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IKRK: In Syrien beginnt schwierige Nachkonflikt-Ära



Das Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) sieht nach der weitgehenden Rückeroberung der Rebellengebiete in Syrien durch die von Russland unterstützten Regierung eine Chance auf Befriedung.

Allerdings sei die Präsenz verschiedener Mächte auf so kleinem Raum eine Gefahr, sagte IKRK-Präsident Peter Maurer am Mittwoch in Genf.

In Syrien kontrolliert die Regierung Gebiete mit russischer und iranischer Unterstützung. Die Türkei hält Stellungen, die einst die kurdische YPG-Miliz kontrollierte. Und die USA sind mit Spezialkräften im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vertreten. «Wir haben selten in den letzten Jahren so viele verschiedene Machtinteressen auf so kleinem Gebiet gesehen», sagte Maurer. «Das ist einigermassen gefährlich.»

Anders als noch vor einem Jahr seien die Trennlinien zwischen den Einflussgebieten relativ klar, sagte Maurer. Die Chance, dass sich die einflussreichsten Mächte auf ein Ende des Kriegs verständigen, sei da. Er sehe noch keine Anzeichen einer Balkanisierung - dass die Bevölkerung je nach Religion, Ethnie oder politischer Überzeugung zunehmend in getrennte Gebiete ziehe.

Die Bedürfnisse hätten sich geändert: während es lange um das Nötigste zum Überleben wie Nahrungsmittel, Trinkwasser und Schutzbehausungen gegangen sei, wachse jetzt die Sorge um Verschwundene. «Wo ist mein Sohn, mein Mann? Wird er festgehalten? Ist er tot? Geflohen?», zitierte Maurer Angehörige.

Während in den Jahren 2014, 2015 und 2016 nur wenige Anfragen zur Suche nach Verwandten eingegangen seien, sei die Zahl 2017 sprunghaft angestiegen, auf insgesamt 13'000 seit Beginn des Konfliktes im Frühjahr 2011.

Das IKRK kümmert sich um Opfer von Kriegen und innerstaatlicher Gewalt und versucht, Kriegsteilnehmer zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts zu bewegen. Schwesterorganisation ist die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften, ein Netzwerk von Hilfswerken, die Rettungsdienste und Katastropheneinsätze machen. (sda/dpa)

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