Tour dur dSchwiiz
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Tour dur d'Schwiiz, 46. Etappe: Martigny - Martigny

Bevor die pinkfarbene Kirche hier stand, tötete einmal ein Toter einen nichtsahnenden Einwohner

Trient liegt wunderschön hinter dem Forclaz. Auffallend ist neben dem lustigen Berg Aguille du Pissoir auch die farblich interessante Kirche. Diese brachte grosse Erleichterung ins Bergtal.



Mit dem Velo durch die ganze Schweiz

In den kommenden knapp vier Monaten bereise ich mit dem Velo die ganze Schweiz. Auf meiner Tour dur d'Schwiiz besuche ich alle 2324 Gemeinden der Nation und werde eine Strecke von 11'000 Kilometern mit dem Velo hinter mich bringen. Dies entspricht der Distanz von Zürich nach Peking. Folge mir im Liveticker, auf Facebook und Twitter

Dass die Oberwalliser lustige Wesen sind und Orte entsprechend benennen, haben wir ja vor einigen Tagen bei Bitsch oder Filet gelernt. Doch auch die Unterwalliser sind völlig schmerzfrei, wenn es um Namen geht. So heisst dieser wunderschöne Berg auf dem Bild unten «Aguille du Pissoir». Er ist ein Nebengipfel des Aguille de Tour auf der französisch-schweizerischen Grenze hoch über Trient. Und ja, neben dem Gipfel heisst die kleine Mulde Fenêtre du Pissoir. Das Pissoir-Fenster also. Witzig.

tour dur dschwiiz 46. etappe

Links oben schneebedeckt: Unter anderem der Aguille du Pissoir. Bild: watson

Fotografiert habe ich von Trient aus. Ob die Schweizer oder Franzosen schuld am Namen sind – ich weiss es nicht. Aber auch im 160-Einwohner-Kaff hinter dem Forclaz gibt es Überraschendes. So ist die Kirche doch auffallend pink gestrichen. Als ich eine Nachbarin frage, warum dies so ist, antwortet sie lapidar: «Weil es immer schon so war. Seit über 100 Jahren.» 

Nun gut. Da die Gemeindeverwaltung grad nebenan ist, hoffe ich dort auf eine noch etwas ausführlichere Antwort. Leider wissen sie den Grund auch nicht, können aber sagen, dass die Kirche vor einigen Jahren neu gestrichen wurde und allen klar war: Die muss wieder pink sein. Allerdings habe man ein etwas dünkleres Pink erwischt.

Bild

Die pinkfarbene Kirche von Trient. Gewöhnungsbedürftig. bild: watson

Die Kirche steht da übrigens dank einem gewissen Bruder Métroz. Dieser liess sie um das Jahr 1900 neben der zu kleinen Kapelle errichten. Die Baumaterialien brachten die Einwohner, die restlichen Kosten trug der Pfarrer.

Das Gotteshaus war für das Dorf eine grosse Erleichterung. Denn früher mussten die Bergler zum Gottesdienst nach Martigny. Auch die Toten mussten in die Stadt transportiert werden. Im Winter war dies mühsam und gefährlich, wie dieser Ausschnitt aus dem Jahr 1895 in der «Gazette du Valais» beweist: «Die Toten wurden auf Schlitten mit hohem Tempo in Eis- und Schneekanälen bergab geschickt, mit dem Risiko, dass sich ein Passant dabei ein Bein brechen konnte. Einmal tötete sogar ein Gestorbener einen nichtsahnenden Einwohner, welcher eben auf dem Rückweg vom Gottesdienst in Martigny war.»

tour dur dschwiiz 46. etappe

Im Hintergrund Finhaut, davor hat sich der Fluss Trient sein tiefes Tal gegraben. Bild: watson

Ein Toter wird zum Mörder. Was für eine gruselige Geschichte. Aufhören möchte ich jedoch mit etwas Erfreulicherem. Gleich neben dem Aguille du Pissoir beginnt beim Trientgletscher der gleichnamige Bergbach. Dieser hat sich vorbei an Trient, Finhaut und Salvan ein eindrückliches Tal in das Steinmassiv gegraben. Und bevor er unten in die Rhone mündet, stürzt er sich einen 116 Meter hohen Wasserfall hinab. Sein Name: Pissevache. Hihi.

Tour dur d'Schwiiz, 45. Etappe: Sion – Martigny 

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