Graubünden
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Blick auf eine Baustelle der Firman Bezzola Denoth und Foffa Conrad, am Donnerstag, 26. April 2018, in Scuol. Wie die Wettbewerbskommission WEKO mitteilt, buesst sie sieben Bauunternehmen im Unterengadin mit total 7,5 Millionen Franken wegen Kartellabsprachen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Die Firmen Foffa Conrad und Bezzola Denoth gehören zu dem von der Weko gebüssten Kartell. Bild: KEYSTONE

Der Bündner Bauskandal und die Schweizer Liebe zum Kartell

Baufirmen im Unterengadin und im Münstertal haben jahrelang Aufträge und Preise abgesprochen. Solche Kartelle waren in der Schweiz lange weit verbreitet und wurden vorab von bürgerlichen Politikern toleriert.



Die Marktwirtschaft basiert auf Wettbewerb. So sieht es zumindest die Lehrmeinung vor. Für die Unternehmen hingegen ist der Wettbewerb oft eine mühsame Sache. Viel angenehmer ist es, sich mit der Konkurrenz abzusprechen und die Aufträge und Absatzmärkte untereinander aufzuteilen. Auf diese Weise entsteht ein Kartell. Den Schaden haben die Kunden.

Ein besonders dreister Fall ist im Kanton Graubünden aufgeflogen. Er betrifft Bauunternehmen im Unterengadin und im benachbarten Münstertal. Die Wettbewerbskommission (Weko) ermittelt seit 2012 gegen dieses Kartell. Nach einer Busse von einer Million Franken im letzten Dezember folgte am Donnerstag eine weitere Tranche: Sieben Firmen wurden mit 7,5 Millionen gebüsst.

ARCHIV --- ZUR UNTERSUCHUNG DER WEKO MOEGLICHER ABSPRACHEN IM HANDEL MIT EDELMETALLEN, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Das Logo der Wettbewerbskommission WEKO, am Mittwoch, 30. April 2014 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Die Weko hat durchgegriffen. Bild: KEYSTONE

Der Entscheid ist nicht rechtskräftig, er kann an das Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden. Es handle sich um den bisher grössten Fall von Preisabsprachen im Schweizer Baugewerbe, sagte Weko-Vizedirektor Frank Stüssi der Nachrichtenagentur SDA. Das Magazin «Republik» hat darüber eine vierteilige Serie veröffentlicht. Zuvor hatten bereits die «NZZ am Sonntag» und die Bündner Regionalzeitung «Südostschweiz» über den Skandal berichtet.

Was ist genau passiert?

Die gebüssten Firmen haben sich von 1997 bis 2008 an so genannten Vorversammlungen getroffen. Dabei teilten sie die Bauaufträge unter sich auf und legten die Preise fest. Betroffen waren Kanton und Gemeinden, also die Steuerzahler, aber auch Private, die ein Haus bauen wollten. Teilweise ging es laut «Republik» um Projekte, die noch nicht öffentlich ausgeschrieben waren.

Dabei wurde vereinbart, dass andere Firmen höhere «Konkurrenzofferten» einreichen sollten – ein raffinierter Schachzug, um einen Wettbewerb vorzutäuschen. Eine dubiose Rolle spielte der Graubündnerische Baumeisterverband (GBV). Er organisierte laut dem Weko-Bericht «wissentlich» solche Vorversammlungen und legte dabei Ort, Datum und Zeit fest.

Es sei anzunehmen, dass ein solches Zusammenwirken zwischen Verband und Bauunternehmen «als unzulässige Wettbewerbsabrede zu qualifizieren ist», schreibt die Weko. Es entwickelte sich ein bekannter Mechanismus: Mit den Jahren wurden die Beteiligten gieriger, die Preise immer höher angesetzt, und die grossen Baufirmen versuchten, die kleinen aus dem Markt zu drängen.

Zu den letzteren gehörte Adam Quadroni, ein Bauunternehmer aus Ramosch. Er informierte 2009 die kantonale Baudirektion in Chur über das Kartell. Dort gratulierte man ihm zu seinem Mut – und unternahm nichts. 2012 schaltete Quadroni die Weko ein, und diese reagierte sofort. Sie ordnete Hausdurchsuchungen an und eröffnete das noch laufende Verfahren. Die Schäden für die öffentliche Hand und Private beziffert die Weko auf Dutzende Millionen Franken.

Die Schweiz und ihre Kartelle

Die Schweiz preist sich gerne als wirtschaftlich liberales Land. Dabei waren Kartelle früher eher die Regel als die Ausnahme, was nicht nur schlecht sein muss. Wenn Kartelle massvoll angewendet werden, können sie eine positive Wirkung entfalten, etwa indem sie in Randregionen das Gewerbe stützen. Auch das Bündner Baukartell sah anfangs geringe Preisaufschläge von einigen Prozenten vor. Mit zunehmender Masslosigkeit wurden die Preise um 20 Prozent und mehr erhöht.

Das bekannteste und oft zitierte Beispiel aber ist das Bierkartell. Die grossen Brauereien hatten die Gastronomie und den Detailhandel unter sich aufgeteilt, was für ein ziemlich eintöniges Angebot sorgte. Es war nicht annähernd mit der heutigen Biervielfalt vergleichbar. Der Discounter Denner und sein Chef Karl Schweri kämpften gegen das Bierkartell an. 1991 war es am Ende, wofür auch die zunehmenden Importe aus dem Ausland und interne Streitigkeiten verantwortlich waren.

Auf politischer Ebene tat sich lange wenig bis gar nichts. Bestrebungen des Bundesrats für ein scharfes Kartellgesetz wurden von den Bürgerlichen abgeblockt, die in Sonntagsreden gerne den freien Markt beschworen, während ausgerechnet die Linke sich für den Wettbewerb stark machte. Die Wende kam erst mit der hartnäckigen Wirtschaftsflaute in den 1990er Jahren.

HANDOUT - Heizen mit Bier -  Das Feldschloesschen-Gebaeude fotografiert anlaesslich der Einweihung Waermeverbund Rheinfelden Mitte, am 26. September 2014, in Rheinfelden. (PHOTOPRESS/Stefan Bienz)

Die Brauerei Feldschlösschen war Teil des 1991 aufgelösten Bierkartells. Bild: PHOTOPRESS/FELDSCHLOESSCHEN

1995 wurde das Kartellgesetz verabschiedet, das zur Gründung der Wettbewerbskommission führte. Zu den erbittertsten Gegnern gehörte ein gewisser Christoph Blocher. In seinem vulgärliberalen Verständnis darf es keinerlei Eingriffe des Staates in die Wirtschaft geben, auch nicht für den Wettbewerb. Kartelle sind für Blocher eine Art Kollateralschaden der Marktwirtschaft.

Wie geht es weiter?

Bei der Weko sind zwei weitere Untersuchungen zum Bündner Baukartell im Gang. Sie will ihre Entscheide im Lauf des Jahres verkünden. Der Kanton Graubünden prüft laut «Blick» rechtliche Schritte gegen die fehlbaren Firmen – neun Jahre nachdem er von Adam Quadroni informiert worden war.

Pikant ist die Angelegenheit für den langjährigen GBV-Geschäftsführer Andreas Felix. Er will am 10. Juni für die BDP in den Bündner Regierungsrat gewählt werden. Felix und der Verband waschen ihre Hände in Unschuld. Sie behaupten, nichts von den Machenschaften mitbekommen zu haben.

Adam Quadroni erlitt das Schicksal vieler Whistleblower. Er wurde gesellschaftlich geächtet, seine Firma musste 2013 Konkurs anmelden. Seine Frau verliess ihn mit den drei Töchtern. Letztes Jahr wurde Quadroni von der Kantonspolizei wie ein Schwerstverbrecher abgeführt und wegen angeblicher Suizidgefahr in die Psychiatrie eingeliefert. Die Ärzte merkten schnell, dass nichts dran war.

Trotz Kartellgesetz bleibt die Versuchung für Unternehmen gross, den Wettbewerb zu behindern. Für den neuen Weko-Präsidenten Andreas Heinemann bleibt der Kampf gegen horizontale Kartelle (Preis-, Mengen- und Gebietsabreden zwischen Konkurrenten) und Marktabschottungen etwa durch Behinderung von Parallelimporten prioritär, wie er letzte Woche an der Jahresmedienkonferenz erklärte. Es handle sich um «kartellrechtliche Todsünden».

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    Alle Leser-Kommentare
  • olmabrotwurschtmitbürli 28.04.2018 19:32
    Highlight Highlight Eine Artikelserie, wie hier von der Republik, ist keine absolute Wahrheit, sondern mit einem Plädoyer zu vergleichen. In diesem Fall aber ein ziemlich gutes, das mich überzeugt hat.

    Darum wünsche ich Adam Quadroni nur das Beste für die Zukunft. Und wenn die Korrupten für einmal zur Rechenschaft gezogen werden, wäre das ja regelrecht vertrauensbildend...
  • Zap Brannigan 28.04.2018 14:28
    Highlight Highlight Das wirklich erstaunliche ist, dass viele Schweizer so naiv sind. Das öffentliche Ausschreibungen von den Firmen untereinander abgesprochen werden ist normal. Auch in der Stadt Zürich. Im aktuellen Fall haben sie es aus Gier dermassen übertrieben, dass man es nicht mehr unter den Teppich wischen konnte. Bezeichnend ist auch, dass die kantonalen Behörden aktiv wegschauten und der Bund eingeschaltet werden musste. Auch bei uns gibts überall Korruption. Nur wird sie sehr gut versteckt und nicht wie in anderen Ländern wie selbstverständlich praktiziert.
  • Siebenstein 27.04.2018 19:46
    Highlight Highlight Wie wäre es wenn es mal dem leidigen Thema Onlinegeschäfte an den Kragen gehen würde? Das ist doch reiner Protektionismus der da betrieben wird!
  • Bert der Geologe 27.04.2018 18:11
    Highlight Highlight Uebrigens: zu den Zeiten des Bierkartelles anfangs 80-er Jahre kostete eine Stange noch 1.20 und das Grosse 1.50. Für 15 Franken hatte man zu Zweit einen glatten Abend. Heute kostet das Bier 4-5 x mehr. Die Löhne sind aber nicht 4-5 mal höher. Also da kam der Konsument sicher nicht zu kurz, ausser dass es nur hell oder dunkel gab.
    • redeye70 28.04.2018 07:45
      Highlight Highlight Die Preiserhöhungen haben aber so gar nichts zu tun mit der Zerschlagung des Bierkartells. Es war die Politik, die laufend die Steuern anhob für das Bier. Ausserdem hättest du beim genauen Durchlesen des Artikels mitbekommen, dass dank der Eintönigkeit des heimatlichen Sortiments immer mehr ausländische Marken Fuss fassten. Wer den Wettbewerb zu verhindern versucht, verliert am Ende alles. Zum Glück haben wir heute einen sehr dynamischen Biermarkt, der viel Kreativität erzeugt. Zum Wohl der Klein- und Kleinstbrauereien.
    • Baffes 28.04.2018 09:00
      Highlight Highlight Da vermischst du verschiedene Entwicklungen miteinander. Ein Gastronom muss heute erstmal die Pacht, die Löhne und den Unterhalt erwirtschaften. Da hat er schon hohe 5 stellige Summen ausgegeben bevor er auch nur einen Liter Bier eingekauft hat. Das das Bier da nicht mehr 1.50 kosten kann ist irgendwo klar oder?
  • Gustav.s 27.04.2018 15:47
    Highlight Highlight Man sollte aber schon erwähnen das nicht seine Feinde sondern seine Frau ihm die Psychi einbrockte.
    Und zum Fall selbst, jetzt muss man auch die kleineren z.b Elektriker, Maler usw in dieser Gegend etwas unter die Lupe nehmen. Hier gab es nämlich auch jahrzehntelang solche eine Absprachen, da war jeder der mit bauen zu tun hatte dabei....oder pleite.
  • ZaharztAua 27.04.2018 13:49
    Highlight Highlight Der Umgang mit Quadroni ist kein Finanzdelikt,
    sondern ein Gewaltdelikt, und zwar bandenmässig.
  • Siebenstein 27.04.2018 13:18
    Highlight Highlight Wirtschaftlich liberal...😂
    Die Busse von 7,5 Millionen Franken auf sieben Betriebe verteilt halte ich für einen Witz, das tut nicht genug weh! Gut, wenn das auch Betriebe darunter trifft denen nur eine kleine Schuld zulasten zu legen ist und einige wenige die Hauptlast tragen müssen sieht es vielleicht anders aus...
  • piedone lo sbirro 27.04.2018 13:06
    Highlight Highlight weiteres beispiel:

    die verhinderung des parallelimports von medikamenten durch die bürgerlichen bundesräte, zu gunsten von big-pharma und deren aktionären, zu lasten der prämienzahler und patienten.
    • redeye70 28.04.2018 07:48
      Highlight Highlight Es waren die bürgerlichen Parlamentarier, die den Parallelimport verhinderten. Der Bundesrat handelt als Exekutivorgan im Auftrag der Legislative, also den beiden Kammern unseres Parlaments. *klugscheissmodusoff* 😉
  • manhunt 27.04.2018 12:29
    Highlight Highlight und trotzdem wird ein weiteres mal keiner der verantwortlichen mit seinem (teilweise ergaunerten) privatvermögen für seine verfehlungen haften. mit dem de facto der allgemeinheit gestohlen geld gönnt man sich protz und prunk. mit freundlicher unterstützung der „bürgerlichen“ freunde in politik und verwaltung. derweil des wistleblowers existenz zerstört wurde. in gewissen belangen ist eben auch die schweiz eine bananenrepublik.
    • redeye70 28.04.2018 07:51
      Highlight Highlight In unserem Land herrscht eine strukturelle Korruption. Beginnt schon mit der Intransparenz bei den Parteispenden. Deshalb schaffen wir es auch nicht an die Spitze der Antikorruptionserhebungen.
  • Phö 27.04.2018 11:51
    Highlight Highlight Empfinde die Höhe der Busse absolut lächerlich. Hätten in diesem Fall mindestens 20-30 Millionen betragen müssen. Diese Unternehmen haben sich betrügerische bereichert an der Allgemeinheit und dürfen in meinen Augen auch gerne enteignet werden.
    • l'aglia 28.04.2018 08:29
      Highlight Highlight Eine Busse in dieser Höhe würde alle Firmen ruinieren und hunderte Arbeitsplätze kosten. Ich finde nicht, dass das die richtige Lösung wäre. Die Wirtschaftslage im Unterengadin und Val Müstair ist schwierig genug, da muss man nicht noch extra Arbeitslose generieren.
  • Florian Harold 27.04.2018 11:10
    Highlight Highlight Es ist fraglich, ob solche Leute mit Tomaten auf den Augen das geeignete Kontrollorgan ist. Wir brauchen Regierungsräte, Staatsanwälte und Rechtsanwältel, welche Ihre Verantwortung wahr nehmen und merken, dass hier etwas nicht mit richtigen Dingen zu und hergeht. Verfehlungen müssen ans Tageslist kommen! Wer nicht führen kann, soll keine Verantwortung tragen dürfen! vgl. http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Weko-bittet-Buendner-Baufirmen-zur-Kasse-25860114und http://www.anwalt-zuerich.attorney/ und http://www.anwalt-zuerich.attorney http://anwalt-arbeitsrecht.attorney/
  • Wilhelm Dingo 27.04.2018 10:39
    Highlight Highlight Alles wäre ja nicht so schlimm, wenn der Kartellgewinn in die Taschen der Bauarbeiter fliessen würde. Leider fliessen die üppigen Gewinne aber in Häuser, Luxus-SUVs und Flugis der Bauunternehmer.
    • l'aglia 28.04.2018 08:26
      Highlight Highlight Naja, im Unterengadin nützt ein Flugzeug nicht viel, daher hat auch niemand der Verantwortlichen eins gekauft. Auch sonst hält sich der Protz sehr in Grenzen.
  • JoeyOnewood 27.04.2018 10:36
    Highlight Highlight Ich hoffe ganz stark, Quadroni kann die Verantwortlichen auf zivilrechtlichem Weg auf Schadensersatz verklagen. Ihm wurde unglaubliches unrecht angetan.

    Allgemein finde ich es immer wieder haarstreubend, wie die Schweiz mit Whistle-Blower umgeht, welche einen für unsere Gesellschaft relevanten Missstand aufdecken. Es ist Zeit, dass wir diesen Menschen danken und sie nicht ruinieren oder gar strafrechtlich verfolgen.

    Und manchmal sollte dabei auch an die internationale Gemeinschaft gedacht werden. Bsp.: Hervé Falciani
  • Bert der Geologe 27.04.2018 10:20
    Highlight Highlight Wie richtig bemerkt, muss Kartell nicht nur schlecht sein. Das heutige Submissionssystem (the winner takes it all, sprich der Günstigste kriegt alle Aufträge) hat auch einen grossen Mangel. Dieser Mangel heisst Qualität. Der Mangel heisst auch Dumpinglöhne. Ein anständiger Unternehmer hat einen anständigen Preis, er liefert die Qualität, welche dem Preis entspricht und bezahlt seine Mitarbeiter anständig. Aber eben die Gier... Die Gier ist der Tod jedes Kartells. Sie war auch der Tod der Handwerkszünfte.
    • Wilhelm Dingo 27.04.2018 11:05
      Highlight Highlight @Sheldon: Qualität kann man in einer Submission fordern.
    • Walser 27.04.2018 13:00
      Highlight Highlight Sie sind schlecht informiert. Der Bau hat einen GAV. Und zwar einen richtig guten. Die Baulöhne sind sehr gut. Es gibt im Bau keine Dumpinglöhne. Einfach nur Gauner die die Löhne gar nicht, oder mangelhaft bezahlen. Das sind dieselben die auch bei den Vergaben bescheissen. Kartelle werden immer von den Konsumenten bezahlt.
    • Madison Pierce 27.04.2018 13:42
      Highlight Highlight Für dieses Problem sind aber nicht Kartelle die Lösung, sondern Kunden, die nicht nur auf den Preis schauen.

      Wer eine Wohnungsrenovation im Internet ausschreibt und das günstigste Angebot nimmt, bekommt schlechte Qualität und unterstützt häufig Schwarzarbeit.

      Die öffentliche Hand sollte die "weichen" Kriterien wie Lehrstellen etc. aber noch stärker in die Bewertung einbeziehen als dies heute der Fall ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • piedone lo sbirro 27.04.2018 10:14
    Highlight Highlight blocher pries die bilateralen als königsweg.

    er wollte vorallem das EU-kartellrecht sowie die sozialcharta, die den konsumenten und arbeitnehmer mehr rechte gebracht hätten, verhindern. das ist ihm auch gelungen. alle anderen EWR-vereinbarungen wurden mit den bilateralen praktisch 1:1 umgesetzt. während sich sein vermögen seit 1992 vervielfachte, stagnieren die einkommen und vermögen seiner wähler.

    https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/NZZ-und-Neoliberale-kaempfen-gegen-tiefere-Preise/story/31756686
  • lily.mcbean 27.04.2018 09:55
    Highlight Highlight Cooomeee ooooon. Diese Praktiken sind in den ländlichen Gebieten gang und gäbe! Anstatt nur auf diese 2 Firmen rumzureiten wäre jezt die Zeit um aufzuräumen.
    • Snowy 27.04.2018 11:23
      Highlight Highlight Und genau das passiert jetzt nach dieser Story...

      Denke, dass bei einigen Verbänden in der Schweiz dieser Tage "klärende, interne Gespräche" angesagt sind ... ohne dass vorher eine Einladung oder eine Traktandenliste versendet werden musste.

      Nun geht die Angst um. Richtig so.
  • Karl33 27.04.2018 09:48
    Highlight Highlight "Adam Quadroni erlitt das Schicksal vieler Whistleblower. Er wurde gesellschaftlich geächtet, seine Firma musste 2013 Konkurs anmelden. Seine Frau verliess ihn mit den drei Töchtern."

    Auch das passt zur Schweiz wie der korrupte Filz.
    • Bert der Geologe 27.04.2018 12:23
      Highlight Highlight @Karl33: Der Zusammenhang zwischen Kartell, Whistleblowen, Konkurs und Scheidung wird nur suggeriert. Saubere Recherche sieht anders aus.
  • Miautsch 27.04.2018 09:43
    Highlight Highlight Ich schreibe im Bereich Compliance respektive Whistleblowing meine Bachelor-Arbeit. Und die Wahrnehmung in der Schweiz/Deutschland über Whistleblower ist teilweise erschreckend. Sie verlieren ihre Jobs, erleben oftmals einen sozialen Fall - und dies nur, weil sie Missstände melden wollten. Ich hoffe die Teilrevision von Art. 321a OR kommt bald durch, und zwar ohne Verwässerung oder Aufweichung. Dass man nicht direkt zu den Medien gehen sollte, ist wohl allen klar. Jedoch sollte jede Firma eine unabhängige, Anlaufstelle für solch etwas haben, sei dies einCompliance Officer oder Ombudsperson.
    • alina95 27.04.2018 11:14
      Highlight Highlight Für die Verwässerung der Vorlage werden gewisse Kreise schon noch sorgen. Der sog. bürgerliche Block wird sich wie von selbst finden. Wir sind schliesslich Weltmeister im Regeln biegen.
    • Lumpirr01 27.04.2018 14:00
      Highlight Highlight Good Governance ist so eine neumodische Erscheinung, welche sich die Firmen neu auf die Fahnen geschrieben haben. Auch durch die Schaffung einer firmainternen Ombudsstelle werden die Probleme (Unregelmässigkeiten, Mobbing und desgleichen) keineswegs sauber gelöst. Der Whistleblower ist und bleibt in den Augen derjenigen, welche Kenntnis von gemeldeten Vorfällen haben und diese bearbeiten sollten, ein Störefried, welcher Unruhe stiftet. Oft muss der Whistleblower dennoch die Firma verlassen, findet keine neue Stelle und verliert seine Freunde. Deshalb 3 mal überlegen ob sich eine Meldung lohnt

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