  • Gipfeligeist 22.07.2018 12:40
    Highlight Highlight Ich finde es eigentlich gar nicht so schlimm kein Internet auf einem 2h Flug zu haben. Gibt einem doch mal wieder Anlass ein Buch in die Hand zu nehmen oder seinen Lieblingsalben zu lauschen :)

Panne bei -30 Grad: Passagiere mĂĽssen 16 Stunden in Flugzeug warten

Bei bitterer Kälte haben rund 250 Flugpassagiere 16 Stunden an Bord einer in Kanada festsitzenden US-Linienmaschine ausharren müssen. Möglicherweise liess die Kälte von minus 30 Grad eine Tür der Maschine zufrieren.

Die Maschine der US-Fluggesellschaft United Airlines auf dem Weg nach Hongkong war am Samstagabend wegen eines medizinischen Notfalls auf dem Flughafen der nordostkanadischen Stadt Goose Bay gelandet, wie der Sender CBC berichtete. Der betroffene Passagier wurde in ein Spital gebracht …

Artikel lesen
Link zum Artikel